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  • Geprüft · Apr. 2021

.WNCRYRichtig entfernen?

Eine Schritt-für-Schritt-Entfernungsanleitung für betroffene Geräte. Folgen Sie dem geprüften Verfahren unten — die meisten Leser sind in unter 10 Minuten fertig.

Julie Splinters · Expertin im Bereich Schadsoftwareentfernung

Der .WNCRY-Virus könnte die nächste ultimative Kryptoschadsoftware werden

Der .WNCRY-Virus ist ein alternativer Name für das Erpressungsprogramm, das auch als WannaCryWanaCryptor, WanaCrypt0r und Wana Decrypt0r bekannt ist. Der Name geht aus der Endung .WNCRY hervor, die der Virus an die verschlüsselten Dateien anhängt. Neuigkeiten über das Erpressungsprogramm erreichte die Öffentlichkeit am 12. Mai, nachdem die spanische Telekommunikationsfirma namens „Telefónica“ auf eine lösegeldfordernde Cyberbedrohung gestoßen ist. Kurze Zeit später meldeten mehrere Krankenhäuser in Großbritannien, dass sie die Mitteilung „Ooops, your files have been encrypted!“ auf ihren Computern entdeckt haben. Weitere Opfer, die @Please Read [email protected], @[email protected] und weiteren Dateien von WNCRY vorgefunden haben, sind die japanische Firma Hitachi, die Telekom in Portugal, Renault, FedEx und die Deutsche Bahn AG. Das Hauptziel des Virus sind Nutzer von dem Betriebssystem Windows. Es gibt bereits mehr als 230.000 infizierte Computer und digitale Geräte. Zum Ende der Woche haben über 150 Länder Infizierungen mit dem .WNCRY-Virus gemeldet. Der Erfolg des Erpressungsprogramms liegt an der Sicherheitslücke CVE-2017-0145, die in Windows-Geräten gefunden wurde und vom Exploit EternalBlue ausgenutzt wird. Die Sicherheitslücke wurde zusammen mit dem NSA-Plan, Cyberangriffe gegen Windows-Nutzer durchzuführen, geleakt. Die Schadsoftware hat folglich alle Windows-Geräte im Visier, angefangen von Windows XP. Das geleakte Tool ist für Hacker sicherlich ein Ansporn ihre Schadsoftware zu verbessern und eine zweite Angriffswelle zu starten. Der Virus lässt sich zurzeit zum Glück automatisch bekämpfen. Entfernen Sie den .WNCRY-Virus ohne zu zögern. Aktuelle Versionen von FortectIntego oder MalwarebytesMalwarebytes können hierbei behilflich sein.The image illustrating WNCRY threat

Ohne den Leak des NSA-Tools wäre der .WNCRY-Computerwurm wahrscheinlich nicht so erfolgreich. Allerdings konnte die NSA durch die Sicherheitslücke im Windows-System das Hacking-Tool erstellen. Es hat aber leider nicht lange gedauert bis das Tool von der Hackergruppe Shadow Brokers gestohlen wurde, wodurch der Exploit zur Goldmine wurde. Laut aktuellen Berichten steigt die Anzahl der infizierten Computernutzer rapide und das, obwohl der Angriff bereits beendet wurde. Eine der Charakteristiken der Bedrohung ist eine wurmartige Funktion, womit der Virus alle im selben Netzwerk befindlichen Geräte infizieren kann. Die Schadsoftware macht bei keinen Ländern eine Ausnahme und infiziert jeden Computer ausnahmslos. Ein Angriff verläuft erfolgreich, wenn ein korruptes Packet an eine der SMBv1-Server übertragen wird. 

