Erpressersoftware SynAck sorgt weltweit für Chaos und hat Unternehmen im Visier

SynAck (oder auch Syn Ack) ist ein erpresserischer Virus, der Benutzerdateien auf dem Computer verschlüsselt. Er wurde am 3. August 2017 entdeckt und zurzeit sind hiervon drei verschiedene Versionen im Umlauf. Nachdem SynAck die Dateien seiner Opfer verschlüsselt, speichert das schädliche Programm auf dem Desktop die RESTORE_INFO-[id].txt, worin Wiederherstellungsanweisungen enthalten sind.
Die Erpressersoftware informiert in diesem sogenannten Erpresserbrief ebenfalls über die verwendete Verschlüsselungsmethode:
Files are encrypted, algorithm used: ecies-secp192r1 & aes-ecb-256.
Die verschiedenen SynAck-Versionen liefern geringfügig verschiedene Informationen in den Erpresserbriefen. Jede Version präsentiert eigene Kontaktinformationen, worüber Opfer mit den Kriminellen Kontakt aufnehmen können:
- Die erste Version von SynAck verweist auf [email protected], [email protected], [email protected], [email protected] oder [email protected] und gibt als alternative Kontaktmöglichkeit die BitMessage-ID BM-2cTp9eosgjWs8SV14kYCDzPN3HJkwYk1LQ an.
- Die zweite Version der Erpressersoftware stellt die E-Mail-Adresse [email protected] und die BitMessage-ID BM-2cStoatQC4mDNWDHAoo2C1nYZJXhDsjCLj als Kontaktmöglichkeit zur Verfügung.
- Die letzte Version von SynAck legt zurzeit nahe über [email protected] oder via BitMessage BM-2cWsgWxq1X5M6qjDEBPvCdEbbPLn2zi43k Kontakt aufzunehmen.
Die Entwickler von SynAck fordern laut Opfern für die Datenwiederherstellung bis hin zu 1800 Euro in Bitcoins. Im Bitcoin-Wallet der Angreifer sind leider bereits über 98 Bitcoins eingegangen, woraus sich schließen lässt, dass sie eine beträchtliche Menge an Lösegeld erhalten haben. Sie sollten davon aber auf alle Fälle absehen, denn hiermit geben Sie Cyberkriminelle lediglich die Motivation für das Weitermachen und das Verbessern ihrer illegalen Vorhaben.
Alle Versionen des Virus verwenden bei der Markierung der Dateien bisher jedes Mal eine andere Endung. Es werden hierfür zehn beliebige Zeichen pro Datei generiert und an die originale Dateiendung angehangen.

Sobald der SynAck-Virus auf dem Computer bemerkt wurde, ist es äußerst ratsam ihn zügig zu entfernen. Bitte vergessen Sie nicht, dass die Entfernung des Virus nicht die Dateien wiederherstellt.
Sie müssen hierfür ein Back-up verwenden, das Sie (hoffentlich) früher erstellt haben. Programme wie FortectIntego können nicht nur die Erpressersoftware entfernen, sondern auch korrupte Systemdateien von Windows wiederherstellen, die eventuell während des Angriffs beschädigt wurden.
Wir raten von der manuellen Entfernung von SynAck ab, da der Virus einfach zu komplex ist, um von unerfahrenen Computernutzern korrekt beseitigt zu werden. Hinzu kommt, dass man überprüfen muss, ob die Erpressersoftware der einzige Virus auf dem Computer war. Ein vollständiger Systemscan ist daher mehr als empfehlenswert.
Berichten zufolge wird SynAck via RDP verbreitet
Die Erpressersoftware scheint mithilfe von RDP-Attacken verbreitet zu werden. Kriminelle versuchen hierbei per Brute-Force ihren Weg in die Computer bzw. Netzwerke zu finden. Auf diese Weise kann der Virus zügig Unternehmensnetzwerke kompromittieren und enorme Gelder für Wiederherstellungsprogramme verlangen.
Darüber hinaus kann die Schadsoftware mit anderen Mitteln verbreitet werden, wie zum Beispiel Malvertising, schädliche Spammails und Ähnliches. Die ständigen Bewegungen im Bitcoin-Wallet der Cyberkriminellen geben Grund zur Annahme, dass die schädliche Software als RaaS (Ransomware-as-a-Service) angeboten wird. Jeder Kriminelle kann in diesem Falle dem Affiliate-Programm beitreten und zu der Verbreitung des Virus beitragen.
Eine aktuelle Anti-Malware, regelmäßige Back-ups und das Aktivieren von automatischen Softwareupdates kann helfen einen Angriff zu verhindern. Zudem sollte man natürlich nicht vergessen starke Passwörter für Fernwartungen zu nutzen.
Experten berichten, dass vor allem die Vereinigten Staaten von Amerika, Frankreich, Belgien und die Niederlande von der hier beschriebenen Erpressersoftware betroffen waren.
SynAck-Schadsoftware vom Computer entfernen
Für die Entfernung von SynAck ist es äußerst ratsam von einem professionellen Schadsoftware-Entferner Gebrauch zu machen. SynAck ist kein typisches Computerprogramm und kann nicht über die Systemsteuerung deinstalliert werden.
Um SynAck erfolgreich zu entfernen, sollten Sie daher eine Software wie FortectIntego oder MalwarebytesMalwarebytes verwenden. Wenn die Sicherheitssoftware nicht normal startet, sollten Sie den Computer in den abgesicherten Modus starten. Die Schadsoftware kann nämlich das Sicherheitsprogramm daran hindern den Virus zu identifizieren und zu löschen.
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