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  • Geprüft · Juli 2021

WannaCryRichtig entfernen?

Eine Schritt-für-Schritt-Entfernungsanleitung für betroffene Geräte. Folgen Sie dem geprüften Verfahren unten — die meisten Leser sind in unter 10 Minuten fertig.

Olivia Morelli · Schadsoftwareanalystin

WannaCry infiziert bis heute veraltete Windows-Computer

Der WannaCry-Virus ist eine Schadsoftware der Kategorie der Erpressungsprogramme. Der Virus hat ausschließlich Computer mit dem Betriebssystem Windows im Visier und nutzt für deren Infizierung einen Exploit namens EternalBlue. Das Erpressungsprogramm ist zugleich auch unter den Namen WannaCrypt0r, WannaCryptorWCry und Wana Decrypt0r bekannt.

Sobald der Virus in den Zielcomputer gelangt, verschlüsselt er im Nu alle Dateien und markiert sie mit einer der folgenden Endungen: .wcry, .wncryt oder .wncry. Er macht die Daten mit einem starken Verschlüsselungsverfahren nutzlos, ändert den Bildschirmhintergrund, erstellt eine Datei namens „Please Read Me!.txt“, worin eine Lösegeldforderung zu finden ist und startet dann das Programm „Wanna Decrypt0r“, worin angegeben wird, dass alle Dateien verschlüsselt worden sind.

Das schädliche Programm fordert von seinen Opfern ein Lösegeld in Höhe von 300 USD bis hin zu 600 USD in Bitcoins und droht damit alle Dateien zu löschen, wenn die Überweisung nicht innerhalb 7 Tage getätigt wird. Die schädliche Software löscht zudem die von Windows erstellten Schattenkopien, sodass die Daten nicht wiederhergestellt werden können. Des Weiteren verhält sich das Erpressungsprogramm einem Computerwurm ähnlich, denn sobald es in den Computer gelangt, sucht es nach weiteren zu infizierenden Computern.

Die Schadsoftware nutzt hierfür eine Sicherheitslücke in Windows und verbreitet sich ohne jegliche Berechtigung mithilfe von Tools zum Austauschen von Dateien (wie bspw. Dropbox oder im Netzwerk freigegebene Festplatten). Wenn Sie dem WannaCry-Virus zum Opfer gefallen sind, müssen Sie ihn so schnell wie möglich beseitigen, damit er sich nicht weiter ausbreitet. Auch wenn versprochen wird, dass die Dateien nach der Überweisung des Lösegelds wiederhergestellt werden, gibt es keinen Grund sich auf die Behauptungen von Kriminellen zu verlassen.

Unser DieViren-Team empfiehlt das Erpressungsprogramm mit einer Anti-Malware wie FortectIntego zu entfernen. Wichtig hierbei ist, dass die Entfernung im abgesicherten Modus mit Netzwerktreibern durchgeführt wird. 

Cyberkriminelle nutzten das Erpressungsprogramm für einen massiven Cyberangriff, der am Freitag, den 12. Mai 2017 ausgeführt wurde. Laut den neuesten Berichten wurden bei dem schädlichen Angriff über 230.000 Computer in über 150 Ländern erfolgreich infiziert.

Die Folgen sind verheerend: Obwohl der Virus ein breites Spektrum an Organisationen anvisiert hat, scheint das Gesundheitswesen am meisten betroffen zu sein. Infolge des Angriffs wurden diverse Krankenhausdienstleistungen zeitweilig ausgesetzt, wie unter anderem hunderte von Operationen aufgeschoben.

Berichten zufolge waren Telefónica, Gas Natural und Iberdrola die ersten großen Firmen, die von dem Erpressungsprogramm betroffen waren. Einige der betroffenen Firmen sind mit Back-ups ausgestattet, andere wiederrum müssen sich den tragischen Konsequenzen stellen. Allen Opfern wird angeraten die Entfernung von WannaCry so schnell wie möglich durchzuführen, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern.

Verbreitung von WannaCry durch EternalBlue-Exploit

Der Hauptüberträger von WannaCry ist der EternalBlue-Exploit, einem Spionage-Tool der NSA, welches von der Hackergruppe namens Shadow Brokers im Internet veröffentlicht wurde. Der Exploit hat die Sicherheitslücke CVE-2017-0145 im von Microsoft implementierten SMB-Protokoll (Server Message Block) im Visier. Laut Microsoft-Bulletin MS17-010 (veröffentlicht am 14. Mai 2017) wurde die Sicherheitslücke jedoch bereits gepatcht.

Der Code des Exploits war für die Infizierung von veralteten Windows 7- und Windows Server 2008-Systemen gedacht und wie bereits bekannt gemacht, ist Windows 10 nicht anfällig für den Virus. Die Schadsoftware erreicht das System gewöhnlich als Trojaner, welcher quasi das Exploit-Kit und das Erpressungsprogramm enthält.

