Der Bart-Virus, eine neue Variante von Erpressungsprogramm
Das Erpressungsprogramm Bart ist ein dateiverschlüsselnder Virus und scheint von den Entwicklern von Locky erstellt worden zu sein. Der Virus wird wie bei Locky mit einer JS-Datei verbreitet und nutzt die Schadsoftware RockLoader, um die infizierten Dateien heimlich auf dem kompromittierten Computer herunterzuladen und zu installieren. Dem Bart-Virus ist es außerdem möglich ohne eine Internetverbindung zu arbeiten und Dateien unzugänglich zu machen. Der Virus kann demzufolge nicht aufgehalten werden, indem man die Verbindung mit dem Netzwerk deaktiviert. Er kommuniziert nicht mit einem Botnetz und überträgt auch keinen einzigartigen Entschlüsselungsschlüssel, sondern führt die Verschlüsselung vor Ort durch und nutzt eine etwas andere Methode, um die Dateien unzugänglich zu machen. Statt sie mit den Verschlüsselungsverfahren RSA oder AES zu verschlüsseln, speichert Bart die Dateien jeweils in einem ZIP-Archiv und schützt sie mit einem Passwort. Anschließend hängt er noch die Endung .bart zu den Dateinamen an, woher auch der Name des Erpressungsprogramms stammt. Der Name einer archivierten Datei sieht dann wie folgt aus: beispiel.txt.bart.zip.
Anmerkung: Wir haben festgestellt, dass die Computerbedrohung zuerst die Spracheinstellungen überprüft, bevor sie mit der Verschlüsselung beginnt. Ist die Standardsprache russisch, ukrainisch oder belarussisch, stoppt der Virus und deinstalliert sich selbst.

Es ist unwahrscheinlich, dass der Virus irgendwelche Dateien unverschlüsselt lässt, da er mehr als 160 verschiedene Dateitypen kennt. Alle Dateien dieser Dateitypen werden dann auf dem Computer verschlüsselt, einschließlich von Dokumenten, Fotos, Audiodateien, Videos und vielen mehr. Wie jeder andere erpresserische Virus, hinterlegt auch Bart eine Lösegeldforderung, welche als recover.txt benannt ist. Der Text wird sogar in verschiedenen Sprachen angeboten, unter anderem französisch, spanisch, deutsch und italienisch. Ferner wird der Desktop-Hintergrund mit dem Bild recover.bmp ersetzt, welches identisch mit dem vom Locky-Virus ist. Im Erpresserbrief wird der Betroffene auf eine Bezahlseite, die nur mit dem Tor-Browser erreichbar ist, verwiesen. Auf der Bezahlseite wird für 3 Bitcoins der Bart Decryptor angeboten, eine unglaublich hohe Summe von fast 1800 Euro. Hinsichtlich der Bezahlseite ist außerdem erwähnenswert, dass sie der vom Locky Decryptor sehr ähnlich sieht. Wir raten davon ab das Lösegeld zu bezahlen, da immerhin die Möglichkeit besteht, dass die Betrüger das Passwort für die Archive nicht herausrücken. Unser Ratschlag wäre daher den Bart-Virus so schnell wie möglich zu entfernen. Am besten mit einer Anti-Malware wie FortectIntego.
Wie entschlüsselt man die .bart.zip-Dateien?
Bedauerlicherweise ist Bart ein außergewöhnlich listiges Erpressungsprogramm. Schließlich wissen die Entwickler von Locky, was sie tun und haben bereits eins der erfolgreichsten unknackbaren Computerviren in der Geschichte der Schadsoftware entwickelt. Der neue Virus ist vermutlich genauso solide wie der Vorgänger. Es ist daher unwahrscheinlich, dass Cybersicherheitsexperten in absehbarer Zeit eine Entschlüsselungssoftware erstellen. Der einzige Weg ist daher wie immer die verlorenen Dateien mit einem Back-up wiederherzustellen. Leider sorgen sich nur die wenigsten rechtzeitig darum. Wenn Sie keine Back-ups angefertigt haben, aber Sie nun lernen möchten wie, lesen Sie sich bitte diesen Artikel durch – Wie sichere ich meine Dateien? Wenn Sie ein Back-up gemacht haben, sollten Sie zuerst den Virus entfernen und anschließend das Speichergerät mit dem Computer verbinden, um die Dateien zu importieren.
Wie verbreitet sich der Bart-Virus?
Der Virus wird durch schädliche E-Mails verbreitet, die im Anhang eine .zip-Datei befördern. Die Verfasser des Erpressungsprogramms versenden typischerweise E-Mails mit dem Betreff Photos. Die in der schädlichen E-Mail angehangen Dateien sind mit image.zip, picture.zip, photos.zip und Ähnliches benannt. In diesen Archiven ist JavaScript-Code enthalten und wenn er ausgeführt wird, wird umgehend die Schadsoftware RockLoader heruntergeladen und installiert, welche als zwischengeschalteter Lader agiert. RockLoader lädt den Bart-Virus herunter und führt ihn dann aus. Am einfachsten lässt sich eine Infizierung mit Erpressungsprogrammen verhindern, indem man von verdächtigen E-Mails von unbekannten Absendern und Firmen fernbleibt und natürlich den Computer mit einer Anti-Malware ausrüstet.
Entfernungsanleitung für Bart
Bitte bedenken Sie, dass der Bart-Virus extrem gefährlich ist und er sich nicht so einfach manuell beseitigen lässt, wenn man kein sachkundiger IT-Experte ist. Wie bereits gesagt, macht der Virus auch von der Schadsoftware RockLoader Gebrauch, die ebenfalls mit allen ihren Komponenten entfernt werden muss. Die beste Lösung wäre daher mit einer leistungsstarken Anti-Malware einen Systemscan durchzuführen. Der Bart-Virus wird leider zweifellos versuchen seine Entfernung zu verhindern, weshalb unser DieViren-Team eine Anleitung vorbereitet hat, wie Sie dennoch ihn dennoch erfolgreich entfernen können. Die Anleitung finden Sie im Folgenden:
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