Floxif-Schadsoftware versteckte sich in CCleaner

Floxif ist der Name eines gefährlichen Trojaners, der sich durch eine korrupte Version des beliebten PC-Optimierers CCleaner ausbreiten konnte. Die Schadsoftware war zwischen dem 15. August 2017 und dem 12. September 2017 im Umlauf und infizierte über 2 Millionen Nutzer. Nach dem Angriff erfasste der Virus diverse Informationen über das Gerät seiner Opfer und übertrug sie an einen entfernten Server.
Der Floxif-Trojaner war in der Hauptdatei des Programms installiert – CCleaner.exe. Der Virus konnte folglich ins System gelangen, wenn man CCleaner (v5.33.6162) oder CCleaner Cloud (v1.07.3191) heruntergeladen hatte. Der Virus wurde allerdings nur auf Systeme mit der 32-Bit-Version von Windows ausgeführt.
Forscher haben mehrere Versionen von Floxif entdeckt. Sie verhalten sich jedoch meistens in ähnlicher Weise und stehlen eine Reihe Informationen über ihre Opfer, dazu gehören auch technische Daten über den anvisierten Computer wie:
- Computername,
- Liste von installierten Programmen,
- Liste von aktiven Prozessen,
- MAC-Adressen der ersten drei Netzwerkadapter,
- einzigartige ID des Computers.
Der sogenannte CCleaner-Virus kann zudem persönliche Informationen wie Anmeldedaten oder Kreditkarteninformationen erfassen. Trotz seiner Funktion als Keylogger ist es auch möglich, dass er kurz nach dem Verbinden mit seinen Remote-Servern noch weitere schädliche Programme installiert, wie zum Beispiel Erpressersoftware.
Es versteht sich daher von selbst, dass die Entfernung von Floxif eine extrem wichtige Rolle für den Schutz von Computer, Daten und sensiblen Informationen spielt. Nutzer, die CCleaner zwischen dem 15. August und 12. September installiert haben, wird geraten das Programm zu aktualisieren und das Gerät mit einem bewährten Schadsoftware-Entferner, wie bspw. FortectIntego, zu scannen. Auf diese Weise sollte sich der Trojaner ohne Probleme beseitigen lassen.

Die Vorgehensweise von Trojan.PRForm.A
Wie bereits erwähnt, wurde in der originalen ausführbaren Datei von CCleaner schädlicher Code eingespeist. Wenn Nutzer das Programm herunterladen, installieren sie somit auch Schadsoftware. Wenn der Floxif-Trojaner installiert ist, lädt er umgehend die Datei symsrv.dll herunter und speichert sie in folgendes Verzeichnis:
C:\Programme\Common Files\System\symsrv.dll
Zudem registriert er in der Windows-Registrierungsdatenbank folgenden Unterschlüssel.
HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Piriform\Agomo
Darüber hinaus kann Floxif weitere Modifizierungen in der Registrierungsdatenbank vornehmen, um schädliche Aufgaben durchzuführen und sich im System zu verbergen. Der Trojaner verbindet sich mit mehreren Windows-APIs und versucht wichtige Systemdateien zu löschen:
%Programme%\Common Files\System\symsrv.dll.dat
%Benutzer%\Administrator\Local\Temp\…\*.tmp
Der Trojaner veranlasst zahlreiche Systemveränderungen und ist eine Gefahr für die Privatsphäre. Nutzer von CCleaner werden daher dringendst zur sofortigen Entfernung von Floxif gebeten.
Die Verbreitung des schädlichen Programms erreicht neues Niveau
Den Autoren des „CCleaner 5.33“-Virus ist es gelungen die originale Programmdatei zu hacken und schädlichen Code in ein legitimes Programm einzuspeisen. Sie konnten hierdurch 2,27 Millionen Nutzer infizieren, die eine kompromittierte Version von CCleaner installiert haben, die seit dem 15. August 2017 auf der Webseite der Entwickler (Piriform) verfügbar war.
Aktuelle Untersuchungen zeigen außerdem, dass Floxif gezielte Angriffe gegen Tech-Giganten wie Microsoft, Samsung, Sony usw. einleitete. Der Trojaner konnte etwa 20 Computer infizieren, die zu diesen Unternehmen gehörten.
Sicherheitsexperten aus Schweden warnen, dass alle, die CCleaner heruntergeladen haben, infiziert sein können. Nutzer sollten daher umgehend zur neuesten Version wechseln. Des Weiteren ist ein Systemscan mit einem professionellen Antivirenprogramm empfehlenswert, um sicherzustellen, dass keine schädlichen Komponenten auf dem System hinterbleiben.
Wichtige Schritte, die man nach einem Floxif-Angriff unternehmen sollte
Um Floxif vom Gerät zu entfernen und die persönlichen Daten vor Cyberkriminellen zu schützen, muss man diese drei wichtigen Aufgaben erfüllen:
- Das Update von CCleaner (v5.34 oder höher) installieren.
- System mit einem bewährten Schadsoftware-Entferner scannen.
- Passwörter ändern.
Das Aktualisieren von CCleaner zu seiner aktuellsten Version reicht eventuell nicht aus. Für eine anständige Entfernung von Floxif sollte man das Gerät mit einer professionellen Sicherheitssoftware wie FortectIntego prüfen. Der Schritt ist notwendig, weil Hacker immer noch Zugriff zum Computer haben könnten oder möglicherweise weitere Schadsoftware installiert haben. Sobald man mit einem Antivirenprogramm oder einem Schadsoftware-Entferner einen vollständigen Scan durchführt, werden alle gefährlichen Komponenten beseitigt.
Nachdem der Floxif-Virus entfernt worden ist, ist es ein Muss die Passwörter für soziale Netzwerke, E-Mail-Konten, Bankseiten und anderen Konten zu ändern. Es ist nicht bekannt, welche vertraulichen Daten die Hacker stehlen konnten. Man muss folglich sicherstellen, dass Kriminellen der Zugriff auf die Konten verwehrt wird.
War diese Anleitung hilfreich?
Schreiben Sie den ersten Kommentar