EyLamo – Ein weiterer datenverschlüsselnder Virus, der von HiddenTear inspiriert wurde

EyLamo ist eine neu entdeckte Erpressersoftware, die auf das Open-Source-Projekt HiddenTear basiert. Die neue Schadsoftware verschlüsselt die Dateien mit dem Verschlüsselungsalgorithmus AES und markiert sie anschließend mit .lamo.
Die Schadsoftware kann als irreführender E-Mail-Anhang, als gefälschtes Programm oder durch ähnliche Tricks ins System gelangen. Auf dem betroffenen Gerät werden dann zwei ausführbare Dateien (hidden-tear.exe und EyLamo.exe) installiert, die daraufhin mit ihrer schädlichen Aufgabe beginnen.
Bevor die wichtigste Aufgabe, die Datenverschlüsselung, begonnen wird, veranlasst die Kryptoschadsoftware Modifizierungen in Windows. Sie kann Einträge in der Registrierungsdatenbank hinzufügen, unbekannte Dateien installieren oder in legitime Systemprozesse schädlichen Code einspeisen.
All diese Veränderungen sind notwendig, damit der Virus beim Systemstart ausgeführt und die Entfernung erschwert wird. Nachdem EyLamo seine Position auf dem Computer gestärkt hat, beginnt es damit das System nach den Zieldateien zu scannen.
Die Schadsoftware hat dabei die beliebtesten Dateien im Visier, wie unter anderem die diversen Dateitypen von Microsoft Office, OpenOffice, allerlei Multimediadateien, Datenbanken, Archive und vieles mehr. Es wird angenommen, dass der datenverschlüsselnde Virus das gleiche AES-Verfahren verwendet wie bei den anderen Varianten von HiddenTear.
Im Anschluss der Verschlüsselung wird der Desktophintergrund eventuell durch ein schwarzes Bild mit folgendem Text ersetzt:
Oops, your files have been blocked. Please read the READ_IT.txt file on your desktop for more information.
Hinsichtlich des Inhalts von READ_IT.txt macht sich bemerkbar, dass der Autor von EyLamo sich nicht wie ein professioneller Cyberkrimineller verhält. Im Erpresserbrief fordert er für den Entschlüsselungsschlüssel die Überweisung von Bitcoins oder Kebab. Allerdings wird weder ein Betrag für das Lösegeld genannt noch eine Kebab-Adresse.
Offensichtlich ist es nicht empfehlenswert einfach blind Bitcoins zu überweisen. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird das Ganze lediglich reine Geldverschwendung sein. Es gibt bereits zahlreiche Fälle, wo Opfer nach der Bezahlung kein Entschlüsselungsschlüssel erhalten haben.
Hinzu kommt die wichtige Tatsache, dass die Dateien eventuell mit den bereits veröffentlichten HiddenTear-Decryptern entschlüsselt werden können. Bevor man den Decryptern jedoch einen Versuch gibt, muss man EyLamo entfernen.
Um die Erpressersoftware mit all ihren Komponenten zu entfernen, muss man von einer professionellen Sicherheitssoftware Gebrauch machen. Wir empfehlen hierfür FortectIntego oder SpyHunterCombo Cleaner zu verwenden. Es gilt jedoch zu beachten, dass die Erpresser sich gegen eine Entfernung wehren können, indem sie die Installation von Schadsoftware-Entfernen blockieren. Für diesen Fall haben wir eine nützliche Entfernungsanleitung vorbereitet.
Sobald EyLamo entfernt worden ist, kann man gefahrlos den USB-Stick oder die Festplatte mit dem Computer verbinden, um die Back-ups darauf zu importieren. Oder Sie machen von dem Entschlüsselungsprogramm oder den alternativen Wiederherstellungsprogrammen Gebrauch, die wir am Ende des Artikels präsentieren.

Typische Strategien bei der Verbreitung von Krypto-Schadsoftware
Die Entwickler von Erpressersoftware verlassen sich in der Regel auf traditionelle Verbreitungsmaschen wie:
- Spammails (Malspam),
- gefälschte Softwaredownloads,
- Malvertising,
- Exploit-Kits.
Es wird angenommen, dass bei EyLamo die gleichen Strategien Anwendung finden. Falls Sie sich also mit einem Erpressungsprogramm infiziert haben, kam die Infizierung wahrscheinlich zustande als Sie einen schädlichen E-Mail-Anhang geöffnet haben, ein gefälschtes Programm oder Update installiert haben, auf eine mit Schadsoftware verseuchte Anzeige geklickt haben oder schon seit langer Zeit das Betriebssystem oder die darauf befindliche Software nicht aktualisiert haben.
Es spielt keine Rolle, wo Sie wohnen. Cyberbedrohungen wie diese können in Deutschland, Amerika, Frankreich oder Japan wüten. Sie sollten daher folgende Sicherheitstipps beherzigen, um eine Infizierung zu vermeiden.
- Öffnen Sie keine Spammails und darin enthaltene Links oder Anhänge.
- Vergewissern Sie sich vor dem Öffnen eines E-Mail-Anhangs, dass er tatsächlich von der besagten Firma oder Organisation stammt.
- Installieren Sie neue Programme nur von zuverlässigen und sicheren Quellen. Vergessen Sie nicht, dass Torrents gefährlich sein können.
- Fallen Sie nicht auf Anzeigen herein, die Softwareupdates oder unbekannte Tools anbieten zu installieren oder Angebote machen, die zu gut sind, um wahr zu sein.
- Besuchen Sie keine hochriskanten Webseiten.
- Halten Sie die installierte Software auf dem aktuellsten Stand.
EyLamo-Virus mithilfe von bewährter Sicherheitssoftware entfernen
Um EyLamo sicher und zügig vom Computer entfernen zu können, muss man von einer professionellen Software Gebrauch machen. Das selbstständige Ausfindig machen und Beseitigen von virenverwandten Einträgen kann schließlich zu unumkehrbaren Schäden führen.
Damit man den Computer nicht in Gefahr bringt, ist die Installation eines Schadsoftware-Entferners ratsam. Wir empfehlen an dieser Stelle immer wieder gerne die Verwendung von FortectIntego, SpyHunterCombo Cleaner oder MalwarebytesMalwarebytes. Die Tools sind alle dazu in der Lage schädliche Einträge zu erkennen und zu beseitigen. Vergessen Sie jedoch nicht die gewünschte Anwendung zuerst zu aktualisieren!
Wenn Sie bei der Entfernung trotzdem noch Hilfe benötigen, sollten Sie einen Blick auf die unten aufgeführte Anleitung werfen. Die Anleitung hilft dabei eventuelle Hindernisse zu überwinden und stellt einige Datenwiederherstellungsoptionen zur Verfügung.
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