Die Schadsoftware ist dafür bekannt einen sogenannten „Mutex“ zu verwenden, einem Objekt, womit mehrere Programme oder Befehle dieselbe Quelle nutzen können. Hierdurch kann der Virus auch im Offline-Modus arbeiten und andere Geräte im Netzwerk infizieren. Es wurde beobachtet, dass die Schadsoftware den Mutex Global\\MsWinZonesCacheCounterMutexA0 nutzt. Die Funktion ermöglicht dem Erpressungsprogramm außerdem zu erkennen, ob die Firma bereits mit dem Virus infiziert ist oder nicht, wodurch ein Stören der verschiedenen Versionen der Bedrohung ausgeschlossen werden kann. Nachdem die Verschlüsselung fertiggestellt ist, wird das Programm namens WannaCryDecrypter gestartet und es beginnt ein Countdown herabzuzählen. Hinsichtlich der Tendenz ähnlicher Hacker kann man damit rechnen, dass weitere Versionen dieser Bedrohung folgen werden. Um eine Infizierung mit dem .WNCRY-Virus verhindern zu können, ist es sehr hilfreich zu wissen, wie er verbreitet wird.The screenshot of WNCRY, or alternartively known  WanaDecrypter, virus screenshot

Die Besonderheiten bei der Verbreitung der Schadsoftware

Im Vergleich zu Kryptoschadsoftware, die über korrupte Spammails verbreitet wird, ist der .WNCRY-Virus auf einem komplett neuen Niveau. Die Schadsoftware hat im ersten Fall kaum Möglichkeiten den Computer zu infiltrieren, wenn der Computernutzer die E-Mail mit dem infizierten Anhang oder die Makroeinstellungen einfach ignoriert. Im Falle von .WNCRY aber wird eine Sicherheitslücke in Windows ausgenutzt, womit eine Hintertür geöffnet wird. Die Schadsoftware dringt durch die Lücke ins System ein und legt den Computer lahm, indem sie die Dateien darauf verschlüsselt. Im Anschluss wird von den Opfern ein Lösegeld in Höhe von 300 USD verlangt. Unnötig zu erwähnen ist, dass die Chancen auf ein Wiedererhalt der Daten gering sind, selbst wenn man das Lösegeld bezahlt. Da die Schadsoftware tausende von Computern weltweit infiziert hat, kann die Entschlüsselung aufgrund der großen Anzahl infizierter Nutzer abgebrochen werden. Der .WNCRY-Virus wird von einem breiten Botnetz überwacht. Diese Tatsache lässt vermuten, dass die Entwickler von Cerber oder Locky ihr Wissen „weitergegeben“ und sich zusammengetan haben, um das Ausmaß des Angriffs zu vervielfachen. Da die Schadsoftware ein großes Potenzial besitzt, wird in den weiteren Entwicklungsphasen wahrscheinlich eine Reihe von SMB-Exploit-Kits Anwendung finden. Zurzeit entkommt man der Infizierung nur, indem man das Betriebssystem aktualisiert und damit die Sicherheitslücke schließt.

Entfernungsanleitung für den .WNCRY-Virus

Wenn Sie die Installation von Windows-Updates hinauszögern, wird Ihnen auch kein Antivirenprogramm Hilfe leisten können. Prüfen Sie daher den Updateverlauf, ob Sie alle Updates erfolgreich installiert haben. Erstellen Sie zusätzlich Sicherheitskopien von Ihren wichtigen Dateien, damit Sie im Fall der Fälle die verheerenden Konsequenzen vermeiden können. Wenn der Virus den Computer bereits befallen hat, starten Sie ihn den abgesicherten Modus und öffnen Sie Ihre Sicherheitsanwendung, um den .WNCRY-Virus zu beseitigen. Wenn Sie nicht wissen, wie Sie in diesen Modus gelangen, werfen Sie einen Blick auf die unten aufgeführte Anleitung. Beachten Sie, dass nur nach der erfolgreichen Entfernung des Virus die Datenwiederherstellung angegangen werden sollte. Es gibt zwar noch kein offizielles Entschlüsselungsprogramm, aber Sie sollten trotzdem nicht das der Hacker installieren.

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