Neue Form von Erpressungsprogramm sperrt die Daten in passwortgeschützte Archive ein
Der neu entdeckte RoshaLock-Virus scheint dem Erpressungsprogramm All_Your_Documents zu entstammen, welches zum ersten Mal in Februar 2017 gesichtet wurde. Das Erpressungsprogramm hat sich seitdem weiterentwickelt und es ist heute schon bekannt, dass es mindestens zwei Versionen von RoshaLock gibt. Denn Betroffene haben neulich angefangen Angriffe von RoshaLock 2.0 zu melden, woraus sich schließen lässt, dass die Ursprungsversion des Erpressungsprogramms ein Update erhielt. RoshaLock unterscheidet sich von anderen Erpressungsprogrammen in der Hinsicht, dass es die Dateien nicht verschlüsselt, sondern sie alle in einem Archiv packt (für jedes Laufwerk eins) und es mit einem Passwort schützt. In der Virenanalyse wurde festgestellt, dass das Erpressungsprogramm 2634 verschiedene Dateitypen anvisieren kann. Es werden demzufolge wohl kaum Dateien auf dem Computer übrigbleiben, nachdem das schädliche Programm seine Arbeit verrichtet hat. Der Virus nennt die Archive All_Your_Documents.rar und speichert sie in dem neu erstellten Ordner: [Laufwerk Buchstabe]:\All_Your_Documents\All_Your_Documents.rar. Anschließend speichert RoshaLock seinen Erpresserbrief in der Datei namens All Your Files in Archive! .txt.
Der Erpresserbrief wurde in fünf Sprachen verfasst: Englisch, Deutsch, Französisch, Spanisch und Italienisch. Das Opfer wird hierin angewiesen sich die Anweisungen aufmerksam durchzulesen und die Programme WinRar und Tor herunterzuladen. Anschließend wird erklärt, wie man mithilfe des Tor-Browsers auf die Bezahlseite zugreifen kann, um das für das Entsperren der Archive benötigte Passwort zu erwerben. Die Bezahlungen können ausschließlich in Bitcoins vorgenommen werden. Auf der Bezahlseite findet man außerdem den Betrag für das geforderte Lösegeld, sowie die Warnung, dass wenn das Lösegeld vom Besuch der Webseite an nicht innerhalb 3 Tage bezahlt wird, sich das Lösegeld täglich um 0,05 Bitcoins erhöht. Zurzeit ist noch nicht bekannt, ob die Cyberkriminellen ihr Wort halten und das Passwort für die Dateien herausgeben. Wir empfehlen Cyberkriminellen kein Vertrauen zu schenken und die Bezahlung des Lösegelds zu verweigern. Mit der Bezahlung unterstützt man lediglich Kriminelle in ihren Machenschaften und steuert zum Wachstum dieser illegalen Branche bei. Statt den Forderungen nachzugehen ist es empfehlenswert RoshaLock umgehend vom System zu entfernen. Es ist möglich, dass der Virus mit weiteren schädlichen Programmen ins System eingedrungen ist, weshalb wir dringendst raten für die Entfernung von einer Anti-Malware Gebrauch zu machen. Wir empfehlen an dieser Stelle immer wieder gerne FortectIntego. SpyHunterCombo Cleaner und MalwarebytesMalwarebytes sind allerdings ebenfalls gute Alternativen.
Was ist über RoshaLock 2.0 bekannt?
Vor Kurzem wurden Schadsoftware-Analysten darüber in Kenntnis gesetzt, dass es eine Version von RoshaLock gibt, die sich selbst als RoshaLock 2.0 präsentiert. Offensichtlich handelt es sich hier um eine aktualisierte Version von der ursprünglichen Schadsoftware. Die neue Version verlangt ein höheres Lösegeld als ihr Vorgänger. Die ursprüngliche Version verlangte „nur“ 0,35 BTC, dieses Mal sind es aber 1,05 BTC. Der Dateiname des Erpressungsbriefs, sowie die Namen der passwortgeschützten RAR-Archive wurden nicht geändert und heißen immer noch entsprechend All_Your_Documents.rar und All Your Files in Archive! .txt. Es sind zurzeit noch keine Methoden für die Wiederherstellung der Daten, die sich dieser erpresserische Virus bemächtigte, bekannt.
Aktuelle Verbreitungsmethoden
Laut Berichten von Betroffenen verbreitet sich das Erpressungsprogramm RoshaLock in Form eines gefälschten „Excel-Dateireparaturprogramm“. Wir schließen jedoch nicht die Möglichkeit aus, dass der Virus mit irreführenden E-Mails oder anderen Verbreitungsmitteln im Umlauf gebracht wird. Er könnte außerdem mithilfe von Exploit-Kits verbreitet werden. Um das Risiko einer Infizierung zu reduzieren, empfiehlt es sich folgende Regeln zu beachten:
- Halten Sie Ihre Programme aktuell. Wenn Programme rechtzeitig aktualisiert werden (womit bekannte Sicherheitslücken geschlossen werden), ist das Risiko auf einen Angriff durch Exploit-Kits geringer.
- Erstellen Sie Back-ups. Selbst wenn Sie das beste Antivirenprogramm installiert haben, ist eine Infizierung mit einem Erpressungsprogramm immer noch möglich (falls Sie bspw. das erste Opfer eines neuen Virus sind). Ein Back-up kann hier Leben retten.
- Öffnen Sie keine verdächtigen E-Mails. Cyberkriminelle können sich als verschiedene Personen/Firmenmitarbeiter ausgeben. Lassen Sie sich von solchen Maschen nicht überlisten. Betrüger geben hierbei gerne vor Mitarbeiter von Amazon, PayPal usw. zu sein und senden vermeintliche Rechnungen, Empfangsdokumente oder ähnliche Schriftstücke, die man sich unbedingt ansehen muss. Klicken Sie also nicht überstürzt auf den Anhang, denn darin verbergen sich die Bedrohungen.
RoshaLock entfernen
Wie enttäuschend dies auch klingen mag, aber der RoshaLock-Virus ist ein gut strukturiertes Erpressungsprogramm. Wenn die Infiltrierung des Systems gelingt, werden die Dateien zu einem Archiv verpackt und die Wahrscheinlichkeit, dass man seine Dateien je wiedersieht, löst sich in Luft auf. Die RAR-Archive sind passwortgeschützt und der Inhalt verschlüsselt. Das Passwort zu erraten ist nicht möglich. Moderne Verschlüsselungsverfahren sind ebenfalls nicht zu lösen, weshalb die Dateien absolut unzugänglich sind. Wir bezweifeln leider stark, dass die Cyberkriminellen nach der Bezahlung des Lösegelds das Passwort herausgeben. Wir raten allerdings generell davon ab Internetkriminalität finanziell zu unterstützen. Starten Sie also Ihre Anti-Malware und entfernen Sie RoshaLock. Sobald Sie den Virus entfernt haben, können Sie mithilfe von Back-ups die Dateien auf den virenfreien Computer importieren.
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