Lokibot-Virus – ein gefährlicher Banktrojaner, der sensible Daten stehlen und sogar Dateien sperren kann

Lokibot ist ein Banktrojaner, der in der Lage ist, sensible Daten zu stehlen und an Angreifer zu übertragen. Die Schadsoftware wurde Ende 2017 von den Sicherheitsforschern von SfyLab (oder zurzeit ThreatFabric) entdeckt. Der Trojaner infiltriert die Geräte in der Regel über bösartige Phishing-Mails, die massenweise von Bots versendet werden, die von Hackern eingesetzt werden, oder durch das Herunterladen gefälschter Apps von Drittanbietern. Lokibot greift nur Android-Geräte an. Allerdings gibt es auch eine andere Version des Virus, die den Windows-Rechner infizieren kann. Das Interessanteste an der Schadsoftware ist, dass sie in eine Erpressersoftware umgewandelt wird, sobald das Opfer versucht, die bösartige App loszuwerden.
| Überblick | |
| Name | Lokibot |
| Typ | Banktrojaner mit Ransomware-Eigenschaften |
| Entdeckt von | SfyLab |
| Zielsysteme | Android, Windows |
| Verbreitung | Spammailanhänge, schädliche Webseiten, Apps von Drittanbietern, Links in sozialen Medien usw. |
| Symptome | Gefälschte Meldungen, Pop-ups, nachgeahmte Bankseite, gesperrte Dateien, wenn Entfernung durchgeführt wird |
| Gefährlichkeitsgrad | Hoch. Gestohlene Anmeldedaten können zu Geldverlust oder Identitätsdiebstahl führen |
| Entfernung | Entfernen Sie die Bedrohung, indem Sie das Gerät im abgesicherten Modus mit FortectIntego oder MalwarebytesMalwarebytes scannen |
Das Hauptziel von Cyberkriminellen ist natürlich Geld. Nachdem das Gerät mit dem Lokibot-Virus infiziert wurde, kann dem Benutzer ein simulierter Bildschirm angezeigt werden, der mit dem des Online-Banking identisch ist. Die Opfer sind sich des Vorhandenseins von Schadsoftware nicht bewusst und geben ihre Anmeldedaten in der Imitation ihrer Bank-App ein. In der Zwischenzeit sendet der Virus alle Informationen direkt an Hacker, sodass sie die vertraulichen Daten nutzen können.
Darüber hinaus ist der Virus in der Lage, andere Apps wie Skype, Viber, WhatsApp und sogar Outlook nachzuahmen. Das bedeutet, dass alle Daten, die mit diesen gefälschten Programmen eingegeben werden, auch gestohlen werden. Es gilt daher besondere Vorsicht. Die Entfernung von Lokibot sollte oberste Priorität sein. Hierzu müssen Sie das Gerät im abgesicherten Modus starten, die Schadsoftware löschen und dann mit FortectIntego oder MalwarebytesMalwarebytes scannen, um sicherzustellen, dass alle Spuren verschwunden sind.
Zusätzlich zum Einblenden von gefälschten App-Interfaces und das Senden von Anmeldedaten an Hacker kann der Lokibot-Virus folgendes:
- Gefälschte Benachrichtigungen einblenden, die identisch mit denen der Bank aussehen;
- Smartphone vibrieren lassen, wenn die Nachrichten erscheinen;
- Browser öffnen und zu bestimmten Webseiten navigieren;
- Internetverkehr des Benutzers über einen Proxyserver umleiten;
- bösartige Spam-SMS-Nachrichten an Personen in der Kontaktliste senden;
- auf eingehende Nachrichten antworten.
Der Banktrojaner benötigt hierzu natürlich Administratorrechte, die er während der Installation erhält. Allerdings ist das den Nutzern am Anfang nicht bewusst. Selbst wenn man versucht die Adminrechte zu verweigern oder versucht Lokibot vom Gerät zu entfernen, verwandelt es sich sofort in einen Virus vom Typ Ransomware.
