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  • Geprüft · Apr. 2021

Magniber-ErpressersoftwareRichtig entfernen?

Eine Schritt-für-Schritt-Entfernungsanleitung für betroffene Geräte. Folgen Sie dem geprüften Verfahren unten — die meisten Leser sind in unter 10 Minuten fertig.

Alice Woods · Liebt es Nutzer über die Prävention von Viren aufzuklären

Magniber – eine gefährliche Erpressersoftware kehrt zurück mit einer stärkeren Version, um koreanische PC-Nutzer zu infizieren

The image reflecting Magniber payment site

Magniber ist ein gefährlicher Kryptovirus, der erstmals im Oktober 2017 auftauchte. Sein Name ist eine Kombination aus Magnitude (Ransomware wird mit dem Exploit-Kit Magnitude verbreitet) und Cerber. Die Schadsoftware nutzt zum Sperren der Daten AES-128 und markiert sie mit einer aus 5 bis 9 Buchstaben bestehenden Erweiterung. Anschließend verlangt sie ein Lösegeld in Höhe von 0,2 BTC, das sich später auf 0,4 BTC verdoppelt. Obwohl es südkoreanischen Cybersicherheitsforschern gelungen ist, für die meisten Varianten des Magniber-Virus einen Entschlüsseler zu entwickeln, kehrte er im Juli 2018 mit neuen Verschleierungstechniken zurück. Er richtet sich zwar ausschließlich an koreanische Benutzer, aber sein Spektrum wurde dennoch um die Fähigkeit erweitert, Dateien von chinesischen und malaysischen Opfern zu verschlüsseln. Die Ransomware markiert die Dateien mit der Endung .dyaaghemy und ist zum Zeitpunkt der Erstellung des Artikels nicht entschlüsselbar.

Überblick
Name Magniber-Ransomware
Typ Kryptovirus
Assoziiert mit Cerber-Virus
Benutzte Exploits Magnitude EK
Geforderte Lösegeldsumme 0,2 BTC; 0,4 BTC nach fünf Tagen
Verwendete Erweiterungen

.fprgbk; .ihsdj; .kgpvwnr; .vbdrj; .skvtb; .vpgvlkb; .dlenggrl; .dxjay; .fbuvkngy; .xhspythxn; .demffue; .mftzmxqo; .qmdjtc; .wmfxdqz; .ndpyhss, .dyaaghemy

Symptome Verschlüsselte Dateien
Verbreitung Sicherheitslücke CVE-2016-0189 in Internet Explorer
Entfernung Installieren Sie FortectIntego, SpyHunterCombo Cleaner oder MalwarebytesMalwarebytes. Starten Sie den PC in den abgesicherten Modus
Entschlüsselung Verfügbar hier (neueste Versionen) und
GitHub Gist · evilsocket
Auf GitHub ansehen →

Die Cyberbedrohung Magniber wird über das Exploit-Kit Magnitude verbreitet. Das Exploit-Kit wird ebenfalls von Cerber verwendet. Allerdings ist dies nicht die einzige Ähnlichkeit mit der berüchtigten Erpressersoftware.

Ursprünglich richtete sich der Kryptovirus nur an südkoreanische Computernutzer. Mittlerweile ist sie aber auch in anderen asiatischen Ländern – China und Malaysia – zu finden. Interessanterweise terminiert die Schadsoftware selbst (durch Löschen der ausführbaren Datei ping.exe), wenn sie andere Sprachen als Koreanisch, Chinesisch oder Malaysisch erkennt.

Magniber - the deadly virus

Die Schadsoftware nutzt für die Verschlüsselung AES. Vor Ende März 2018 war es fast unmöglich, betroffene Dateien ohne den dazugehörigen AES-Schlüssel zu entschlüsseln. Allerdings gelang es südkoreanischen Cybersicherheitsexperten, den Code der meisten Magniber-Versionen zu knacken.

