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  • Geprüft · Apr. 2021

Cerber 2.0Richtig entfernen?

Eine Schritt-für-Schritt-Entfernungsanleitung für betroffene Geräte. Folgen Sie dem geprüften Verfahren unten — die meisten Leser sind in unter 10 Minuten fertig.

Olivia Morelli · Schadsoftwareanalystin

Cerber Version 2 – Was muss man über sie wissen?

Die zweite Version des Cerber-Virus ist eine verbesserte Variante von dem Erpressungsprogramm Cerber. Die Verfasser des Erpressungsprogramms haben sich dazu entschieden an ihren Fertigkeiten zu arbeiten und eine noch kompliziertere Variante zu entwickeln, welche sich von anderen dateiverschlüsselnden Viren unterscheidet und sie natürlich übertrifft. Die zweite Version des Virus kann nicht mehr mit dem Cerber Decryptor entschlüsselt werden, denn die Schwachstellen wurden behoben. Die Bedrohung wurde außerdem mit einem anderen „Einpacker“ gesichert, sodass die Arbeit von Schadsoftwareforschern erschwert wird und sie den Virus nicht analysieren können.

Die zweite Version verschlüsselt genau wie bei der vorherigen Version die Dateien, fügt allerdings anstelle von .cerber die Endung .cerber2 an die Dateien an. Ein weiterer wichtiger Fakt ist, dass sie für die Erstellung des Verschlüsselungsschlüssels die Microsoft API CryptGenRandom nutzt, womit ein doppelt so langer Schlüssel erstellt wird, welcher nun 32 Bytes lang ist. Unsere Forscher haben außerdem festgestellt, dass der Virus keine Computer mit den folgenden Sprachen als Standardsprache verschlüsselt:

Armenian, Azerbaijani, Belarusian, Georgian, Kirghiz, Kazakh, Moldovian, Russian, Turkmen, Tadjik, Ukrainian, Uzbek.

Wenn der Virus erkennt, dass der Computernutzer einer dieser Sprachen spricht, zerstört er sich und entfernt somit Cerber 2.0. Ansonsten beginnt er mit der Verschlüsselungsprozedur. Der Virus verschlüsselt keine Systemordner und lässt selbst wesentliche Programme (wie z.B. Webbrowser, Flash Player, lokale Einstellungen und die voreingestellten Musik-, Video- und Bilddateien und Ähnliches) unversehrt. Der Rest der persönlichen Dateien wird mit einer starken Verschlüsselung unzugänglich und damit nutzlos gemacht. Es ist schier unmöglich die Dateien auf irgendeine Weise zu verwenden, wenn man nicht den Entschlüsselungsschlüssel hat, welcher bedauerlicherweise von den Cyberkriminellen, die den Virus erstellt haben, erworben werden muss.

Cerber 2.0 ransomware virus

Die neue Version des Cerber-Virus erstellt die Dateien # DECRYPT MY FILES #.txt und # DECRYPT MY FILES #.html und speichert sie auf dem Computer. Des Weiteren ändert der Virus den Desktop-Hintergrund und führt eine VBS-Datei aus, welche dazu dient per Sprache dem Computernutzer mitzuteilen, dass alle Dokumente, Fotos und Datenbanken verschlüsselt worden sind. Die von dem Virus hinterlassenen HTML- und Textdateien sind quasi Erpressungsbriefe und beginnen mit den folgenden Zeilen:

Cannot you find the files you need? Is the content of the files that you looked for not readable? It is normal because the files' names, as well as the data in your files, have been encrypted.

Der übrige Text erklärt was auf dem Computer vorgefallen ist und wie man die .cerber2-Dateien wieder entschlüsselt. Herkömmlicherweise werden die Betroffenen dazu angewiesen den Browser Tor herunterzuladen und das Lösegeld in Bitcoins zu bezahlen. Wir raten allerdings in allen Fällen davon ab das Lösegeld zu bezahlen und stattdessen Cerber umgehend zu entfernen. Mit der Bezahlung des Lösegelds würden Sie die Verbrecher lediglich unterstützen, welche wahrscheinlich bereits dank des Einkommens durch ihre Entschlüsselungsprogramme ein wohlhabendes Leben leben. Für die Entfernung des Virus nutzen Sie am besten eine Anti-Malware, wie zum Beispiel FortectIntego.

Die Verbreitungsmethoden

Die Verbreitungsmethoden unter den Erpressungsprogrammen sind unterschiedlich, aber die beliebtesten davon sind diese zwei:

  • Spammails und
  • Malvertising.

Es ist kein Geheimnis, dass Verbrecher häufig irreführende E-Mails verschicken und vorgeben ein Mitarbeiter oder Vertreter einer bekannten Firma oder Institution zu sein. Gewöhnlich hängen sie mehrere Anhänge an der Nachricht an und bitten den Empfänger darum sie zu öffnen. Solche Anhänge enthalten offensichtlich schädlichen Code, womit der Virus umgehend ausgeführt werden kann. Eine weitere Schadsoftwareverbreitungsmethode ist das Malvertising und ist für die Art Cyberkriminellen interessant, die die Nutzer dazu bringen möchten auf schädliche Links zu klicken und auf diese Weise den Code für das Einschleusen der Schadsoftware auf dem Computer aktivieren möchten. Wir empfehlen daher dringendst von allen Anzeigen fernzubleiben, die dazu auffordern Updates, Apps oder Ähnliches zu installieren oder versuchen damit zu beunruhigen, dass der Computer erheblich infiziert ist. Klickt man solch eine Anzeige an, ist es nicht unwahrscheinlich, dass man mit einer schädlichen Software auf dem Computer endet, welche zudem Viren wie Erpressungsprogramme enthält.

Wie entfernt man Cerber 2.0 und wie entschlüsselt man die Dateien?

Wenn Sie dem Erpressungsprogramm Cerber 2.0 zum Opfer gefallen sind, haben Sie sicherlich bereits die Informationen im Erpresserbrief gelesen, dass man sich nicht auf Antivirenfirmen und deren Produkte verlassen sollte, da sie die Dateien nicht entschlüsseln können. Die Antivirenprogramme können in der Tat nicht die verschlüsselten Daten wiederherstellen, aber sie können den Computer (im Falle eines vorhandenen Echtzeitschutzes) vor Schadsoftware schützen. Für die Entfernung von Cerber empfehlen wir eins der unten aufgeführten Programme zu verwenden. Wir raten außerdem davon ab willkürlich irgendwelche Entschlüsselungsprogramme auszuprobieren, da auf diese Weise die Daten korrupt werden können. Warten Sie lieber bis Schadsoftwareforscher den Virus ausgiebig erforscht haben und ein kostenloses Entschlüsselungsprogramm entwickeln konnten, damit Sie Ihre Daten wohlbehalten wiederherstellen können. Natürlich haben Sie immer die Möglichkeit Ihre Dateien mithilfe von Back-ups wiederherzustellen. Es ist aber trotzdem notwendig, dass Sie zuallererst Cerber 2.0 entfernen.

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