Erpressersoftware Kryptonite tarnt sich als Snake-Spiel

Der Kryptonite-Virus ist eine Krypto-Schadsoftware, die sich anscheinend noch in der Entwicklungsphase befindet. Sie unterscheidet sich von anderer Schadsoftware insbesondere, weil sie sich als das Spiel Snake tarnt. Beim Öffnen der Datei snake_game.exe sind die Namen der vermeintlichen Autoren sichtbar: Manish Kumar und Gaurav Anand. Der IT-Experte Leo bekam das Muster glücklicherweise in die Hände und konnte es dem israelischen Institut für Technologie zuordnen.
Die Erpressersoftware versieht die Dateien derzeit noch nicht mit einer neuen Endung, aber verschlüsselt sie trotzdem mit RSA-2048. Im Folgenden eine kleine Zusammenfassung über die Features. Kryptonite
- fragt nach dem Ausführen von getmyId.exe.
- spielt nach der Verschlüsselung eine Sprachnachricht ab.
- markiert die Dateien nicht mit einer speziellen Endung.
- nutzt das Verschlüsselungsverfahren RSA-2048.
Obwohl die Verschlüsselung der Dateien gelingt, ist die Entfernung von Kryptonite äußerst ratsam. FortectIntego oder MalwarebytesMalwarebytes kann hierbei behilflich sein.
Trotz Absturz Dateien verschlüsselt
Vielleicht wollten die Autoren lediglich ihre Programmierfertigkeiten austesten und gar keine ausgereifte Schadsoftware entwickeln. Die Funktionsweise ist nicht makellos, denn die Anwendung stürzt gelegentlich ab oder hängt ohne weitere Reaktion.
Hinzu kommt, dass die Schadsoftware nach einem Ausführen von der Datei getmyID.exe fragt, aber die Datei gar nicht existiert. Interessanterweise haben sich die Autoren auch noch ein Feature vom Cerber-Virus abgeguckt. Nachdem der Virus gestartet und die Verschlüsselung fertiggestellt wurde, informiert urplötzlich eine männliche Stimme darüber, dass alle Dokumente und Fotos verschlüsselt worden sind.
Die Autoren haben sich außerdem dazu entschlossen keine neue Dateiendung festzulegen. Die Inhalte der Dateien sind dennoch mit einem komplexen Algorithmus verschlüsselt.
Am unüblichsten ist jedoch die Bezahlphase. Im Gegensatz zu dem typischen Zahlungsverfahren, wo das Lösegeld in Bitcoins überwiesen werden muss, wird bei Kryptonite 500 Dollar verlangt. Statt das Geld zu überweisen, soll man seine Kreditkarteninformationen angeben.
Offensichtlich sollte man davon absehen das Lösegeld zu bezahlen. Erstens ist die Schadsoftware noch in der Entwicklungsphase und zweitens bekommen die Angreifer hierdurch persönliche Daten, wodurch letztendlich größerer finanzieller Schaden angerichtet werden kann. Entfernen Sie Kryptonite also so schnell wie möglich.
Wie die Computer infiziert werden
Wie bereits erwähnt, infiltriert die Schadsoftware den Computer als Snake-Spiel bzw. die Datei snake_game.exe. Betroffene könnten außerdem den Prozess cad.exe im Task-Manager finden. Um den Trojaner zu stoppen, welcher übrigens als Win32.Trojan-Ransom.Filecoder.P@gen oder Ransom_KRYPTONITE.A erkannt wird, ist es empfehlenswert das Gerät mit einer Sicherheitsanwendung auszurüsten. Installieren Sie hierfür eine Anti-Spyware. Schadsoftware-Entferner sind bei solchen Viren natürlich ebenfalls effektiv.
Sich allein auf Software zu verlassen, reicht heutzutage leider nicht aus, um das Risiko einer Infizierung erheblich zu verringern. Spielewebseiten sind oft ein Paradies für Erpressersoftware. Bevor Sie also ein Spiel herunterladen, sollten Sie sicherstellen, dass es sich um eine legitime Version handelt. Eine aktuelle Sicherheitsanwendung hilft dabei getarnte Schadsoftware zu vermeiden.
Kryptonite beseitigen
Die Schadsoftware ist glücklicherweise noch nicht ausgereift, weshalb keine Probleme bei der Entfernung auftreten sollten. Wenn die Schadsoftware doch versucht die Entfernung zu verhindern, sollte die unten aufgeführte Anleitung behilflich sein.
Die manuelle Entfernung von Kryptonite ist nicht empfehlenswert, weil Virendateien auf dem System übrigbleiben könnten. Zu guter Letzt möchten wir noch darauf hinweisen, dass bei manchen Computernutzern ein Angriff wahrscheinlicher ist.
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