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  • Geprüft · Apr. 2021

Sage 2.2Richtig entfernen?

Eine Schritt-für-Schritt-Entfernungsanleitung für betroffene Geräte. Folgen Sie dem geprüften Verfahren unten — die meisten Leser sind in unter 10 Minuten fertig.

Julie Splinters · Expertin im Bereich Schadsoftwareentfernung

Die Saga von Sage geht weiter: Sage 2.2 ist da

Wenn Sie bereits von dem Erpressungsprogramm Sage und Sage 2.0 gehört haben, haben wir schlechte Nachrichten: Sage 2.2 wurde neulich in der virtuellen Welt entdeckt. Die Entwickler der Schadsoftware scheinen keine Zeit zu vergeuden und haben ein neues Update für den ursprünglichen Virus herausgebracht.

Die Art und Weise neue Veröffentlichungen mit fortlaufenden Versionsnummern zu benennen deutet auf Cerber hin. Es lässt sich daher annehmen, dass die neue Version nicht weniger aggressiv und destruktiv als ihre Vorgänger ist. Neuen Befunden zufolge wurden die technischen Spezifikationen der Schadsoftware aktualisiert.

Das Erpressungsprogramm versucht unter verschiedenen Namen den Sicherheitsschutz des Computers zu durchbrechen. Wenn Sie noch nicht auf die Cyberbedrohung gestoßen sind, sollten Sie sich mit einer anständigen Sicherheitssoftware und Fachwissen ausrüsten. Für den Fall einer Infizierung haben wir eine Entfernungsanleitung vorbereitet. Nutzen Sie für eine schnelle Entfernung eine Anwendung wie FortectIntego.

Die ersten Anzeichen von Sage wurden Mitte Januar dieses Jahres gesichtet. Eine der Besonderheiten der Schadsoftware war, dass sie in einem doppelt verpackten ZIP-Ordner übertragen wurde. Der ZIP-Ordner enthielt entweder eine DOC- oder JS-Datei. Interessanterweise wies die Betreffzeile der Spammail keinen Inhalt auf. Manche E-Mails enthalten zudem keine Nachricht.

Trotzdem gilt zu berücksichtigen, dass es einige E-Mails gibt, die sich als Mitteilungen von der Central Security Treatment Organization tarnen. Die Schadsoftware arbeitet nach einem fundamentalen Modell: Sie versendet UDP (User Datagram Protocols) an tausende IP-Adressen. Wie für diese Art von Bedrohung geläufig ist, sollten die Opfer das Lösegeld in der genannten Zeitfrist bezahlen. Angeblich werden die Dateien nach dem Verstreichen der Frist gelöscht.

The image of Sage 2.2 virus

Innerhalb kurzer Zeit nach der Veröffentlichung von Sage wurde bereits Sage 2.0 im Umlauf gebracht. Für die Entschlüsselung der Dateien wurde über 2000 USD verlangt.

In den Anweisungen der Datei !Recovery_[3_random_chars].html versuchen die Entwickler ihre Opfer mit Druck dazu zu bringen den Forderungen nachzugehen und machen deutlich, dass es keine andere Lösung gibt, wenn man seine Daten retten möchte.

Mittlerweile gibt es nun Sage 2.2. Berichten zufolge gibt es kaum Neuerungen in der neuen Version. Sage 2.2 kann sich in den Dateien [beliebige Ziffern]_ACH20022017.zip oder min1_201720103191.58778.zip befinden.

Extrahiert man das ZIP-Verzeichnis, wird die Schadsoftware über spam1.exe ausgeführt. Sie könnte sich aber genauso gut als startup.php tarnen. Anschließend lädt Sage 2.2 das Hauptprogramm in den Ordner %Temp% und kopiert sich in C:\Users\[Benutzername]\AppData\Roaming.

Hierdurch wird ein Fenster der Benutzerkontensteuerung von Windows ausgelöst. Man hat hier noch die Möglichkeit das Vorgehen der Schadsoftware zu verhindern, indem man den Zugriff verweigert. In dem eingeblendeten Fenster befindet sich unter dem Herausgeber ein ungewöhnlich langer und komplexer Name. Sobald Sie Hinweise auf solch ein Verhalten sehen, sollten Sie Sage 2.2 direkt beseitigen.

Welche wichtigen Aspekte gibt es bei der Verbreitung?

Die Schadsoftware macht mithilfe von Spammails auf neue Opfer Jagd. Bei solchen Spammails gilt zu berücksichtigen, dass das Erpressungsprogramm meist als gefälschte Rechnung und andere offizielle Dokumente getarnt wird. Man sollte daher das Öffnen der Anhänge nicht überstürzen, da ansonsten die problematische Entfernung der Bedrohung ansteht.

Zudem nutzen die dahintersteckenden Gauner weitere Übertragungsmethoden. Sage 2.2 wird als folgende Trojaner erkannt: Win32.Trojan.WisdomEyes.16070401.9500.9973, Trojan/Win32.SageCrypt.C1798570, Trojan.Encoder.10307 und Win32/Trojan.Ransom.aac.

Da die Verbreiter von Cerber zu Sage 2.2 gewechselt sind, sollte man damit rechnen, dass sie auch von alten Tricks Gebrauch machen, um die Infizierungsrate anzutreiben. Ende 2016 wurde Cerber mithilfe des Exploit-Kits RIG und korrupten Anhängen bei Adobe Flash Player verbreitet.

Darüber hinaus haben die Cyberschurken wieder eine ältere Funktion von Cerber eingebaut: Sage kann die von Windows erstellten Schattenkopien löschen. Des Weiteren wurde aufgedeckt, dass sich Sage 2.2 als Adobe Service Manager tarnen kann. Es ist daher nicht nur von größter Wichtigkeit das System mit einer Anti-Malware zu schützen, sondern auch beim Surfen im Internet auf der Hut zu sein.

Wie entfernt man die Schadsoftware Sage 2.2 endgültig?

Bei dateiverschlüsselnden Schadprogrammen zählt jede Minute. Sie sollten aus diesem Grund die Entfernung von Sage 2.2 sofort angehen. Installieren Sie hierfür eine Anti-Spyware wie bspw. FortectIntego oder MalwarebytesMalwarebytes und beseitigen Sie damit die Schadsoftware.

Wenn Sie aufgrund des nicht funktionstüchtigen Computers die Bedrohung nicht entfernen können, müssen Sie den Computer in den abgesicherten Modus mit Netzwerktreibern starten. Die folgenden Anweisungen helfen Ihnen dabei. Anschließend sollten Sie den Virus ohne Probleme beseitigen können. Beachten Sie jedoch, dass die Sicherheitssoftware nicht die betroffenen Dateien entschlüsselt. Hierfür gibt es alternative Lösungen, wovon wir einige weiter unten auflisten.

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