Jigsaw verschlüsselt Dateien und löschtsie nach und nach

Eine weitere Variante eines Erpressungsprogramms wurde neulich veröffentlicht, der Jigsaw-Virus. Die Bedrohung ist auch als .Fun-Virus und viele weitere Namen bekannt, da in 2016 mehrere Versionen herausgebracht wurden. Die Funktionsweise der Schadsoftware ähnelt der von den Viren Locky, CryptXXX, TeslaCrypt und Cerber und die ursprünglichen Eigenschaften sind sogar gleich.
Jigsaw gelangt heimlich in den Computer, durchsucht das System nach Dateien und verschlüsselt sie nach dem AES-Verfahren. Genau wie bei anderen erpresserischen Viren bekommt man auch hier den Entschlüsselungsschlüssel so lange nicht bis man das Lösegeld bezahlt.
Während andere Erpressungsprogramme allerdings nur damit drohen die gesperrten Dateien zu löschen, geht Jigsaw dieser Drohung nach. Sobald der Virus die Dateien verschlüsselt, gibt er seine Opfer 60 Minuten Zeit, um das Geld zu bezahlen. Wenn die Überweisung nicht innerhalb der Stunde getätigt wird, wird eine Datei vom Computer gelöscht.
Eine viel härtere Strafe erwartet diejenigen, die versuchen den Virus zu entfernen oder den Computer neu zu starten. Solche Aktionen sollen zum Verlust von tausenden von Dateien führen. Der Druck den Computer nicht ausschalten zu können und der Countdown auf dem Bildschirm bringt Betroffene dazu das Lösegeld zu bezahlen. Natürlich in Bitcoins.
Obwohl der Virus ziemlich furchteinflößend ist, ist es möglich ihn vom Computer zu entfernen und selbst die Dateien zu entsperren. Die Praxis zeigt allerdings, dass selbst die ausgeklügeltsten Antivirenprogramme wie FortectIntego bei der Entfernung von schädlichen Programmen wie Jigsaw Probleme haben können.
Wir stellen aus diesem Grund einige Tipps bereit, wie Sie den Virus manuell vom Computer entfernen oder zumindest seine Funktionen so einschränken können, sodass das Antivirenprogramm den Rest erledigen kann.

Wenn Sie noch nicht wegen ihrer Dateien unter Zeitdruck stehen, haben wir noch einige weitere Informationen, die Sie eventuell von Interesse finden. Wenn Jigsaw den Computer zunächst infiltriert, gibt es normalerweise keine Anzeichen auf listige Aktivitäten, die auf dem Computer ausgeführt werden. Geringe Systemverlangsamungen und Fehler könnten den Virus entlarven, aber es ist sehr schwer den Virus im Betrieb zu sehen.
Betroffene erfahren gewöhnlich von dem Eindringling nur, wenn die Dateien bereits verschlüsselt worden sind und auf dem Desktop die Lösegeldforderung mit der berühmten Maske vom Film Saw aufgetaucht ist. In der Lösegeldforderung wird die derzeitige Situation erklärt und die Bezahlung von 150 USD (zurzeit ungefähr 130 Euro) verlangt.
Ferner wird dort die bereits erwähnte Frist für die Überweisung gesetzt. Wir raten davon ab die Anweisungen zu befolgen, da man damit nicht nur die Dateien aufs Spiel setzt, sondern auch noch sein Geld.
Varianten von der Schadsoftware Jigsaw:
Payransom. Die Schadsoftware macht von der AES-Verschlüsselung Gebrauch, um die Daten von ihren Opfern unbrauchbar zu machen und verlangt für die Entschlüsselungssoftware 150 USD.
Wie bei der Ursprungsversion von Jigsaw, werden hier bis zur Bezahlung stündlich ein Teil der Dateien gelöscht. Der drohende Erpresserbrief von Payransom gibt bekannt, dass sich das geforderte Lösegeld nach 24 Stunden verdoppelt und nach 48 Stunden verdreifacht.
Wenn Sie nicht Ihre Dateien verlieren möchten, sollten Sie Payransom umgehend entfernen. Auf diese Weise sind die Daten zwar verschlüsselt, aber wenigstens nicht gelöscht. Es könnte sich schließlich eine Möglichkeit ergeben, wo man sie später wiederherstellen kann. Bedauerlicherweise gibt es noch kein Entschlüsselungsprogramm für Payransom.
Payms. Das Erpressungsprogramm wurde auf Basis des Codes von Jigsaw entwickelt. Die Viren verhalten sich daher sehr ähnlich. Bei Payms wird der gleiche Betrag 150 USD verlangt. Wenn man aber das Lösegeld nicht innerhalb 24 Stunden bezahlt, erhöht sich der Betrag „nur“ auf 225 USD.
