Der Lick-Virus ist eine neue Version vom Erpressungsprogramm Kirk – Lernen Sie hier, wie er funktioniert
Der Lick-Virus ist ein komplexes Computerprogramm und fällt in die Kategorie der Erpressungsprogramme. Sein Auftauchen ist ein weiteres Zeichen dafür, dass die Branche der Erpressungsprogramme regelrecht boomt. Beim Vergleich von Lick und Kirk ist aufgefallen, dass die zwei Viren sich sehr ähneln und eventuell sogar von derselben Gruppe entwickelt worden sind. Sowohl Lick als auch Kirk wurde in der Programmiersprache Python geschrieben. Lick blendet direkt nach seiner Ausführung folgende Mitteilung ein: “File Decrypter is initializing for your system. This may take some time. Click ‘Ok’ to close this dialog box and wait for the ‘Finished’ popup.” Wenn Sie diese Nachricht auf dem Bildschirm sehen, sollten Sie den Computer sofort herunterfahren und den Internetkabel ausstöpseln! Sie müssen dann das Erpressungsprogramm im abgesicherten Modus entfernen. Laden Sie hierfür unsere Entfernungsanleitung auf dem Handy oder einem anderen Gerät und beseitigen Sie damit den Virus. Nachdem Sie den Computer in den abgesicherten Modus mit Netzwerktreibern gestartet haben, laden Sie FortectIntego oder eine andere Anti-Malware herunter, installieren die Sicherheitssoftware und führen einen vollständigen Systemscan aus, um das Erpressungsprogram endgültig zu entfernen.
Wenn die Lick-Schadsoftware es geschafft hat die Dateien zu verderben, sieht man am Ende der Dateinamen ein .Licked (wie bspw. beispielbild.jpg.Licked). Das Erpressungsprogram erstellt außerdem eine Datei namens ERRORLOG.txt, worin alle verschlüsselten Dateien mit ihrem Speicherort und Namen aufgelistet werden. Des Weiteren erstellt es eine Datei namens RANSOM_NOTE.txt, in der die Textversion der Mitteilung der Cyberkriminellen zu finden ist. Danach öffnet sich ein Programmfenster mit dem Titel Lick, welches ein aus ASCII-Zeichen bestehendes Bild und diese Nachricht anzeigt: “Thanks for your patience! Finished. Malware infection. Read this! Oh no! The Lick ransomware has encrypted your files!”. Der Virus informiert hier über die Infizierung und dass alle Dateien verschlüsselt worden sind. Es wird außerdem angegeben, wie viele Dateien verschlüsselt worden sind, welche Dateitypen das Ziel sind und wie hoch das Lösegeld ist. Überraschenderweise soll das Lösegeld in der Währung Monero überwiesen werden. Typisch sind nämlich normalerweise Forderungen in Bitcoins. Der Virus gibt auch eine Preistafel mit verschiedenen Staffelungen. Wenn man das Lösegeld innerhalb zwei Tage bezahlt, kostet die Entschlüsselung der Daten 50 Monero, bei 3-7 Tagen 100 Monero und 15-30 Tagen 500 Monero. Nach der Bezahlung soll man mit den Gaunern via E-Mail Kontakt aufnehmen und die verschlüsselte Passwortdatei (pwd) und die ID an eine der folgenden Adressen schicken: [email protected] oder [email protected].
Wie infiziert man sich mit dem Erpressungsprogramm?
Laut Gerüchten wird Lick durch Spammails verbreitet, weshalb es sich empfiehlt bei neuen E-Mails sehr vorsichtig zu sein. Bleiben Sie am besten von allen verdächtigen Inhalten fern, die von unbekannten Absendern verschickt werden. Bedenken Sie auch, dass Betrüger dazu in der Lage sind mit Social-Engineering-Methoden zum Öffnen von schädlichen Links oder E-Mail-Anhängen zu überlisten. Hierbei wird meist versucht mit kurzen Nachrichten Interesse zu wecken. Man könnte beispielsweise darum bitten den Anhang anzuschauen, welcher als Rechnung, Lebenslauf, Einzelheiten einer Zahlung oder ähnliche sichere Dokumente getarnt sind. Sobald man die Datei jedoch öffnet, wird das Erpressungsprogramm auf dem Computer geladen. Des Weiteren werden Erpressungsprogramme mit Exploit-Kits, verseuchten Internetanzeigen und Ähnlichem verbreitet
Wie entfernt man den Lick-Virus vom System?
Der Lick-Virus hält die Dateien „sicher“ bis man das Lösegeld bezahlt. Wenn man die Forderungen begleicht, wird die direkte Datenwiederherstellung versprochen. Wir raten allerdings dringendst davon ab das Lösegeld zu überweisen. Wer weiß schon, ob Kriminelle ihr Wort halten und das Entschlüsselungsprogramm aushändigen. Sich Hoffnungen zu machen ist also nicht ratsam. Sie können einen Großteil Ihrer Dateien mit einem früher angefertigten Back-up wiederherstellen. Wenn Sie keine Back-ups gemacht haben, können Sie unten aufgeführte Methoden ausprobieren. Wir empfehlen für die Entfernung des Lick-Virus übrigens eine Anti-Malware zu verwenden, denn die manuelle Entfernung ist nicht nur zeit- und nervenraubend, sondern auch sehr fehleranfällig. Wenn nicht alle Virendateien entfernt werden, bleibt das System nämlich anfällig für weitere böswillige Eingriffe.
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