Analyse vom Erpressungsprogramm Samas
Der Samas-Virus (auch bekannt als Samas DR) ist eins der hartnäckigsten Erpressungsprogramme auf dem Markt. Der Schädling ist seit 2014 im Umlauf und hat sich im vergangenen Jahr über 400.000 Euro von nichtsahnenden Computernutzern in Nordamerika und Europa erschwindelt. Das Programm hatte bis zu diesem Zeitpunkt natürlich einen weiten Weg und vom rein technischen Aspekt war dies sogar interessant mitzuverfolgen. Experten konnten dadurch mehr über die Vorgehensweise und die Entwicklung des Erpressungsprogramms erfahren. In diesem Artikel geben wir einen Überblick über die wesentlichen Evolutionsphasen von Samas und geben Tipps, wie man verhindert, dass der Virus auf dem Computer auftaucht. Wenn Sie auf unseren Artikel gestoßen sind, weil Sie auf der Suche nach Hinweisen für die Entfernung sind, sind Sie hier ebenfalls richtig. Am Ende des Artikels finden Sie für eine sichere Virenentfernung die Empfehlungen unserer Experten. Beachten Sie, dass die Empfehlungen nur die Virenentfernung erleichtern sollen. Der Prozess selbst sollte ausschließlich mit einer spezialisierten Antivirensoftware durchgeführt werden, wie bspw. Reimage.

Die meisten von Ihnen wissen wahrscheinlich bereits, was ein Erpressungsprogramm ist. Für diejenigen, die es noch nicht wissen: Ein Erpressungsprogramm ist ein Computervirus, welcher die persönlichen Daten als Geisel nimmt. Dies entweder mit einer Bildschirmsperre oder mit der Verschlüsselung der Dateien. Samas gehört zu der letzten Gruppe; und zwar den sogenannten Krypto-Erpressungsprogrammen. Der Virus macht die Dateien unzugänglich, indem er sie mit einem Verschlüsselungsverfahren militärischen Niveaus namens RSA-2048 verschlüsselt und dann am Ende der Dateinamen encrypted.RSA anhängt. Spätere Versionen des Virus nutzen auch andere Endungen, wie unter anderem .iloveworld, .helpmeencedfile, .whereisyourfiles, weareyourfriends, .theworldisyours und .whereisyourfiles. Sobald die Datenverschlüsselung fertiggestellt ist, speichert der Virus die Datei PLEASE_READ_FOR_DECRYPT_FILES_{ID des Opfers} auf dem Computer, worin man aufgefordert wird für den Entschlüsselungsschlüssel ein Lösegeld zu bezahlen. Die Entscheidung, ob die Dateien das Lösegeld wert sind oder nicht, ist den Opfern überlassen. Experten raten allerdings die Entfernung von Samas an.
Im Anbetracht der verschiedenen Versionen von Samas möchten wir noch anmerken, dass obwohl die Wurzeln von Samas bereits in 2014 entstanden waren, der Virus seine ausgeprägte Form erst im März 2016 erreicht hat. Nichtsdestotrotz zählen Experten nun etwa 60 verschiedene Varianten des Virus, wovon die meisten für bestimmte Institutionen oder Aktionen erstellt worden waren. Samas ist in der Hinsicht, dass es individuelle Opfer angreift und nicht zufällige Heimanwender eher untypisch. Die Hacker sind sich darüber im Klaren, dass öffentliche Institutionen, einschließlich Kliniken und Vollzugsbehörden, ebenfalls angriffsanfällig sind und diese sogar häufig bereitwilliger sind zu zahlen, da sie große Mengen an Dokumenten und Kundendaten zu schützen haben. Die Attacken sind natürlich nicht immer erfolgreich, denn die meisten modernen Institutionen sichern ihre Daten und speichern sie abseits, an einem sicheren Ort außerhalb der Reichweite von Hackern. Für den Fall einer Zahlung haben die Hacker allerdings alles vorbereitet. Sie erstellen ein Bitcoin-Konto für anonyme Transaktionen und verweisen darauf in dem Erpresserbrief hin. Bisher wurden 19 verschiedene Bitcoin-Wallets mit Samas in Verbindung gebracht.
Wie schleusen die Hacker das Erpressungsprogramm auf dem Computer ein?
Das Erpressungsprogramm Samas ist eine komplexe Cyberinfizierung, die für jeden Angriff angepasst und entsprechend modifiziert wird. Die Entwickler wechseln regelmäßig das Arbeitsverzeichnis, den Viren-Dropper und denken sich neue Wege aus, um die Schadsoftware-Infiltrierung leichter zu machen. Der Virus nutzt im Augenblick Penetrationstest, um anfällige Netzwerke zu lokalisieren und sie mithilfe des Tunneling-Tools reGeorg zu hacken. Andere Versionen des Virus können außerdem von Datenklau-Software Gebrauch machen, um Anmeldedaten zu stehlen, Administratorrechte zu bekommen und den Virus auf dem Computer zu installieren. Solche Angriffe sind unberechenbar und daher so erfolgreich, wenn sie ihre Opfer unvorbereitet erwischen. Das Risiko auf solche Angriffe lässt sich glücklicherweise ziemlich leicht mindern, indem man die Zwei-Faktor-Authentifizierung einstellt, Software aktuell hält, Makros in allen Microsoft-Office-Dokumenten deaktiviert und lernt, wie man gespoofte E-Mails und Phishing-Mails erkennt.
Die Entfernung von Samas: Nicht in Panik geraten und tätig werden
Zwar ist es möglich den Samas-Virus manuell zu entfernen, aber die Prozedur ist langwierig und riskant. Der Virus kann sich gut tarnen und seine Komponenten auf dem ganzen Computer verteilen, sodass es bei der manuellen Entfernung sehr wahrscheinlich ist, dass man schädliche Elemente übersieht. Die Entfernung von Samas sollte also einer professionellen Anti-Malware überlassen werden, die das System vollständig scannt und gefährliche Komponenten automatisch beseitigt.
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