Diese Tatsache lässt den Verdacht entstehen, dass nordkoreanische Hacker für die Erstellung der Schadsoftware verantwortlich sein könnten. Eine solche Annahme ist unter Berücksichtigung der Cyberfähigkeiten dieses Landes nicht unbegründet..

Die Magniber-Ransomware wurde entwickelt, um Dateien zu verschlüsseln und Lösegeld zu verlangen. Die Schadsoftware wurde bereits mehrmals aktualisiert und ihr neuestes Update wurden im Juni 2018 entdeckt. Die neue Version fügt an verschlüsselte Dateien die Endung .ndpyhss an und legt die Lösegeldforderung in der Datei README.txt ab.

Jede neue Variante hängt eine andere Dateierweiterung an. Derzeit sperrt die Schadsoftware Dateien mit folgenden Suffixen:

  • .fprgbk,
  • .ihsdj,
  • .kgpvwnr,
  • .vbdrj,
  • .skvtb,
  • .vpgvlkb,
  • .dlenggrl,
  • .dxjay,
  • .fbuvkngy,
  • .xhspythxn,
  • .demffue,
  • .mftzmxqo,
  • .qmdjtc,
  • .wmfxdqz,
  • .ndpyhss.

Nach der Datenverschlüsselung bietet die Schadsoftware den Kauf von My Decryptor an. Momentan kostet die Software 0,2 Bitcoins (1126€). Der Betrag verdoppelt sich jedoch nach fünf Tagen auf 0,4 BTC. Wir raten dringend davon ab das Geld zu überweisen, denn die Schadsoftware ist entschlüsselbar. Konzentrieren Sie sich stattdessen lieber auf die Entfernung von Magniber. FortectIntego und MalwarebytesMalwarebytes sind zuverlässige Sicherheitsanwendungen, die bei einer schnellen Beseitigung von Schadsoftware behilflich sein können.

The sample of Magniber trojan names

Frühere Versuche, den bösartigen Code zu knacken

Simone „evilsocket“ Margaritelli, eine Forscherin des Mobile-Sicherheitsunternehmens Zimperium, ist es gelungen, ein

GitHub Gist · evilsocket
Auf GitHub ansehen →
zu entwickeln, das nach einem Magniber-Angriff die Dateien wiederherstellen kann. Allerdings müssen Opfer hierbei den AES-Schlüssel kennen.

Laut der Forscherin sollte der Decryptor funktionieren, wenn das Opfer von einer nicht-koreanischen IP-Adresse infiziert wurde oder keine Verbindung zum C&C-Server hergestellt werden kann. In diesen Fällen sollte nämlich der hartcodierte Schlüssel und IV bekannt sein, die sich im Code der Ransomware befinden.

Ein in Südkorea ansässiges Expertenteam veröffentlichte neue Entschlüsseler

Ende März 2018 haben Sicherheitsforscher von AhnLab mehrere Entschlüsselungsprogramme für verschiedene Varianten der Magniber-Viren veröffentlicht. Das Wiederherstellungstool funktioniert auf der Grundlage eines Verschlüsselungsfehlers, der von den Hackern hinterlassen wurde.

Unten in der Tabelle ist zu sehen, welche Versionen von Magniber bereits entschlüsselt werden können:

Veröffentlichungsdatum Entschlüsseler Erweiterung wiederherstellbarer Dateien Schlüssel des Betroffenen Magniber-Zahlungsseitenvektor  Downloadlink
 3/30  kympzmzw  Jg5jU6J89CUf9C55  i9w97ywz50w59RQY MagniberDecrypt.zip
 3/30  owxpzylj  u4p819wh1464r6J9  mbfRHUlbKJJ7024P MagniberDecrypt.zip
 3/30  prueitfik  EV8n879gAC6080r6  Z123yA89q3m063V9 MagniberDecrypt.zip
 3/31 rwighmoz   BF16W5aDYzi751NB  B33hQK9E6Sc7P69B MagniberDecrypt.zip
 3/31  bnxzoucsx  E88SzQ33TRi0P9g6  Bo3AIJyWc7iuOp91 MagniberDecrypt.zip
 3/31  tzdbkjry n9p2n9Io32Br75pN  ir922Y7f83bb7G12  MagniberDecrypt.zip
 4/1  iuoqetgb  QEsN9KZXSp61P956 lM174P1e6J24bZt1  MagniberDecrypt.zip
 4/1 pgvuuryti   KHp4217jeDx019Uk  A4pTQ6886b401JR5 MagniberDecrypt.zip
 4/2  zpnjelt  LyAAS6Ovr647GO65  nS3A41k9pccn03J2 MagniberDecrypt.zip
 4/2  gnhnzhu  I0727788KuT5kAqL  sCnHApaa61l5U2R0 MagniberDecrypt.zip
 4/3  hssjfbd  u5f1d693LGkEgX07  kV35Z1K3JB7z6P06 MagniberDecrypt.zip
 4/3  ldolfoxwu  i24720y16f10qJ21  fX5U9Z6A2j8ZUvkO MagniberDecrypt.zip
 4/3  zskgavp  nuu9WO56Gc0N5hn7  ASY0d6dlyrEH6385 MagniberDecrypt.zip
 4/3  gwinpyizt  dcQOje3dzW469125  T5438Nl5VI62XxM8 MagniberDecrypt.zip

Die Sicherheitsexperten scheinen in kurzen Abständen neue Versionen zu veröffentlichen. Diese Informationen könnten daher schon bereits veraltet sein. Um nach neueren Versionen zu suchen, besuchen Sie am besten die Webseite von AhnLab.

Magniber virus decryption

Cerber und Magniber Parallelen

Obwohl Cerber und Magniber die gleiche Zahlungsseite nutzen, scheint der Quellcode von Magniber viel weniger aufwendig zu sein als der von Cerber. Daher die Hoffnung, dass der Virus entschlüsselt werden kann.. Nach der Systeminfiltrierung verschlüsselt Magniber die darauf befindlichen Daten und fügt entweder die Erweiterung .ihsdj oder .kgpvwnr hinzu. Außerdem öffnet es die Datei READ_ME_FOR_DECRYPT_[id].txt, die die Lösegeldforderung enthält.

Darin sind typische Informationen zu finden, wie bspw., dass alle Dokumente, Fotos und Datenbanken verschlüsselt wurden. Die Art und Weise des geschriebenen Textes unterscheidet sich jedoch geringfügig von der ursprünglichen Lösegeldforderung von Cerber.

Darüber hinaus weist der Magniber-Virus eine Besonderheit auf. In der Regel weisen Ransomware-Viren ihren Opfern eine ID zu. Die Betroffenen müssen dann den Code in die angegebene Tor-Webseite eingeben, um mit der Datenentschlüsselung fortfahren zu können.

Die Kryptoschadsoftware Magniber hingegen leitet die Betroffenen zu einer Subdomain, die die ID des Opfers bereits enthält. Die Seite ist in vier Abschnitte unterteilt: Homepage, Support, Decrypt 1 file for FREE und Reload.

Der Kryptovirus ignoriert auch bestimmte Verzeichnisse, wenn er nach verschlüsselbaren Dateien sucht. Wie bei Ransomware üblich, überspringt er Programmdateien, den Papierkorb, lokale Einstellungen und bestimmte Unterordner von AppData. Darüber hinaus kann die Schadsoftware, die Bitcoin-Adresse ändern, wenn sie eine URL mit einer anderen Opfer-ID identifiziert.

Magniber ransomware encrypts all files

Magniber-Erpressersoftware im Juli 2018 zurück, und zwar noch stärker

Sicherheitsforscher von Malwarebytes Labs veröffentlichten einen detaillierten technischen Bericht über ein neues Muster des Magniber-Virus. Nach der Meinung der Experten hat sich die Ransomware im vergangenen Jahr enorm verändert und ist noch stärker geworden.