Übeltäter verdienten ein Vermögen durch Lösegeldzahlungen
Sobald Lokibot zu einer Erpressersoftware wechselt, startet es das Gerät neu, sperrt den Bildschirm und zeigt den Benutzern eine Meldung an, dass das Gerät gesperrt wurde, weil sie Kinderpornographie angesehen haben. Diese bildschirmsperrenden Viren tauchten erstmals 2010 auf und infizierten weltweit Millionen von Geräten (der wohl bekannteste ist der FBI-Virus).
Offensichtlich sind die Behauptungen falsch, und das Gerät ist durch einen Virus gesperrt. Um die volle Funktion zum Telefon oder Tablet zu erhalten, werden die Betroffenen gebeten, ein Lösegeld in der Kryptowährung Bitcoin zu zahlen, welches normalerweise zwischen 70 und 100 Dollar liegt und innerhalb von 48 Stunden überwiesen werden muss.
Als die Forscher den Code von Lokibot analysierten, stellten sie fest, dass die Erpressersoftware die Dateien nicht richtig sperrt. Sie verwendet eine schwache Verschlüsselung und hinterlässt Kopien von Originaldateien unter verschiedenen Namen, wodurch sie relativ einfach wiederherzustellen sind.
Leider sind sich nicht alle Benutzer dessen bewusst, und beeilen sich, das Lösegeld zu zahlen, da sie Angst haben, den Zugang zu ihrem Gerät zu verlieren. Auf diese Weise konnten die Gauner bisher über 1,5 Millionen Dollar einnehmen. Da die Lokibot-Schadsoftware im Dark Web lediglich etwa 2000 Dollar kostet, ist es sehr wahrscheinlich, dass sie weiterhin von illegalen, geldgierigen Cyberkriminellen verbreitet wird.

Schützen Sie sich vor gefährlichen Trojanern und anderer Schadsoftware
Viele Benutzer sind nicht sehr technisch versiert, und Cyberkriminelle sind schnell dabei, diese Tatsache auszunutzen. Sie nutzen verschiedene Tricks, um Opfer dazu zu bringen, Schadsoftware auf ihren Geräten zu installieren. Der Schlüssel dazu sind Informationen. Sobald Sie wissen, wie Sie sich vor Viren schützen können, müssen Sie sich nicht mehr mit dem Stress auseinandersetzen, den sie mit sich bringen können. Sicherheitsforscher raten, diese Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen:
- Klicken Sie niemals auf Links, bei denen Sie nicht wissen, ob sie sicher sind (Hinweis: Auch Nachrichten von Ihren Freunden auf sozialen Medien können bösartig sein, wie es beim Facebook-Virus der Fall ist).
- Vermeiden Sie fragwürdige Webseiten und File-Sharing-Seiten (Torrent-Seiten).
- Laden Sie Apps nur von vertrauenswürdigen Quellen wie Google Play herunter.
- Hüten Sie sich vor Spammails mit Anhängen oder Hyperlinks.
- Installieren Sie eine seriöse Sicherheitssoftware.
Lokibot-Virus entfernen und Zugangsdaten sicher aufbewahren
Wenn Ihr Gerät gesperrt wurde und Sie der Kinderpornographie beschuldigt werden, sollten Sie nicht in Panik geraten und den Lokibot-Virus vom Gerät entfernen. Die Schadsoftware lässt sich beseitigen, indem Sie in den abgesicherten Modus wechseln:
- Halten Sie die An-/Aus-Taste gedrückt – das Ausschalten-Menü sollte angezeigt werden.
- Drücken Sie dann die An-/Aus-Taste und halten Sie sie gedrückt;
- Das Menü zum Einschalten des abgesicherten Modus sollte erscheinen;
- Drücken Sie OK und warten Sie, bis das Gerät neu gestartet wird.
Nachdem Sie den abgesicherten Modus aktiviert haben, müssen Sie die infizierte App von ihren Administratorrechten befreien und die Schadsoftware entfernen.
Wenn Ihr Windows-Rechner mit dieser Cyberbedrohung infiziert ist, sollten Sie Lokibot mit folgenden Schritten entfernen. Vergessen Sie nicht, dass Sie Ihren Computer zu jeder Zeit schützen sollten. Wir empfehlen deshalb die Verwendung von Anti-Malware mit einem Echtzeitschutz.
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