Welche Veränderungen gibt es bei dem Erpressungsprogramm n1n1n1 seit seinem Erscheinen?
N1n1n1 machte sich erstmals im September 2016 bemerkbar und hat sich seitdem nicht viel verändert. Die Entwickler von n1n1n1 haben lediglich die Markierung der verschlüsselten Dateien und den Dateinamen der Lösegeldforderung geändert, welche nun decrypt explanations.html heißt. Das Design des Virus weist ebenfalls keine Änderungen auf und lässt mit seiner 90er Jahre gestylten Lösegeldforderung und Bezahlseiten weiterhin wundern, ob jemand ein Streich auf dem Computer gespielt hat. Trotzdem wäre es nicht vernünftig die Infizierung ohne anständige Analyse zu unterschätzen. Wir haben daher in diesem Artikel einen Überblick über den Virus vorbereitet, womit Sie den Virus identifizieren und vom Computer entfernen können, bevor er mehr Schaden auf dem System anrichtet.
Die Schadsoftware gehört in die Gruppe von Viren, die ihr Bezahlsystem auf das berüchtigte Tor-Netzwerk basieren, welches die Anonymität der Entwickler sichern soll. Durch den Locky-Virus ist die Beliebtheit des Servers zwar erheblich zurückgegangen, aber dennoch scheinen die Erpressungsprogrammentwickler lieber auf alte und bewährte Methoden zurückzugreifen. Die hinter dem Virus steckenden Hacker könnten quasi ein paar Teenager sein und trotzdem würde es sich nicht verhindern lassen, dass der Virus ernsten Schaden auf dem Computer anrichtet, indem er die persönlichen Dateien sperrt. Die Verbrecher verlangen zurzeit für den Entschlüsselungsschlüssel 0,5 bis hin zu 1,5 Bitcoins, für den einzigen Schlüssel, der die verschlüsselten Daten wieder entschlüsseln kann. Wir empfehlen allerdings den Forderungen von Verbrechern nicht Folge zu leisten, denn der Wahrscheinlichkeit nach geht nur einer mit Gewinn aus der Situation weg. Stattdessen ist es ratsam sich auf die Entfernung von n1n1n1 zu konzentrieren. Sie können die Bedrohung beseitigen, indem Sie mit FortectIntego einen Scan durchführen. Es ist wichtig, dass der Schädling beseitigt wird, bevor er das ganze Betriebssystem umschlingt.

Die Ersteller von n1n1n1 riskieren selbst bei der Verschlüsselung der Daten nichts. Sie nutzen die bewährten Verschlüsselungsverfahren AES und RSA, welche noch heute nicht knackbar sind. Interessant ist auch, dass diese Arten von Verschlüsselungen normalerweise das Ändern von Dateinamen oder das Hinzufügen von zusätzlichen Dateiendungen beinhaltet. Der N1n1n1-Virus zum Beispiel fügt 8-9 beliebige Zeichen zwischen dem Dateinamen und der Dateiendung hinzu. Eine verschlüsselte Datei würde dann wie folgt aussehen: dateinamejg9bl4mk.jpg. Achtung: Neuere Version des Virus könnten allerdings auch Endungen wie .n1n1n1 oder .999999 nutzen. Nachdem die Dateien verschlüsselt sind, speichert der Virus ein Dokument namens How return files.txt auf dem Desktop und in infizierten Ordnern. In der Datei befindet sich eine kurze Einführung über den Virus und die Datenwiederherstellung. Die Mitteilung startet mit einem spöttischen Vermerk darüber, dass man einen Übersetzer nutzen sollte, wenn man kein Englisch versteht. Gefolgt von Anweisungen, wie man den Tor-Browser herunterlädt und installiert. Zu guter Letzt weisen die Hacker auf ihre E-Mail-Adresse als Markenzeichen hin – [email protected]. Es gibt bereits Vermutungen darüber, dass die Bedrohung im Zusammenhang mit dem Erpressungsprogramm Flyper steht. Flyper verärgert seine Opfer, indem es anbietet ein E-Mail-Konto zu erstellen und Kontakt aufzunehmen, aber in den nächsten Zeilen darauf hinweist, dass sie die Nachricht möglicherweise nicht erhalten oder lesen werden. Generell ist es keine gute Idee Anweisungen und Empfehlungen von Hackern zu befolgen. Es gibt zwar nur wenige Möglichkeiten die Dateien wiederherzustellen, aber dennoch ist es besser n1n1n1 zu entfernen und die Dateien auf andere Weise versuchen zu retten.
