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  • Geprüft · Apr. 2021

Defray-ErpressersoftwareRichtig entfernen?

Eine Schritt-für-Schritt-Entfernungsanleitung für betroffene Geräte. Folgen Sie dem geprüften Verfahren unten — die meisten Leser sind in unter 10 Minuten fertig.

Lucia Danes · Virenexpertin

Erpressersoftware Defray trifft Krankenhäuser und Firmen

Defray sample

Der Defray-Virus ist eine neue datenverschlüsselnde Bedrohung, die die Dateien ihrer Opfer mit AES-256 verschlüsselt. Der hierfür verwendete Schlüssel wird zusätzlich mit RSA-2048 verschlüsselt. Defray ist derzeit vor allem im Vereinigten Königreich und in den Vereinigten Staaten im Umlauf. Die Hauptmerkmale der Schadsoftware sind:

  • Verschlüsselt Daten mit einer Kombination aus AES-256 und RSA-2048
  • Verlangt 5000 USD Lösegeld
  • Greift ausgewählte Firmen, Bildungseinrichtungen und Krankenhäuser an
  • Verbreitung durch Phishing-Seiten und DOC-Dateien
  • Deaktiviert die Systemstartreparatur und überwacht Befehle im Task-Manager
  • Löscht Schattenkopien

Zudem wurde entdeckt, dass sich die Schadsoftware an Phishing-Techniken bedient. Die Cyberkriminellen präsentieren folgende drei E-Mail-Adressen zur Kontaktaufnahme: [email protected], [email protected] und [email protected].

Obwohl die E-Mail-Adressen vermuten lassen, dass der Angreifer Russischsprachig ist, is es möglich, dass dies lediglich ein Ablenkungsmanöver ist, denn der Erpresserbrief wurde in einem anspruchsvollen und korrektem Englisch verfasst. Trotz der Warnungen in der Mitteilung, raten wir dringendst zur Entfernung von Defray. FortectIntego oder MalwarebytesMalwarebytes kann hierbei behilflich sein.

Da die Schadsoftware nicht alle Unternehmen weltweit, sondern nur eine ausgewählte Zahl angreift, ist es wahrscheinlich, dass der Angreifer oder die Gruppe organisiert ist und sich auf das Erpressen von Geld konzentriert, statt wie in den Fällen von WannaCry and Petya.A globales Chaos anzurichten.The screenshot of Defray ransom note

Viele Fragen sind unbeantwortet

Klickt der anvisierte Computernutzer die infizierte DOC-Datei an, wird ihm eine gefälschte Mitteilung angezeigt, die angeblich eine integrierte Videonachricht enthält. Um die Erpressersoftware zu aktivieren, müssen die Opfer das Video lediglich starten. Da die Schadsoftware Krankenhäuser angreift, wurde die Datei mit „Patient Report“ (dt.: Patientenbefund) betitelt.

Interessant ist, dass die Schadsoftware bereits am 15. August entdeckt wurde und die DOC-Datei zu dieser Zeit ein vermeintliches Video mit einer Videopräsentation enthielt. Die Schadsoftware erhielt ihren Namen übrigens aufgrund der Anfragen, die sie an defrayable-listings.000webhostapp[.]com sendet. Es ist ferner bekannt, dass Defray etliche verschiedene Dateiformate im Visier hat und unwahrscheinlich, dass die verschlüsselten Dateien mit einer besonderen Endung markiert werden.

Defray hinterlässt zwei Dateien, FILES.txt und HELP.txt, mit identischem Inhalt. Die darin enthaltene Nachricht ist keine übertriebene Warnung. Im Folgenden ein Ausschnitt:

Don’t panic, read this and contact someone from IT department.
Your computer has been infected with a virus known as ransomware. All files including your personal or business documents, backups and projects are encrypted.
Encryption is very sophisticated and without paying a ransom you won’t get your files back.
You could be advised not to pay, but you should anyway get in touch with us.
Ransom value for your files is 5000$ to be paid in digital currency called bitcoins.
If you have questions, write us.
If you have doubts, write us.
If you want to negotiate, write us.

Verbreitungsrate der Schadsoftware weiterhin gering

Obwohl die Verbreitungsrate noch ziemlich gering ist, da nur selektierte Firmen, sowie Bildungseinrichtungen und medizinische Institute in den Vereinigten Staaten und dem Vereinigten Königreich anvisiert werden, macht die Kryptoschadsoftware dennoch von diversen Übertragungsmethoden Gebrauch.

Hauptsächlich verbreitet sie sich über Spammails. Die Schadsoftware könnte folglich als E-Mail einer vermeintlichen offiziellen Behörde versandt werden. Die Datei kann zudem als Rechnung betitelt sein. In solchen E-Mails fehlen meist passende Referenzen oder haben Tippfehler.

Des Weiteren tragen Phishing-Seiten zu einer Infizierung mit Defary bei. Zum Schutz vor dem Trojaner sollte man daher die Sicherheitsanwendungen auf dem Computer aktuell halten. Ein ausreichender Schutz ist äußerst wichtig. Im Folgenden gehen wir auf die Entfernung von Defray ein.

Defray-Schadsoftware beseitigen

Jeder Erpressungsprogrammentwickler wird warnen keine Wiederherstellungsprogramme zu verwenden. Die Schadsoftware ist tatsächlich sehr komplex, weswegen es noch keinen offiziellen Defray Decrypter gibt.

Trotzdem sollte man sich mit der Entfernung des Defray-Virus beeilen. Wenn die Anti-Malware nicht gestartet werden kann, wird Ihnen die unten aufgeführte Anleitung behilflich sein. Die Bedrohung löscht zwar die von Windows erstellten Schattenkopien, aber die Daten können problemlos mit früher erstellten Back-ups wiederhergestellt werden. Am Ende dieser Seite finden Sie einige nützliche Tools für die Wiederherstellung.

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