Android-Erpressersoftware namens Koler erschwindelt sich mit alten Tricks Geld von Opfern

Der Koler-Virus ist eine Erpressersoftware, die Smartphones und Tablets mit dem Betriebssystem Android befällt und deren Bildschirm sperrt, um die Opfer daran zu hindern die darauf befindlichen Daten abzurufen. Für die Wiederherstellung wird ein Lösegeld verlangt.
Das bildschirmsperrende Erpressungsprogramm ist als PornHub-App im Umlauf und wird auf nicht jugendfreien Webseiten zur Installation angeboten, wenn man bestimmte Inhalte anschauen möchte. Die Gauner versuchen die Entfernung von Koler natürlich so schwierig wie möglich zu machen, um ihren Gewinn zu maximieren.
Experten nehmen an, dass Koler eine Android-Adaptierung von der berüchtigten Windows-Erpressersoftware Reventon ist, welche bereits seit 2014 aktiv Computer sperrt. Drei Jahre sind mittlerweile vergangen und die Virenersteller scheinen immer noch darauf zu hoffen, dass sie ihre Opfer mit dem gleichen Köder fangen.
Ist die App installiert, hat sie automatisch administrative Berechtigungen über das Gerät und legt einen offiziell aussehenden Sperrbildschirm fest, der darauf hinweist, dass das Gerät aufgrund illegaler Tätigkeiten vom FBI gesperrt wurde. Die Mitteilung sieht der Nachricht von Reventon sehr ähnlich aus, die damals im Jahre 2014 Verwendung fand. Die Nachricht lautet wie folgt:
As a result of full scanning of your device, some suspicious files have been found and your attendance of the forbidden pornographic sites has been fixed. For this reason your device has been locked. Information on your location and snapshots containing your face have been uploaded on the FBI Cyber Crime Department’s data center. First of all, familiarize with the positions stated in the section “The Legal Basis of Violations”. According to these positions your actions bear criminal character, and you are a criminal subject. The penalty as a base measure of punishment on you which you are obliged to pay in a current of three calendar days is opposed. The size of the penalty is $500
Attention! Disconnection of disposal of the device or your attempts to unlock the device independently will be apprehended as unapproved actions interfering the execution of the law of the United States of America (read section 1509 – obstruction of court orders and section 1510 – obstruction of criminal investigations). In this case and in case of penalty non-payment in a current of tree calendar days from the date of this notification, the total amount of penalty will be tripled and the respective fines will be charged to the outstanding penalty. In case of dissent with the indicted prosecution, you have the right to challenge it in court. To make a penalty payment, go to section “Payment Penalties”.

Die Mitteilung ist ein gutes Beispiel für boshaftes Social Engineering. Die Erpresser nutzen gut durchdachte und verunsichernde Methoden, um ihre Opfer dazu zu bringen 500 USD über anonyme Bezahlplattformen wie MoneyPak zu überweisen, wodurch sie leider nicht nachverfolgt werden können.
Während die Windows-Versionen einzelne Länder im Visier hatten und die Mitteilungen abhängig vom geografischen Standort des Computers wie Italien, Portugal oder Griechenland waren, scheint die neue Android-Schadsoftware ausschließlich auf amerikanische Nutzer ausgerichtet zu sein; deshalb auch die FBI-Aufmachung.
Wenn Sie zurzeit in den Vereinigten Staaten leben und dem Clickjacking zum Opfer gefallen sind, sollten Sie Koler umgehend entfernen. Nachdem Sie den Virus mit einer mobilen Antivirensoftware wie FortectIntego oder ihn manuell entfernt haben, sollten Sie wieder Zugriff auf Ihre Dateien haben.
Die Infiltrierung und Präventionsmaßnahmen:
Koler hat angefangen sich auf Android-Geräte auszubreiten, nachdem Cyberkriminelle gefälschte Pop-ups mit einem schädlichen Downloadlink für die PornHub-App auf mehreren pornografischen Webseiten eingespeist haben. Die Nutzer ahnen nicht, dass sie einen mit Erpressersoftware verseuchten Trojaner auf dem Gerät herunterladen. Die Erkenntnis über die Infizierung fällt erst auf, wenn die FBI-Warnung auf dem Bildschirm zu sehen ist.
Experten haben einige Vorschläge, wie man solche Vorfälle zukünftig vermeiden kann:
Als Erstes sollte man keine dubiosen Webseiten besuchen, die eine potenzielle Gefahr für den Computer oder das Gerät darstellen.
Wenn man absichtlich oder unbeabsichtigt auf solche Seiten landet, sollte man auf keine der Anzeigen, Links, Pop-ups oder ähnliche Inhalte klicken und die Seiten umgehend verlassen. Wenn außerdem EXE-Dateien automatisch heruntergeladen werden, sollte man sie auf keinen Fall öffnen.
Zu guter Letzt sollte man sicherstellen, dass Sicherheitsanwendungen immer aktiv und sie auf dem aktuellsten Stand sind.
Die Entfernung von Koler, um wieder Zugriff auf die Daten zu bekommen:
Sie können Koler in drei wesentlichen Schritten entfernen:
- Starten Sie das Gerät in den abgesicherten Modus.
- Deaktivieren Sie Administratorrechte für unbekannte Dritte.
- Deinstallieren Sie die App PornHub.
Nachdem Sie mit diesen Schritten fertig sind, sollte der Virus nicht mehr vorhanden sein. Damit Sie zukünftig nicht mehr Viren wie Koler entfernen müssen, empfiehlt es sich eine bewährte mobile Antivirensoftware zu installieren. Sie sollten außerdem zur Sicherheit Back-ups von Ihren wichtigen Dateien anfertigen.
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