Die Übertragung von Erpressungsprogrammen und die Möglichkeiten bei der Datenwiederherstellung:
N1n1n1 verbreitet sich wie jede andere erpresserische Computerbedrohung. Es besteht der Verdacht, dass das Programm mit Spammails und Malvertising verteilt wird. Schadsoftwareentwickler sind oft clever und finden zahlreiche Wege, um zum Herunterladen von Viren zu überlisten. Sie geben sich zum Beispiel als Repräsentanten einer Behörde oder einer bekannten Organisation aus und senden in ihrem Namen E-Mails mit Dokumenten im Anhang. Wenn man das Dokument allerdings öffnet, wird der Virus auf dem Computer heruntergeladen und automatisch aktiviert. Eine Infizierung mit dem Virus ist umso wahrscheinlicher, wenn sich Sicherheitslücken auf dem System befinden. Um diese zu mindern, müssen die Anwendungen auf dem Computer auf dem Laufenden gehalten und insbesondere die Sicherheitsanwendungen regelmäßig aktualisiert werden. Zudem darf man nicht vergessen, dass solche Viren auch über File-Sharing-Seiten und -Anwendungen verbreitet werden. Wenn man nicht stets vorsichtig ist und auf einen infizierten Link klickt, bahnt sich der N1n1n1-Virus seinen Weg ins System.
Zum Zeitpunkt der Erstellung des Artikels gibt es noch keine Lösung für die Entschlüsselung der Daten, außer als das Geld für den Entschlüsselungsschlüssel zu bezahlen. Jedoch ist diese Art der Datenwiederherstellung nicht gerade verlässlich, da es keine Garantien gibt und die Verbrecher die volle Kontrolle über die Zukunft der Dateien haben. Glücklicherweise sind Fortschritte in der Entwicklung von Datenwiederherstellungsprogrammen zu verzeichnen. Programme wie PhotoRec, R-Studio oder Kaspersky Antiviren-Tools können zum Beispiel wenigstens ein paar Dateien retten. Eine vollständige Systemwiederherstellung ist allerdings zurzeit noch ein Wunschtraum.
Kann man diesen zerstörerischen Virus vom Computer löschen?
Verschwenden Sie am besten keine Zeit und beginnen Sie direkt mit der Entfernung von n1n1n1. Die manuelle Entfernung ist leider häufig sinnlos und eine langwierige Prozedur. Laden Sie daher eine Anti-Spyware wie bspw. FortectIntego oder MalwarebytesMalwarebytes herunter und installieren Sie sie, um n1n1n1 automatisch zu beseitigen. Im Erpresserbrief der Hacker werde die Opfer angewiesen die Sicherheitsprogramme zu deaktivieren, weil sie die Installation von Tor behindern. Allerdings ist die Sicherheitsanwendung ihre Trumpfkarte im Kampf gegen die Cyberbedrohung. Nachdem sie den Virus erfolgreich beseitigt hat, können Sie sich nach Programmen umschauen, die in der Wiederherstellung der verschlüsselten Dateien hilfreich sind.
Das Erpressungsprogramm selbst mag zwar nicht wie ein komplexer Virus aussehen, aber trotzdem lässt es sich nicht einfach beseitigen und kann Probleme während der Entfernung verursachen. Sie können in diesem Fall von folgender Anleitung Gebrauch machen.
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