Cry128 nicht länger gefährlich – Opfer können Dateien kostenlos entschlüsseln
Der Cry128-Virus ist ein Erpressungsprogramm, wovon angenommen wird, dass es der CryptON-Erpressungsprogrammfamilie angehört. Für die Verschlüsselung der Dateien macht der Virus von AES-128 Gebrauch. Er verschlüsselt hierbei alle Dateien auf dem Computer, außer denjenigen, die in den Ordnern C:\Windows und C:\Programme gespeichert sind. Die Ausnahmen dienen lediglich dem Zweck, dass das System auch weiterhin startet und läuft. Der Virus tendiert außerdem dazu die verschlüsselten Dateien mit einer Endung zu markieren, welche typischerweise aus einer ID und der Webseitenadresse der Onion-Seite besteht. Letzteres ist eine persönliche Seite für das Opfer mit Anweisungen, wie man das Lösegeld bezahlen und die verschlüsselten Dateien wiederherstellen kann. Der Virus speichert außerdem einen Erpresserbrief mit dem Dateinamen _DECRYPT_MY_FILES.txt auf dem Desktop. Wenn Sie diese Datei auf dem Computer finden, wurden Ihre Dateien vermutlich mit einer der folgenden Dateiendungen markiert. In diesem Fall sollten Sie umgehend tätig werden und Cry128 sofort entfernen.
- .fgb45ft3pqamyji7.onion.to._
- .id-_[qg6m5wo7h3id55ym.onion.to].63vc4
- .id__gebdp3k7bolalnd4.onion._
- .id__2irbar3mjvbap6gt.onion.to._

In der Regel verlangt der Virus als Lösegeld 0,388 BTC (laut dem Erpresserbrief soll dies 722 USD entsprechen, aber da der Kurs für die Währung regelmäßig schwankt, fällt das Lösegeld dementsprechend höher oder niedriger aus). Wir haben ebenfalls Versionen gesehen, die 0,13793 BTC (~200 USD) als Lösegeld angeben. Wir vermuten hier aber, dass die Verbrecher den Preis herabgesetzt haben, weil die Sicherheitsexperten von Emsisoft ein Entschlüsselungsprogramm entwickelt haben und die verschlüsselten Dateien mittlerweile kostenlos entschlüsselt werden können. Bevor Sie sich dem jedoch zuwenden, müssen Sie natürlich den Cry128-Virus zuerst entfernen. Sie können hierfür von einer Anti-Malware wie FortectIntego Gebrauch machen.
CryptOn-Ableger wird mit den üblichen Methoden verbreitet
Cry128 hat am 22. April 2017 angefangen Computernutzer anzugreifen. Hauptsächlich greift er sie über RDP (Remote Desktop Protocol) an. Er versucht hierbei das Anmeldepasswort durch Ausprobieren aller Möglichkeiten (die sogenannte Brute-Force-Methode) herauszubekommen und damit Zugriff auf die anvisierten Server zu bekommen. Wenn man sich vor solchen Angriffen schützen möchte, muss man komplexe und lange Passwörter verwenden. Wichtig ist auch, dass das normale Benutzerkonto kein Administratorkonto ist. Die meisten Computernutzer richten sich leider nur ein Administratorkonto ein, wodurch diese Art von Angriff leichter fällt, da der Anmeldename bereits bekannt ist. Empfehlenswert ist außerdem die Zwei-Faktor-Authentifizierung. Des Weiteren sollte das System rund um die Uhr mit einer aktuellen Sicherheitssoftware gesichert sein. Weitere übliche Verbreitungsmethoden bei Erpressungsprogrammen sind schädliche Spammails, Malvertising und Exploit-Kits. Diese Techniken sind etwas ausgeklügelter und werden von Profis angewandt. Erwähnenswert hier sind Cerber und Locky.

Cry128 löschen und die Dateien entschlüsseln
Es gibt keinen Grund die Entfernung von Cry128 hinauszuzögern, denn nach der Entfernung können Sie sich der Wiederherstellung der Daten widmen. Forscher haben bereits ein Entschlüsselungsprogramm für Cry128 veröffentlicht. Wir müssen allerdings darauf hinweisen, dass der Decodierer nicht für alle, aber für die meisten Versionen der Schadsoftware funktioniert. Einen Versuch ist der Decodierer auf jeden Fall wert. Bevor Sie hiermit anfangen, sollten Sie Cry128 wie unten angegeben entfernen. Für den Fall, dass Sie wieder von einem Erpressungsprogramm angegriffen werden, empfiehlt es sich dringendst nach der Entschlüsselung der Dateien ein Back-up zu machen.
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