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  • Geprüft · Apr. 2021

ShurL0ckr ransomwareRichtig entfernen?

Eine Schritt-für-Schritt-Entfernungsanleitung für betroffene Geräte. Folgen Sie dem geprüften Verfahren unten — die meisten Leser sind in unter 10 Minuten fertig.

Julie Splinters · Expertin im Bereich Schadsoftwareentfernung

ShurL0ckr – Ein erpresserischer Virus, der von einem Großteil der Antivirenprogramme nicht erkannt wird

Illustration of the ShurL0ckr ransomware

ShurL0ckr ist eine Zero-Day-Erpressersoftware und wurde Anfang Februar 2018 von Cloud Access Security Broker Bitglass und Cylance entdeckt. Es steht bereits fest, dass sie eine neue Version der Gojdue-Ransomware ist und als Ransomware-as-a-Service angeboten wird. In anderen Worten: Diejenigen, die mit dem Sperren von Nutzerdaten und dem Erpressen von Lösegeldern illegal Geld verdienen möchten, können sich an der Verbreitung des ShurL0ckr-Virus beteiligen.

Zurzeit ist ShurL0ckr dazu in der Lage einen Großteil der Antiviren-Engines zu umgehen und bekannte Cloud-Anwendungen, einschließlich Google Drive und Microsoft Office 365, zu infiltrieren. Mehrere Bitglass-Tests auf VirusTotal haben gezeigt, dass nur 7% der 67 getesteten Antiviren-Engines ShurL0ckr erkennen und entfernen können.

Wie wir bereits erwähnt haben, wird die Erpressersoftware als neue Version von Gojdue angesehen, obwohl ihr Verhalten mit dem der Ransomware Satan übereinstimmt. Auch wenn es recht überraschend ist, dass ShurL0ckr Cloud-Dienste infizieren kann, nutzt es traditionelle Verbreitungsmethoden. ShurL0ckr verbreitet sich vor allem durch Spammails und ihren Word-Anhängen, die voller schädlicher Makros sind.

Der ShurL0ckr-Virus ist gefährlich in der Hinsicht, dass er Daten in der Cloud sperren kann. Das Forschungsteam von Bitglass hat bereits schockierende Testresultate geliefert, die zeigen, dass 44% der Organisationen infiziert worden sind und die Ransomware mindestens eine ihrer Clouds gesperrt hat. OneDrive, Google Drive, Dropbox und weitere Cloud-Dienste mit integrierten Schadsoftware-Schutz gelten als anfällig für ShurL0ckr.

Aufgrund der Fähigkeit die Erkennung bei Anwendungen und Diensten, die einen integrierten Schadsoftware-Schutz haben, zu umgehen, wird erwartet, dass der ShurL0ckr-Virus sich weiter weltweit ausbreitet. Die Höhe des geforderten Lösegeldes ist nicht bekannt. Es ist möglich, dass die Hacker es anhand der Anzahl an verschlüsselten Dateien oder entsprechend der Organisation bestimmen.

Wenn Sie der Ransomware zum Opfer fallen, sollten Sie sie zuallererst vom System entfernen. Es gibt zwar noch kein offizielles Entschlüsselungsprogramm für den erpresserischen Virus, aber Sicherheitsexperten raten trotzdem davon ab das Lösegeld zu bezahlen. Jedes erhaltene Lösegeld motiviert Hacker zu weiteren Verbrechen. Zudem gibt es keine Garantie, dass man nach der Überweisung wirklich ein funktionierendes Entschlüsselungsprogramm erhält.

Die von ShurL0ckr verschlüsselten Dateien lassen sich zurzeit nicht entschlüsseln und können nur mit Back-ups oder eventuell mit professionellen Datenwiederherstellungstools retten. Weitere Informationen über die Möglichkeiten bezüglich der Datenwiederherstellung finden Sie am Ende des Artikels. Vergessen Sie aber nicht, zuerst ShurL0ckr zu entfernen. Sie können hierfür FortectIntego, SpyHunterCombo Cleaner, MalwarebytesMalwarebytes oder eine andere professionelle Anti-Malware verwenden.

ShurL0ckr virus removal guide

Es gibt keinen hundertprozentigen Schutz vor Ransomware-Attacken

Die hier besprochene Erpressersoftware wird mit den gleichen Methoden wie bei der Satan-Ransomware verbreitet. Die Virenersteller versenden hierbei an diverse und beliebig gewählte E-Mail-Klienten Spammails, die im Anhang eine Word-Datei enthalten. Niemand ist also vor dem Empfang der Spamnachricht immun. Wenn das potenzielle Opfer versucht die Datei zu öffnen, wird es darum gebeten die Makro-Funktion zu aktivieren. Wenn sie aktiviert wird, wird die ausführbare Datei der Erpressersoftware, häufig als setup.exe benannt, gestartet und der Virus nistet sich ins System ein.

Hacker können den Virus außerdem via Phishing-Seiten oder Drive-by-Downloads verbreiten. Sobald der Virus ausgeführt wird, startet er die Verschlüsselung der Dateien und erstellt eine Textdatei, die von der Sicherheits-Community gerne als Erpresserbrief bezeichnet wird. In der Textdatei wird der Virenhintergrund erklärt und Anweisungen für die Bezahlung des Lösegelds gegeben (normalerweise soll die Bezahlung in Bitcoins und via Tor erfolgen).

Eine goldene Regel für den Ransomware-Schutz gibt es leider nicht. Wir empfehlen jedoch keine verdächtigen E-Mails zu öffnen, beim Internetsurfen nicht auf suspekt aussehende Anzeigen zu klicken und keine unbekannte Software herunterzuladen. Außerdem gilt bei alleinstehenden .exe-Installationsprogrammen Vorsicht.

Vor der Datenwiederherstellung: ShurL0ckr entfernen!

Der ShurL0ckr-Virus befindet sich zurzeit in Überprüfung. Bis jetzt informierten Ransomware-Jäger über die Gefahren der neuen Zero-Day-Attacke und warnten davor, dass es die Erkennung von den meisten Antiviren-Engines und Cloud-Apps umgehen kann, darunter auch die von Microsoft und Google.

Wenn Sie dem Virus zum Opfer gefallen sind, raten wir davon ab das Lösegeld zu bezahlen. Da er ein Neuling im Markt ist, könnte er viele Schwachstellen haben, die schon bald von Cybersicherheitsexperten aufgedeckt werden.

Bis dahin empfehlen wir jedoch ShurL0ckr vom System zu entfernen. Ja, mit der Entfernung von ShurL0ckr werden alle verschlüsselten Dateien eliminiert. Es besteht aber trotzdem die Chance sie mit Back-ups, Schattenkopien oder Vorgängerversionen wiederherzustellen.

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