Ist das Erpressungsprogramm Hucky wirklich so gefährlich wie Locky?
Kommt Ihnen Hucky eventuell bekannt vor? Schließlich wurde die Infizierung nach der berüchtigten erpresserischen Infizierung Locky benannt, welche im vergangenen Jahr die Internetnutzer terrorisiert hat. Zahlreiche Hobby-Hacker sind von dem Erfolg von Locky fasziniert. Es ist daher keine Überraschung, dass ständig neue Varianten basierend auf dem Virus im Web auftauchen. Der „Hungarian Locky“ (dt. ungarische Locky) oder einfach nur Hucky ist eine davon. Die Virenersteller haben nicht nur bestimmte Funktionen von Locky übernommen und sie in ihre Software eingebaut, sondern sie imitieren Locky schlichtweg. Hucky nutzt den gleichen Erpresserbrief, die gleiche Dateiendung und das gleiche Bezahlsystem. Der Hauptunterschied ist, dass der Virus ungarisch ist und vermutlich primär Geräte in Ungarn angreift.

Hinsichtlich der restlichen Arbeitsweise des Virus scheint er den ursprünglichen Versionen von Locky identisch zu sein. Zuerst wird das schädliche Skript mithilfe von Spammails auf dem Computer eingeschleust. Das Skript wird dann durch die Makro-Funktion von Word aktiviert, wodurch der Virus letztlich auf dem Computer heruntergeladen wird. Anschließend folgen die Datenverschlüsselung und ein Systemneustart, wodurch zahlreiche Dateien unzugänglich werden. Im Vergleich zu Locky hat Hucky jedoch nur ungefähr 200 verschiedene Dateitypen im Visier und diese umfassen auch Videospieldateien wie die von Minecraft, World of Tanks usw. Selbst wenn Sie nicht zu den Gamern gehören, gibt es keinen Grund Luftsprünge zu machen, denn der Virus kann auch Microsoft-Office-Dateien, Bilder, Archive usw. verschlüsseln. Man darf also nicht erwarten, dass man unversehrt entkommt. Sie können sich aber immerhin auf die Entfernung von Hucky vorbereiten. Wir empfehlen hierfür die lizenzierte Version von FortectIntego zu erwerben und mit dem Programm einen Systemscan durchzuführen. Interessant zu erwähnen ist außerdem, dass Hucky die alten .locky-Endungen nutzt, welche in den neuen Versionen von Locky geändert wurden. Dies kann ein guter Ansatzpunkt für die Identifizierung des Virus sein.
Bei Hucky wurde das von älteren Locky-Varianten genutzte Dokument _locky_recover_instructions.txt zu _Adatok_visszaallitasahoz_utasitasok.txt umgeändert. Obwohl das Design dasselbe ist, sind die darin enthaltenen Informationen leicht verschieden. Trotzdem findet man eine kurze Erklärung über die Geschehnisse auf dem Computer und wie man die unerfreuliche Situation wieder in Ordnung bringt. Virenopfer haben 24 Stunden Zeit mit den Verbrechern über die E-Mail [email protected] Kontakt aufzunehmen. Die Höhe des Lösegelds, sowie Informationen zur Bezahlung sind nicht im Dokument enthalten. Wir nehmen jedoch an, dass man die Informationen nach der persönlichen Kontaktaufnahme erhält. Die Datenentschlüsselung kostet wahrscheinlich wie üblich zwischen 0,5 und 2 Bitcoins pro Gerät. Wenn Sie die Bezahlung des Lösegelds in Erwägung ziehen, nur zu. Bedenken Sie aber, dass die Hacker einfach mit dem Geld verschwinden könnten, ohne irgendwelche Datenentschlüsselungsalternativen bereitzustellen. Verschwenden Sie daher nicht Ihr Geld und schützen Sie die zukünftigen Daten, indem Sie Hucky vom Computer entfernen.
Wie schützt man die Dateien vor dem Erpressungsprogramm?
Da der Hucky-Virus sich noch in der Wachstumsphase befindet, sollte an erster Stelle der Systemschutz liegen. Stellen Sie sicher, dass das Betriebssystem und alle darauf befindlichen Programme aktuell sind und den neuesten Normen entsprechen. Auf diese Weise reduzieren Sie Systemlücken und schützen sich vor ein versehentliches Herunterladen von erfundenen und vireninfizierten Softwareupdates. Es ist natürlich außerdem sehr empfehlenswert in ein professionelles und leistungsstarkes Antivirenprogramm zu investieren. Bitte keine Raubkopie. Vergessen Sie zudem nicht regelmäßig Sicherheitskopien von Ihren Dateien anzufertigen und speichern Sie sie auf abgetrennten Computern, externen Festplatten oder USB-Sticks. Sie können damit unerwartete Datenverluste vorbeugen und Daten mühelos wiederherstellen.
Wissenswertes über die Entfernung von Hucky:
Im Wesentlichen gibt es nur einen sicheren Weg für die Entfernung von Hucky, und zwar die automatische Entfernung mithilfe eines professionellen Antivirenprogramms. Der Virus mag zwar nicht so komplex wie Locky sein, wird sich dennoch seinen Platz auf dem Computer hart erkämpfen. Die manuelle Entfernung ist demzufolge schwierig. Wenn Sie auch nur eine oder zwei schädliche Dateien übersehen, bleibt der Virus auf dem Computer und verschlüsselt alle neuen Dateien. Bei der Entfernung von Hucky ist Ihr Eingriff nur erforderlich, wenn der Virus versucht die Systemscans von Antivirenprogrammen zu blockieren. Befolgen Sie in diesem Fall die unten aufgeführte Anleitung. Wenn Sie den Virus endlich entfernt haben, können Sie sich dem Abschnitt für die Datenwiederherstellung widmen. Vielleicht finden Sie dort einige Methoden, die Ihnen dabei helfen die Dateien zurückzubekommen.
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