Womit muss man beim PowerWare-Virus rechnen?
PowerWare ist wieder ein schädliches Programm, das in die Kategorie Erpressungsprogramme fällt. Es wird auf dieselbe Weise wie Locky verbreitet und eine Infizierung geschieht demzufolge durch das Herunterladen bestimmter E-Mail-Anhänge. Die E-Mails sehen gewöhnlich sicher aus und informieren darüber, dass ein Bericht vom Firmenchef im Anhang enthalten ist. Spammails werden typischerweise dazu genutzt schädlichen Code zu übertragen, welcher aktiviert wird nachdem man die Datei mit aktivierten Makros in Word öffnet. Der schädliche Code lädt die Komponenten vom PowerWare-Virus herunter und startet ihn anschließend. Daraufhin infiziert der Virus das komplette Computersystem, sucht alle wichtigen Dateien und verschlüsselt sie mit einem komplexen Verschlüsselungsverfahren. Ist der Verschlüsselungsprozess fertig, speichert das Erpressungsprogramm in jedem Ordner mit verschlüsselten Daten die Datei FILES_ENCRYPTED-READ_ME.HTML. Die darin enthaltene Mitteilung informiert die Opfer über die Verschlüsselung der Daten und verkündet, dass die Entschlüsselung ohne den dazugehörigen Entschlüsselungsschlüssel unmöglich sei. Der Entschlüsselungsschlüssel wird ferner für den Preis von 500 USD (zurzeit ungefähr 450 Euro) zum Kauf angeboten, aber nur für eine bestimmte Zeit. Wenn man das Lösegeld nicht in der gegebenen Zeitfrist überweist, verdoppelt sich der Preis, wodurch er dann auf 1000 USD steigt.
Sicherheitsexperten haben jedoch zum Glück ein Entschlüsselungsprogramm für PowerWare entwickeln können, welches Mitte Juli 2016 vorgestellt wurde. Laut den Forschern konnten sie das Tool erstellen, weil der Verschlüsselungsalgorithmus von PowerWare schwach ist. Das Entschlüsselungsprogramm wurde in der Programmiersprache Python geschrieben, wodurch Kenntnisse im Umgang mit der Windows Konsole erforderlich sind. Wenn Sie in Computersachen eher ein Laie sind, sollten Sie unsere Entfernungsmethoden und Wiederherstellungstipps weiter unten ausprobieren.

Eine Eigenschaft von PowerWare ist besonders interessant. Im Vergleich zu anderen Erpressungsprogrammen verschlüsselt es auch Dateien mit den Endungen .tax2013, .tax2014, .tax2015 usw. Der Verlust dieser Dokumente kann für Bewohner der USA katastrophal sein, da Steuerzahler sie für mindestens 3 Jahre sicher speichern müssen. In den Dateien sind Informationen über Steuern, die der Bewohner bereits bezahlt hat, enthalten. Anscheinend lassen sich manche mit dem Verlust solcher wichtigen Dokumente sehr beunruhigen und bezahlen daher das Lösegeld. Wir raten aber davon dringendst ab. Man weiß leider nie mit Sicherheit, ob die Gauner den Entschlüsselungsschlüssel herausrücken. Die Bezahlung des Lösegelds sollte also für die Wiederherstellung der Dateien die allerletzte Option sein oder besser noch überhaupt nicht in Betracht gezogen werden. Wenn Sie sich dazu entschieden haben das Lösegeld nicht zu bezahlen, sollten Sie PowerWare so schnell wie möglich entfernen. Sie können die Entfernung zwar selbst angehen, aber wir empfehlen nachdrücklich den Computer zu sichern und den Virus automatisch beseitigen zu lassen. Sie benötigen dafür eine bewährte Anti-Spyware. Aktualisieren Sie sie zuerst und führen Sie dann einen vollständigen Systemscan aus. Wir empfehlen immer wieder gerne FortectIntego.
Wie verbreitet sich das Erpressungsprogramm?
Der PowerWare-Virus kann sich in den Inhalten von hochriskanten Webseiten verbergen. Möchte man demzufolge ein versehentliches Herunterladen verhindern, muss man darauf verzichten auf aggressive Pop-ups oder aufdringliche Banner zu klicken. Ignorieren Sie außerdem alle Anzeigen, die behaupten Sie haben etwas gewonnen oder derartiges. In der Regel stellen sich solche Anzeigen als Schwindel heraus und leiten nach hochriskante Webseiten weiter. Wie wir bereits erwähnt haben, wird PowerWare mithilfe von E-Mails verbreitet. Achten Sie also bitte darauf, dass Sie keine verdächtigen E-Mails von unbekannten Absendern öffnen. Sehen Sie außerdem davon ab E-Mails zu öffnen, die in den Spamordnern landen.
Wenn Ihr Gerät bereits von diesem Virus infiziert worden ist, sollten Sie ihn umgehend vom System entfernen. Wenn Sie nicht unsere empfohlenen Programme verwenden möchten, können Sie auch gerne die unten aufgeführte Entfernungsanleitung befolgen.
Wie entfernt man PowerWare?
Es gibt keine Garantie, dass die Bezahlung des Lösegelds dabei hilft die Dateien wiederzubekommen. Man sollte Cyberkriminellen niemals vertrauen! Wenn Sie nicht Ihre Dateien UND Ihr Geld verlieren möchten, entfernen Sie PowerWare am besten umgehend. Wenn Sie die Entfernung schnell genug durchführen, können Sie den Verschlüsselungsprozess eventuell stoppen und einige Dateien retten. Falls die Dateien jedoch bereits verschlüsselt worden sind, haben Sie leider nicht viele Möglichkeiten. Sie können gerne eine dieser Programme ausprobieren: Photorec oder R-Studio. Wenn Sie Sicherheitskopien von Ihren Dateien angefertigt haben und Sie sie woanders, bspw. auf dem Handy, auf einem anderen Computer, einer externen Festplatte, auf einem USB-Stick oder einer DVD, gespeichert haben, können Sie alle Ihre Dateien problemlos wiederherstellen. Beseitigen Sie aber zuerst den PowerWare-Virus und alle dazugehörigen Komponenten. Danach können Sie das Gerät mit den Sicherheitskopien mit dem Computer verbinden und die Dateien importieren.
PowerWare ist eine hochentwickelte Computerbedrohung und ziemlich schwierig zu entfernen. Wir empfehlen aus diesem Grund nicht die manuelle Entfernungsoption von anderen sicherheitsbezogenen Webseiten zu befolgen und stattdessen den Virus automatisch zu beseitigen. Installieren Sie dafür eins dieser Programme: FortectIntego oder MalwarebytesMalwarebytes. Wenn Sie noch nie mit solchen Computerviren zu tun hatten, müssen Sie wissen, dass manche davon legitime Anti-Malware blockieren, damit sie ihre Entfernung vom System verhindern können. Wenn das bei Ihnen der Fall ist, nutzen Sie am besten unsere unten aufgeführte Anleitung, um die Blockierung der Anti-Spyware aufzuheben und die Entfernung von PowerWare fertigzustellen.
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