Die Schadsoftware fügt außerdem zu den infizierten Dateien die Endung .pay, .payms oder .paymst hinzu. Um wieder an die Dateien zu gelangen, ist die Bezahlung des Lösegelds glücklicherweise nicht notwendig. Man kann sie einfach mithilfe von diesem Entschlüsselungsprogramm wiederherstellen. Bevor Sie davon Gebrauch machen, sollten Sie den Virus natürlich zuerst vom Computer entfernen.
CryptoHitman. Eine weitere Variante von Jigsaw und ein abscheulicher Virus, der sowohl zu Hause als auch auf der Arbeit für Probleme sorgen kann. Der fiese Virus sticht unter den Erpressungsprogrammen hervor, weil er den Desktop-Hintergrund mit pornografischen Bildern ersetzt und zu den verschlüsselten Dateien .porno anhängt.
Glücklicherweise muss man aber auch hier nicht das von CryptoHitman geforderte Lösegeld bezahlen, denn es gibt bereits ein kostenloses Entschlüsselungsprogramm. Das Programm können Sie hier herunterladen. Wenn Sie dieser Bedrohung zum Opfer gefallen sind, entfernen Sie sie mit einer leistungsstarken Anti-Malware und entschlüsseln die Dateien anschließend mit dem zuvor erwähnten Entschlüsselungsprogramm.
We Are Anonymous. „We are Anonymous. We Are Legion. We do not forget. We do not forgive. Expect us.“ Mit diesem Motto werden die Opfer begrüßt, nachdem alle Dateien auf dem befallenen Computer verschlüsselt worden sind. Die neueste Variante von Jigsaw verschlüsselt die Dateien nach AES und fügt zu jeder Datei die Endung .xyz hinzu.
Die Betroffenen werden außerdem dazu angehalten an die angegebene Bitcoin-Adresse 250 USD zu überweisen, wenn sie das Entschlüsselungsprogramm erhalten möchten. Die Dateien können zum Glück auch kostenfrei entschlüsselt werden und zwar mit diesem Entschlüsselungsprogramm. Wie üblich sollten Sie nicht vergessen das Erpressungsprogramm zu entfernen, bevor Sie mit der Entschlüsselung der Dateien beginnen.
Wie kann das Erpressungsprogramm den Computer infiltrieren und die Dateien sperren?
Es ist noch nicht bekannt, wie sich Jigsaw tatsächlich verbreitet. Hinsichtlich anderer Viren dieser Art lässt sich jedoch vermuten, dass die Infiltrierung durch infizierte Spammailanhänge oder Trojanern geschieht. Sie müssen daher beim Surfen im Internet besonders vorsichtig sein.
Klicken Sie nicht auf irgendwelche Links, Anzeigen und unnötige Softwareupdates. Selbst hinter normal aussehenden Anzeigen kann sich ein Trojaner verbergen. Versuchen Sie außerdem Ihre Software ausschließlich von sicheren Quellen herunterzuladen und kontrollieren Sie immer, ob die heruntergeladene Anwendung frei von zusätzlicher Software ist.
In Bezug auf E-Mails sollten Sie natürlich vom Spamordner fernbleiben, da jeder verdächtige Schriftverkehr in diesen Ordner verschoben wird. Trotzdem kann es passieren, dass manche gefährlichen Programme durch den Filter vom Anbieter sickern und im normalen Posteingang landen.
Die beste Lösung für solche Fälle ist ein zuverlässiges Antivirenprogramm auf dem System, das gegen unerwünschte Programme wie den Jigsaw-Virus schützt.
Wie kann man den Jigsaw-Virus vom Computer entfernen und die Dateien wiederherstellen?
Wie bereits erwähnt, ist die Entfernung von Jigsaw möglich und selbst die Dateien lassen sich zum Glück wiederherstellen. Sicherheitsexperten haben festgestellt, dass die gesperrten Dateien nicht unbedingt freigekauft werden müssen und haben ein kostenloses Programm erstellt.
Als Erstes müssen Sie dafür den Task-Manager öffnen und die Prozesse firefox.exe und drpbx.exe beenden. Damit sollte sichergestellt sein, dass keine weiteren Dateien mehr vom Computer gelöscht werden. Gehen Sie dann zur MSConfig und sorgen Sie dafür, dass firefox.exe, das den Virus startet, nicht mehr beim Systemstart ausgeführt wird.
Sobald Sie dem Virus die Ausführung beim Systemstart unterbunden haben, können Sie vom Jigsaw Decrypter Gebrauch machen, um die Dateien zu entsperren. Vergessen Sie aber nicht anschließend einen Systemscan durchzuführen, um sicherzugehen, dass alle Virenkomponenten vollständig vom Computer beseitigt worden sind. Mit diesen und den weiter unten aufgeführten Schritten sollte sich der heimtückische Virus sicher und ohne Schaden entfernen lassen.
Hat diese Anleitung geholfen?
Schreiben Sie den ersten Kommentar