PetrWrap nutzt Code von Petya und lässt dessen Ersteller leer ausgehen

Der PetrWrap-Virus ist eine modifizierte Variante der Erpressersoftware Petya und arbeitet unabhängig von seinem Ursprungsprogramm. Experten bezeichnen PetrWrap daher auch als „unberechtigten“ Nachfolger des Virus. Er basiert lediglich auf dem Quellcode von Petya und gehört nicht offiziell zu der Ransomware-as-a-Service-Kampagne. Das bedeutet, dass die Ersteller von PetrWrap den Gewinn nicht mit den Entwicklern von Petya teilen. Möglich gemacht haben sie das Ganze, indem sie den ursprünglichen ECDH-Algorithmus mit einem anderen ersetzt haben, wodurch sie private und öffentliche Schlüssel außerhalb des RaaS-Systems generieren konnten.
Virenanalytiker bezeichnen diese Art von Ausbeutung als „Wrapping“ (aus dem Englischen von wrap, zu Deutsch einwickeln/umwickeln), woher auch der Name des Virus kommt. Janus Cybercrime Solutions, welches sich selbst als Hauptadministrator von Petya-RaaS proklamiert, sollte darüber zweifellos verärgert sein. Allerdings gibt es nichts, was sie hiergegen machen könnten.
Und das gleiche gilt leider auch für Opfer von PetrWrap.
Sobald der Virus einmal den Computer infiziert, werden die darauf befindlichen Dateien einem komplexen Verschlüsselungsverfahren unterzogen, welcher nahezu unmöglich rückgängig zu machen ist. Natürlich können Betroffene den Forderungen der Erpresser nachgeben und den speziellen Entschlüsselungsschlüssel erwerben. Allerdings ist das immer noch keine Garantie, dass die Daten freigegeben werden.
Kriminelle sind unberechenbar. Sie können sich also einfach aus dem Staub machen ohne eine Entschlüsselungssoftware bereitzustellen. Aus diesem Grund ist es auch immer ratsam von jeglichen kriminellen Geschäften fernzubleiben und PetrWrap umgehend vom Computer zu entfernen. Obwohl Erpressungsprogramme sehr komplexe Viren sind, kann man den Computer dennoch mit anständigen Antivirenprogrammen wie FortectIntego o.Ä. in Ordnung bringen.
Für einige Zeit ist die Verbreitung von PetrWrap sehr moderat verlaufen und viele haben die Bedrohung wahrscheinlich völlig vergessen. Die Ersteller des Virus haben jedoch keine Pläne PetrWrap in Vergessenheit geraten zu lassen.
Der Virus ist erneut ins Rampenlicht getreten als eine Reihe von Erpressungsprogrammen, vermutlich mit PetrWrap oder anderen Petya-Virenversionen verwandt, angefangen haben in Europa, den Vereinigten Staaten und anderen Kontinenten der Welt zu wüten.
Es wurden bisher Infizierungen von 2000PCs bestätigt, aber es wird erwartet, dass sich die Zahl erheblich steigen wird.

Die Erpressersoftware PetrWrap sieht für Forscher wie ein aus mehreren Viren zusammengestelltes Puzzle aus. Es sind also nicht nur die Entwickler von Petya, die ausgebeutet werden. Hinsichtlich der Verbreitung der Schadsoftware geht der Virus wie bei Samas vor und dringt über anfällige RDP-Netzwerke mit roher Gewalt in den Computer ein, um dann den Virus auf das System loszulassen. Hierfür wird das Tool PsExec verwendet.
Trotzdem ist es möglich, dass die Infiltrierung auch auf anderen Wegen durchgeführt wird, aber hierzu später mehr. Der erste Eindruck dieser hybriden Erpressersoftware vermittelt, dass sie keiner bestimmten Virenfamilie angehört. Die Hacker haben im Erpresserbrief den roten Schädel von Petya weggelassen und haben sich für einen schwarzen Hintergrund mit weißer Schrift entschieden.
Interessant ist, dass der Virus zuerst 1,5 Stunden „schläft“, bevor er die Verschlüsselung beginnt und den Erpresserbrief anzeigt. Nachdem der Virus aktiviert wurde, überschreibt er das MBR, um beim Computerstart ausgeführt zu werden. Der Virus scheint keine Endung zu den verschlüsselten Dateien hinzuzufügen, aber hinterlässt sie trotzdem in einem unleserlichen Zustand. Nach der Entfernung von PetrWrap wird man sich demzufolge der Herausforderung der Datenwiederherstellung stellen müssen. Werfen Sie hierfür einen Blick auf die Vorschläge unserer Experten am Ende des Artikels.
Die grundlegende Vorgehensweise bei einem Angriff durch Erpressersoftware
Wir haben bereits erwähnt, dass PetrWrap auf brachiale Weise seinen Weg in den Computer bahnt und das nicht ohne Grund. Der Virus ist keine weitverbreitete Bedrohung wie Osiris oder Cerber, sondern er konzentriert seine Angriffe auf bestimmte Organisationen und Firmen. Die Hacker müssen daher flexibel bleiben und ihre Infiltrierungsmethoden der Situation anpassen. Trotzdem kann aber auch das gute alte E-Mail-Spoofing für die Infizierung von Firmencomputern verwendet werden.
Angreifer können mit PetrWrap verseuchte E-Mails an Firmenmitarbeitern senden und auf diese Weise in die Netzwerke eindringen. Aus diesem Grund ist es äußerst wichtig, dass man potenziell schädliche E-Mails erkennen kann und sie meidet.
PetrWrap sicher entfernen
Wenn Sie an dieser Stelle im Artikel angelangt sind, wollen Sie den PetrWrap-Virus sicherlich so schnell wie möglich beseitigen. Wir möchten daher ohne langes Federlesen die besten Optionen vorstellen. Vergessen Sie nicht, dass die Entfernung von PetrWrap nur erfolgreich verlaufen wird, wenn Sie ein zuverlässiges Antivirenprogramm installieren und damit die Festplatte scannen.
Sie können hierfür offensichtlich Ihr bereits vorhandenes Antivirenprogramm verwenden. Stellen Sie nur sicher, dass Sie eine legale und aktuelle Version der Software haben. Zu beachten gilt außerdem, dass Erpressungsprogramme sich gegen die Entfernung wehren und versuchen das Antivirenprogramm zu blockieren. Ein Workaround für das Problem finden Sie weiter unten.
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