Spora hat russische Computernutzer im Visier

Der Spora-Virus scheint der nächste große Spieler in der Welt der Erpressungsprogramme zu sein. Schadsoftwareanalysten bezeichnen es als „am meisten ausgereiftes Erpressungsprogramm aller Zeit“. Es handelt sich hierbei um einen dateiverschlüsselnden Trojaner, der zum ersten Mal am 10. Januar entdeckt wurde.
Die vom Virus bereitgestellten Informationen sind zwar in Russisch, aber dennoch wird die Schadsoftware weltweit verbreitet. Computernutzer müssen also entsprechende Maßnahmen ergreifen, um dem Computer vor einer Infizierung zu schützen. Das schädliche Programm nutzt überraschenderweise eine komplett andere und sehr komplexe Vorgehensweise bei der Verschlüsselung, welche unschlagbar zu sein scheint.
Der Virus erstellt den Inhalt einer .KEY-Datei, indem er einen RSA-Schlüssel erstellt, ihn mit einem neu generierten AES-Schlüssel verschlüsselt, dann den AES-Schlüssel mit einem öffentlichen Schlüssel, der sich in der Virendatei befindet, verschlüsselt und diese letztlich in der .KEY-Datei speichert. Die Verschlüsselung der Daten ist weniger kompliziert: Die Dateien werden mit dem RSA verschlüsselten AES-Schlüssel verschlüsselt. Außerdem verschlüsselt der Virus derzeit nur 23 verschiedene Dateitypen:
.backup, .xlsx, .docx, .rtf, .dwg, .cdr, .cd, .mdb, .1cd, .odt, .pdf, .psd, .dbf, .doc, .sqlite, .accdb, .jpg, .jpeg, .tiff, .zip, .rar, .7z, .xls.
Dateien dieses Typs werden mit dem langen (öffentlichen) Schlüssel unzugänglich gemacht, während der private Schlüssel an die Remote-Server übertragen wird und dort so lange bleibt bis man das Lösegeld bezahlt. Anweisungen für die Bezahlung befinden sich in der Lösegeldforderung, die der Virus auf dem Computer speichert.
Die Anweisungen führen zu der offiziellen Spora-Bezahlseite, wo weitere Anweisungen zu finden sind. Die Autoren des Erpressungsprogramms demonstrieren auf ihrer Bezahlseite, die unter spora[.]bz zu erreichen ist, exzellente Programmierfertigkeiten.

Die Bezahlseite unterscheidet sich von Webseiten anderer Krypto-Erpressungsprogramme in dem Punkt, dass die Opfer mehrere Optionen haben: Für $20 kann der Spora-Virus entfernt werden, für $30 die Daten wiederhergestellt und für $50 eine Immunität gegen Erpressungsprogramme erkauft werden. Wenn man allerdings das komplette Wiederherstellungspaket in Erwägung zieht, kostet das Ganze $79.
Hier gilt außerdem zu beachten, dass der Virus bei unterschiedlichen Opfern unterschiedliche Preis verlangen kann. Von traditionellen Erpressungsprogrammen wie Cerber, die für ein oder zwei verschlüsselte Dateien das Entschlüsseln anbieten, um die Legitimität zu beweisen, haben Sie wahrscheinlich schon gehört. Dieser Virus jedoch teilt das Lösegeld in Kaufpreise ein, womit unterschiedliche „Dienstleistungen“ erworben werden.
Die Autoren des Virus akzeptieren hierfür jedoch nur Bitcoins. Am 16. Januar wurde die Bezahlseite überarbeitet und eine Hilfe-Rubrik hinzugefügt. Ferner findet man dort ein öffentliches Kommunikationsfenster, eine Tabelle mit bereits getätigten Überweisungen und weitere kleine Details, die die Seite sehr benutzerfreundlich machen.
Dass die Schadsoftware selbst nicht benutzerfreundlich ist, ist offensichtlich, denn sie möchte sich von ihren Opfern Geld erpressen. Für den Entschlüsselungsschlüssel müssen Opfer über die Seite das Lösegeld bezahlen und die .KEY-Datei an die Gauner senden. Wenn Sie sich mit diesem Virus infiziert haben, sollten Sie in umgehend beseitigen. Für eine erfolgreiche Entfernung wird dringendst geraten von Antivirenprogrammen wie FortectIntego oder SpyHunterCombo Cleaner Gebrauch zu machen.
Wie infiziert man sich mit Spora?
Spora wird derzeit mit schädlichen E-Mails übertragen, welche infizierende HTA-Dateien befördern und ahnungslose Computernutzer herunterladen. Diese Dateien haben doppelte Endungen, wie bspw. PDF.HTA. Die echte Endung (hier HTA) ist allerdings verborgen.
Der Empfänger würde dann annehmen, dass die Datei eine PDF ist. HTA-Dateien sind quasi ausführbare HTML-Dateien. Wenn man sie anklickt, werden Skripte ausgeführt. In diesem Fall lädt der Virus die Datei close.js in dem Temp-Ordner herunter, wo sich die Infizierung dann selbst aktiviert, indem sie eine ausführbare Datei entpackt und startet.
Die ausführbare Datei ist dann letztlich die Hauptvirendatei, die für die Verschlüsselung verantwortlich ist. Zur gleichen Zeit öffnet die HTA-Datei ein Dokument (DOCX) mit einer Fehlermeldung, dass sie nicht geöffnet werden kann. Während man überrascht den merkwürdigen Fehler begutachtet, verschlüsselt das Erpressungsprogramm die Dateien auf dem System.
Malspam (abgeleitet von Malware und Spam, demzufolge das Verbreiten von Schadsoftware über Spammails) ist bei diesem Virus die Hauptverbreitungsmethode. Allerdings darf man nicht vergessen, dass die Methoden sich ändern können und die Schadsoftware in absehbarer Zukunft auch über Exploit-Kits, Trojaner, Phishing-Seiten usw. unter die Leute gebracht werden kann.
Wir raten daher beim Internetsurfen zur Vorsicht. Wenn Sie nicht dazu überlistet werden möchten bedenkliche Software oder schädliche/gefälschte Updates zu installieren, installieren Sie am besten nichts von Webseiten, die Sie vorher noch nie besucht haben.
Die Entfernung von Spora
Der Spora-Virus lässt sich ziemlich einfach entfernen, wenn man von einer Anti-Malware Gebrauch macht. Es spielt dabei keine Rolle, welche Anti-Malware Sie verwenden. Falls Sie aber noch keine haben, empfehlen wir die Installation von FortectIntego. Selbst wenn Sie ein anderes Programm nutzen möchten, ist das kein Problem.
Unsere Beurteilungen im Software-Bereich sollten Ihnen die Wahl erleichtern können. Bitte beachten Sie aber, dass manche Viren Antivirenprogramme blockieren können. Um den Systemscan dann ausführen zu können, müssen Sie denn Computer in den abgesicherten Modus mit Netzwerktreibern starten. Eine Anleitung hierfür finden Sie im Folgenden.
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