Was ist über den Serpent-Virus bekannt?

Der Serpent-Virus ist ein neues Mitglied der Erpressungsprogrammfamilie Hades Locker und WildFire und griff dänische Computernutzer an. Der dateiverschlüsselnde Virus macht hierfür von der traditionellen Infiltrierungsmethode Spammails Gebrauch.
Die infizierte E-Mail gibt dabei vor eine Rechnung zu sein und enthält einen Link zum Herunterladen eines MS-Office-Dokuments. Willigt man dazu ein im Dokument Makros zu aktivieren, dringt das Erpressungsprogramm Serpent ins System ein und speichert sich in einem neu erstellten Ordner im Verzeichnis %AppData%. Anschließend überprüft die Schadsoftware, ob sich das Opfer in eins der Zielländer befindet. Wenn die IP-Adresse des Computernutzers offenbart, dass er von Armenien, Aserbaidschan, Belarus, Georgien, Kirgisistan, Kasachstan, Moldawien, Russland, Turkmenistan oder Tadschikistan ist, bleibt die Schadsoftware auf dem Computer, aber verschlüsselt die Dateien nicht.
Computernutzer von anderen Ländern müssen leider mit den unerfreulichen Funktionen des Erpressungsprogramms fertig werden. Nachdem die Schadsoftware die IP-Adresse überprüft hat, nimmt sie Verbindung mit ihrem C&C-Server auf und sendet folgende Daten des Opfers: IP-Adresse, Land, Hardware-ID und Kampagnen-ID. Daraufhin generiert der Server einen RSA-Schlüssel, um 876 anvisierte Dateien zu verschlüsseln.
Die Dateien werden hierbei mit den Verschlüsselungsverfahren RSA-2048 und AES-256 verschlüsselt und bekommen den Zusatz .serpent. Ohne den Entschlüsselungsschlüssel oder ein Back-up ist die Wiederherstellung der Daten nahezu unmöglich. Das Erpressungsprogramm löscht nicht nur die von Windows erstellten Schattenkopien, sondern überschreibt gelöschte Daten auch mit dem Befehlszeilenprogramm Cipher.exe.
Im Anschluss einer erfolgreichen Datenverschlüsselung, speichert der Serpent-Virus zwei Dateien auf dem Desktop:
HOW_TO_DECRYPT_YOUR_FILES_[3_beliebige_Zeichen].html
HOW_TO_DECRYPT_YOUR_FILES_[3_beliebige_Zeichen].txt.
In diesen Dateien befindet sich der Erpresserbrief, welcher die Opfer darüber informiert, dass für die Wiederherstellung der Dateien ein bestimmter Serpent-Decodierer erforderlich ist. Die Nutzung des Decodierers wird für einen Betrag von 0,75 Bitcoins angeboten. Wenn man das Geld allerdings nicht innerhalb von 7 Tagen überweist, steigt der Preis auf 2,25 Bitcoins an.
Auf der Bezahlseite geben die Entwickler ausführliche Informationen, wie die Überweisung vorgenommen werden muss. Wir möchten jedoch dringendst davon abraten mit Cyberkriminellen Geschäfte zu tätigen. Auch wenn Sie keine Back-ups von Ihren Dateien haben, empfehlen wir Serpent vom Computer zu entfernen. Das Bezahlen des Lösegelds bringt die Dateien nicht immer zurück und kann sogar zu großen Geldverlusten führen.
Sie haben die Möglichkeit andere Datenwiederherstellungsmethoden auszuprobieren, während Sie auf ein kostenloses Entschlüsselungsprogramm von Schadsoftware-Forschern warten. Beherzigen Sie unseren Rat, scannen Sie den Computer mit FortectIntego und beginnen Sie sofort die Entfernung von Serpent.

Wie verbreiten die Entwickler das Erpressungsprogramm?
Serpent wird mithilfe von Spammails und den schädlichen Anhängen verbreitet. Dänische Computernutzer erhielten eine E-Mail mit dem Betreff „Sidste påmindelse for udestående faktura 1603750”, die als letzte Erinnerung für eine ausstehende Rechnung dienen soll. Wie wir bereits erwähnt haben, ist in der Nachricht ein Downloadlink für ein Word-Dokument enthalten.
Die Schadsoftware wird ausgeführt, sobald man Makros mit dem Button „Inhalt aktivieren“ einschaltet. Möchte man eine Infizierung mit Serpent oder anderen erpresserischen Viren vermeiden, muss man bei erhaltenen E-Mails sehr vorsichtig sein. Klicken Sie nicht auf Links und laden Sie keine angehangenen Dokumente herunter. Wie Sie sehen, können selbst sicher aussehende Dateien gefährliche Viren verbergen.
Leitfaden für die Entfernung von Serpent
Nach einer Infizierung mit einem Erpressungsprogramm denken viele Computernutzer über die Datenwiederherstellung nach. Allerdings ist dies der zweite Schritt. So lange sich die Schadsoftware im Computer befindet, ist jeder Versuch die Daten zu retten vergebens. Serpent muss also erst entfernt werden. Sie sollten hierfür starke Antivirenprogramme wie FortectIntego, SpyHunterCombo Cleaner oder MalwarebytesMalwarebytes nutzen.
Installieren Sie eins der Programme, aktualisieren Sie es und führen Sie einen vollständigen Systemscan durch. Wenn die Schadsoftware das Programm blockiert oder die Installation verhindert, navigieren Sie zu der unten aufgeführten Anleitung. Sie finden dort zwei Methoden, wie Sie wieder auf Sicherheitsanwendungen zugreifen und Serpent entfernen können. Die Entfernung des Virus stellt bedauerlicherweise nicht die verschlüsselten Daten wieder her.
Unser Team hat hierfür aber ebenfalls einige Vorschläge, die hoffentlich ein paar Dateien retten können.
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