Die erste signifikante Änderung im Virencode ist die Ausweitung des Infizierungsspektrum. Das neue Magniber richtet sich nun auch an Computernutzer außerhalb Südkoreas, d.h. der Virus setzt seine Nutzlast immer dann ein, wenn er südkoreanische, chinesische (Macau, China, Singapur) oder malaysische (Malaysia, Brunei) Tastatursprachen erkennt. Forscher spekulieren, dass es noch weiter expandieren wird und Nutzer auf der ganzen Welt von dieser Bedrohung betroffen sein könnten.

Die neue Magniber-Version nutzt das Exploit-Kit Magnitude, um die Zero-Day-Schwachstelle im Internet Explorer (CVE-2018-8174) auszunutzen, welche erstmals im April dieses Jahres entdeckt und schon im nächsten Monat gepatcht wurde. Benutzer von Internet Explorer, die ihren Browser rechtzeitig aktualisiert haben, sollten daher vor dem neuen Magniber-Virus geschützt sein. Bei anderen modernen Browsern wie Google Chrome oder Mozilla Firefox ist der Virus glücklicherweise eher erfolglos.

Die Magniber-Ransomware verlässt sich nicht mehr auf C&C-Server oder hartcodierte Schlüssel, sondern nutzt bessere Verschleierungsmethoden. Die erweiterte Version des Virus fügt zu den verschlüsselten Dateien die Endung .dyaaghemy hinzu. Magniber gilt von hieran leider nicht als entschlüsselbar. 

Magniber ransomware comes back stronger

Exploit-Kit Magnitude hilft Kryptovirus zu verbreiten

Wie bereits erwähnt, wird die Schadsoftware derzeit mithilfe des Exploit-Kits Magnitude verbreitet. Das Exploit-Kit zielt auf eine bestimmte Schwachstelle (CVE-2016-0189) im Internet Explorer ab. Dieser Fehler wurde bereits behoben. Wenn Sie also Internet Explorer verwenden, müssen Sie sicherstellen, dass er auf dem aktuellsten Stand ist.

Falls das Exploit-Kit die Schwachstelle im Browser erkennt, leitet das Kit zu einer betrügerischen Webseite weiter, die entsprechend dem geographischen Standort des Opfers angepasst ist. Diese Seiten enthalten dann wahrscheinlich einen Link. Das Anklicken des Links würde die Schadsoftware herunterladen und Magniber ausführen.

Im Moment zielt die Schadsoftware nur auf Südkorea ab, aber es ist nur eine Frage der Zeit, dass sie ihre Aktivitäten auch auf andere ostasiatische Länder ausdehnt, wie zum Beispiel auf japanische Seiten. Magniber sollte daher mit Eile entfernt werden.

Erst Magniber entfernen, dann Dateien wiederherstellen

Die Schadsoftware versucht zwar davon zu überzeugen, dass es sich um die neueste Version von Cerber handelt, aber Unterschiede in der Arbeitsweise und im Quellcode lösen Spekulationen aus, ob wirklich die gleichen Entwickler dahinterstecken. Obwohl Sicherheitsexperten behaupten, dass es sich bei der Schadsoftware tatsächlich um Cerber handelt, widerspricht der weniger aufwendige Quellcode diese Aussage.

In allen Fällen sollte die Entfernung der Schadsoftware die oberste Priorität sein. Verschwenden Sie keine Zeit damit, manuell an den Virus herumzupfuschen. Installieren Sie stattdessen ein Sicherheitstool, z.B. FortectIntego oder SpyHunterCombo Cleaner, um Magniber zu entfernen. Möglicherweise wird der Virus Sie daran hindern, die Sicherheitssoftware zu starten. In diesem Fall starten Sie das System in den abgesicherten Modus und führen dort das Programm aus. Nachfolgend finden Sie genauere Anweisungen, wie Sie dies bewerkstelligen. Erst wenn die Magniber-Entfernung abgeschlossen ist, sollten Sie die Datenwiederherstellung angehen. 

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