Was weiß man über die neueste Version von WildFire?
WildFire Locker (oder WildFire) ist ein gefährliches Erpressungsprogramm, das mithilfe des Botnetz Kelihos verbreitet wird. Die hinter dem Virus steckenden russischen Hacker nutzen das Botnetz, um immense Mengen von Spam zu versenden, welche eine infizierte Word-Datei im Anhang enthalten. In der Word-Datei wird man dazu aufgefordert Makros zu aktivieren, worauf man jedoch nicht hereinfallen sollte, da dann WildFire ausgeführt wird. Sobald das Programm aktiv wird, verbindet es sich mit seinem C&C-Server und fragt eine einzigartige Benutzer-ID und Passwort an. Dieses Hauptmerkmal von WildFire ist bei anderen Varianten von Erpressungsprogrammen nicht bekannt. Nachdem der Server die ID und das Passwort übertragen hat, fängt das Programm an die Dateien des Opfers zu verschlüsseln. Für die Verschlüsselung wird AES-256 CBC, ein fortschrittlicher Algorithmus, verwendet, was die Entschlüsselung verkompliziert. Zudem wird an jeder Datei .wflx angehangen und mehrere Dateien mit einem Erpresserbrief namens HOW_TO_UNLOCK_FILES_README_[rev iddes Betroffenen].txt erstellt.
Der Erpresserbrief beginnt mit der Überschrift “All your files have been encrypted by WildFire Locker”, gefolgt von Informationen über die Verschlüsselungsart und wie man die Daten wieder entschlüsseln kann. Bedauerlicherweise ist die einzige Lösung die Bezahlung des Lösegelds oder wie die Cyberkriminellen gerne sagen: Kaufen Sie ein Entschlüsselungspasswort für 299 Euro/Dollar. Die Verbrecher teilen ebenfalls mit, dass man das Lösegeld so schnell wie möglich bezahlen sollte, da sich der Preis ansonsten auf 999 Euro/Dollar erhöht. In der Lösegeldforderung von WildFire sind ferner Links für die Bezahlseite enthalten, wo man erfährt wie man Bitcoins kaufen, den Bezahlstatus einsehen und zwei Dateien kostenlos entschlüsseln kann. Die kostenlose Entschlüsselung von zwei Dateien dient hauptsächlich dazu zu beweisen, dass man die Dateien entschlüsseln kann und die Gauner den Entschlüsselungsschlüssel im Besitz haben. Wenn Sie das Lösegeld bezahlen möchten, wollen wir Sie darauf hinweisen, dass Sie damit Cyberkriminelle zum Erfolg verhelfen und deren zukünftigen Projekte finanzieren. Unserer Erfahrung nach wird auch nach der Bezahlung kein Entschlüsselungsprogramm ausgehändigt. Sie sollten sich daher lieber um die Entfernung von WildFire kümmern.
Interessant an der Bezahlseite von WildFire ist, dass dort Kontakt mit den Kriminellen aufgenommen werden kann und man eine Antwort innerhalb von 24 Stunden erhalten soll. Wir möchten Sie aber jetzt schon davor warnen, dass die Gauner kein Mitleid haben und den Preis sicherlich nicht reduzieren werden. Verhandlungen sind also überflüssig. Wenn der Virus Ihre Dateien verschlüsselt hat, müssen Sie sich entscheiden, ob Sie das Lösegeld bezahlen möchten oder nicht. Wir raten auf jeden Fall davon ab das Lösegeld zu bezahlen. Wenn Ihnen die Dateien 300 Euro wert sind, können Sie natürlich versuchen den Entschlüsselungsschlüssel zu erwerben. Bedenken Sie aber auch, dass es reine Geldverschwendung sein könnte. Zudem müssen Sie noch berücksichtigen, dass die Entfernung von WildFire eine unvorstellbare komplizierte Aufgabe ist. Wir empfehlen daher von einer Anti-Malware Gebrauch zu machen, wie zum Beispiel FortectIntego.