Dieser sogenannte Dropper versucht dann mit einer der Remote-Server Verbindung aufzunehmen, um das Erpressungsprogramm herunterzuladen. Die neueste Variante von WannaCry wird in der asiatisch-pazifischen Region via girlfriendbeautiful[.]ga/hotgirljapan.jpg?i=1 im Umlauf gebracht. Ist man nicht ausreichend über die Verbreitungsmethoden von Schadsoftware wie dieser informiert, ist eine Infizierung wahrscheinlich. Wir empfehlen daher einen Blick auf folgende kurze Präventionsanleitung zu werfen, die von unseren Experten vorbereitet wurde:

  1. Installieren Sie das von Microsoft neu herausgebrachte Sicherheitsupdate MS17-010. Es adressiert die Sicherheitslücke, die von dem Erpressungsprogramm ausgenutzt wird. Die Updates wurden ausnahmsweise auch für alte Betriebssystem wie Windows XP und Windows 2003 bereitgestellt.
  2. Halten Sie Programme auf dem Computer auf den aktuellsten Stand.
  3. Installieren Sie eine bewährte Anti-Malware, um den Computer vor einer Infizierung mit schädlichen Programmen zu schützen.
  4. Öffnen Sie keine E-Mails von unbekannten Absendern oder Firmen mit denen Sie nichts zu tun haben.
  5. Deaktivieren Sie SMBv1 mit der von Microsoft bereitgestellten Anleitung.

WannaCry ransomware

Versionen von WannaCry

Der .wcry-Virus gilt als erste Version des berüchtigten Erpressungsprogramms. Zum ersten Mal wurde sie Anfang Februar 2017 entdeckt. Es war dort noch nicht klar, dass der Virus die bisher herrschenden Viren CryptoLockerCryptXXX und Cerber übertreffen wird.

Für die Verschlüsselung der Dateien nutzt der Virus AES-128. Die Dateien markiert er mit .wcry und anschließend verlangt er eine Überweisung von 0,1 Bitcoins an die angegebene Bitcoin-Adresse. Die Schadsoftware wurde anfänglich über Spammails verbreitet, jedoch konnten die Entwickler mit dieser Version des Virus nicht viel Einkommen erzielen. Obwohl die verschlüsselten Dateien ohne einen Entschlüsselungsschlüssel nicht wiederherzustellen sind, haben sich die Entwickler dazu entschieden das schädliche Programm zu verbessern.

Der WannaCrypt0r-Virus ist wieder ein anderer Name für die aufgebesserte Version des Erpressungsprogramms. Die neue Version macht für den Angriff hauptsächlich von Sicherheitslücken in Windows Gebrauch und verschlüsselt alle Dateien auf dem System in Sekundenschnelle. Betroffene Dateien können an ihrer neuen Endung erkannt werden, wie bspw. .wncry, .wncryt, .wcry. Die korrupten Daten lassen sich ohne Back-up oder ohne den privaten Schlüssel, der während der Verschlüsselung generiert wird, nicht wiederherstellen. Für den Schlüssel wird typischerweise ein Betrag von 300 USD gefordert. Wenn man das Geld allerdings nicht innerhalb von drei Tagen überweist, erhöht sich der Betrag auf 600 USD.

Der WannaDecrypt0r-Virus. WannaDecrypt0r ist das Programm, das von dem Virus nach der erfolgreichen Infiltrierung gestartet wird. Forscher haben bereits Versionen mit Wanna Decryptor 1.0 und Wanna Decryptor 2.0 gesehen. Die schädliche Software zeigt einen Countdown für die nächste Erhöhung des Lösegelds an, sowie einen weiteren Countdown, der anzeigt wann die Dateien vom Computer gelöscht werden. Diese spezielle Version erschütterte die virtuelle Community am 12. Mai 2017. Nur wenige Tage später wurde sie von einem Sicherheitsforscher, der unter dem Nicknamen MalwareTech bekannt ist, gestoppt.

Bezahlen Sie WannaCry-Autoren nicht und stellen Sie Dateien auf verschiedene Weise wieder her

Bei der Entfernung von WannaCry sollte man sich ausschließlich auf professionelle Tools verlassen und es nicht versuchen manuell zu entfernen. Der Virus ist extrem gefährlich und nutzt komplexe Maßnahmen, um sich auf dem kompletten Computersystem auszubreiten und zudem weitere im Netzwerk befindliche Computer und Smartgeräte zu infizieren. Je eher Sie den Virus beseitigen, desto besser. Verschwenden Sie also keine Zeit.

Wenn Sie ein Back-up von Ihren Daten haben, überstürzen Sie die Datenwiederherstellung nicht, denn ist der Virus nicht vollständig entfernt, werden auch die Sicherheitskopien verschlüsselt. Für das beste Resultat empfehlen wir die von unserem DieViren-Team vorbereitete Anleitung zu befolgen.

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