Wie verhindert man eine Infizierung mit dem Virus?
Diverse Varianten von Erpressungsprogrammen, einschließlich WildFire, können durch Exploit-Kits, Spammails, Malvertising und Drive-by-Downloads übertragen werden. Sie können den Computer vor den schädlichen Infizierungen schützen, indem Sie mehrere Schutzschichten nutzen:
- Installieren Sie eine leistungsstarke Anti-Malware und installieren Sie die Updates sofort nach der Veröffentlichung.
- Aktualisieren Sie außerdem alle Ihre Programme regelmäßig. Wenn Sie sich nicht darum sorgen möchten, aktivieren Sie einfach die automatischen Updates.
- Öffnen Sie keine E-Mails von bedenklichen oder unbekannten Absendern. Klicken Sie auch nicht auf in E-Mails enthaltene Links oder suspekten Anhänge.
- Sichern Sie Ihre Dateien. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie in diesem Artikel – Warum sollte ich Back-ups erstellen?
Wenn Sie den Virus entfernen möchten, aber die Anti-Malware blockiert wird, befolgen Sie am besten die Anweisungen in unserer Entfernungsanleitung für WildFire Locker. Die Anleitung finden Sie unterhalb des Artikels.
Entfernungsanleitung für WildFire Locker
Gefährliche Viren wie WildFire sind typischerweise so programmiert, dass sie den Nutzer davon abhalten Anti-Malware auszuführen. Wenn Sie es mit einer der ersten Versionen der Bedrohung zu tun haben, sollten Sie den Computer mit FortectIntego oder MalwarebytesMalwarebytes scannen können, welche beide großartige Resultate in Sachen Erpressungsprogramme gezeigt haben. Wenn Sie die Programme nicht starten können, können Sie mit den unten aufgeführten Anweisungen den Virus zeitweise deaktivieren und eine Anti-Malware starten. Führen Sie die Anweisungen sorgfältig aus, damit Sie den Virus beseitigen können. Die Dateien können Sie mithilfe von einem Back-up oder mit folgenden Optionen wiederherstellen:
1. Die wichtigsten Dateien mit der Vorgängerfunktion von Windows wiederherstellen
Wenn die von WildFire verschlüsselten Daten nicht besonders wichtig sind und sie nur einzelne Dateien brauchen, können Sie versuchen sie mit Windows wiederherzustellen. Beachten Sie aber, dass diese Methode nur funktioniert, wenn Sie auf dem Computer die Systemwiederherstellung aktiviert haben. Falls sie aktiviert ist, führen Sie diese Schritte aus:
- Gehen Sie zu der verschlüsselten Datei und führen Sie einen Rechtsklick darauf aus.
- Wählen Sie „Eigenschaften“ und gehen Sie zum Reiter „Vorgängerversionen“.
- Wählen Sie von den verfügbaren Kopien unter „Dateiversionen“ die gewünschte aus und klicken Sie auf „Wiederherstellen“.
2. Dateien mit ShadowExplorer wiederherstellen
Wenn Sie das Erpressungsprogramm erfolgreich entfernt haben und die Volumeschattenkopien der betroffenen Dateien nicht entfernt worden sind, können Sie die verschlüsselten Daten mit ShadowExplorer wiederherstellen:
- Laden Sie ShadowExplorer (http://shadowexplorer.com/) herunter.
- Folgen Sie den Anweisungen in dem Einrichtungsassistenten und installieren Sie die Anwendung auf dem Computer.
- Starten Sie das Programm und wählen Sie oben links im Menü die Festplatte mit den verschlüsselten Daten aus. Kontrollieren Sie, welche Ordner vorhanden sind.
- Führen Sie auf den Ordner, den Sie wiederherstellen möchten, einen Rechtsklick aus und wählen Sie „Export“. Sie können auch den Wiederherstellungsort festlegen.
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