Zwer ist das 229. Mitglied der Ransomware-Familie Djvu und seit Mitte Juni 2020 im Umlauf

Die Erpressersoftware Zwer ist die neueste Version der berüchtigten Kryptoschadsoftware-Familie Djvu. Mitte Juni 2020 aufgetaucht, nimmt sie in der Liste der STOP/Djvu-Varianten den 229. Platz ein und gesellt sich zu den Varianten .nlah, .kkll und .nypd. Wie auch seine Vorgänger, verwendet Zwer das Verschlüsselungsverfahren RSA, um Benutzerdateien zu verschlüsseln und erstellt den üblichen Erpresserbrief _readme.txt. Zudem macht Zwer von der Dateiendung .zwer Gebrauch, um die verschlüsselten Dokumente, Bilder, Videos, Fotos, Datenbanken, Archive und anderen Daten von anderen zu unterscheiden.
Die Kriminellen, die hinter der Zwer-Erpressersoftware stecken, bieten die E-Mail-Adressen [email protected] und [email protected] zur Kontaktaufnahme an. Scheinbar verwenden sie dasselbe Erpressungsschema wie üblich, bei dem die Opfer aufgefordert werden, 980 USD in Bitcoins für einen Entschlüsseler zu zahlen. Allerdings versprechen sie, den Preis zu halbieren, wenn die Zahlung innerhalb von 72 Stunden erfolgt.
| Name | Zwer |
| Familie | Die berüchtigte Gruppe der STOP-/Djvu-Erpressersoftware. |
| Erstmals entdeckt | Juni 2020. Das erste Muster der Erpressersoftware, das auf die Support-Seite von Emsisoft hochgeladen wurde. |
| Klassifizierung | Der Zwer-Virus fällt in die Gruppe Erpressersoftware bzw. dateiverschlüsselnde Schadsoftware. |
| Versionsnummer | Die Erpressersoftware ist derzeit die aktuellste Version von Djvu und zählt Nummer 229 in der Liste. |
| Dateimarker | Die Viren nutzen die Dateierweiterung .zwer, um gesperrte Dateien zu markieren. |
| Verschlüsselungsverfahren | RSA |
| Verbreitung | Dieser Erpresser wird typischerweise via schädliche E-Mails, ungeschützte RDP-Ports, P2P-Netzwerke und Raubkopien verbreitet. |
| Andere Merkmale | Sobald die schädlichen Nutzdaten der Erpressersoftware ausgeführt werden, sperrt sie die Dateien und hinterlässt einen Erpresserbrief in _readme.txt, worin eine detaillierte Anleitung zur Bezahlung des Lösegelds zu finden ist. |
| Zahlungsbedingungen | Die Kriminellen drängen dazu, innerhalb von 72 Stunden 490 USD zu bezahlen. Wenn die Zahlung hinausgezögert wird, verdoppelt sich der Preis zu 980 USD. Die zurzeit einzig akzeptierte Währung ist Bitcoin. |
| Entfernung | Es ist nicht möglich die schädlichen Dateien der Erpressersoftware manuell zu finden. Die Identifizierung und Entfernung des Eindringlings lässt sich jedoch mit einem professionellen Antivirenprogramm durchführen. |
| Schaden | Durch die Entfernung der Erpressersoftware wird keine vollständige Wiederherstellung der betroffenen Systemdateien sichergestellt. Um Einträge in der Windows-Registry, Startdateien und andere Kernkomponenten zu reparieren, verwenden Sie das Tool FortectIntego. |
Das Auftauchen von Zwer wurde für Juni bereits erwartet, denn die Djvu-Entwickler sind berüchtigt für ihre regelmäßigen Veröffentlichungen. Das erste Exemplar dieses Virus wurde im Support-Forum von Emsisoft hochgeladen, wo das Opfer die _readme.txt zusammen mit einer Datei, die die Dateierweiterung .Zwer aufweist, präsentierte.
Eine eingehende Untersuchung ergab, dass Zwer aus der Djvu-Familie stammt. Zwer verwendet ähnliche Grundlagen für die Verbreitung, Infiltrierung, sowie Verschlüsselung und Erpressung. Den Forschern zufolge wird die Nutzlast in der Regel über Spammailanhänge oder raubkopierte Software verteilt. Außerdem kann sie zur Verbreitung des berüchtigten Trojaners AZORult dienen.
Nach erfolgreicher Infiltrierung beginnt die Erpressersoftware die erste Phase der Ausbreitung. Die Schadsoftware richtet mehrere Boot-Prozesse ein, startet die PowerShell, um Schattenkopien zu löschen und deaktiviert die AV-Engine, um ihrer Entfernung zu entgehen. Die Zwer-Ransomware kann zudem Host-Dateien beschädigen und über die Firewall den Zugriff zu sicherheitsbezogenen Foren und Webseiten blockieren, wo Anleitungen zur Entfernung der Ransomware und zur Wiederherstellung beschädigter Dateien zu finden sind.
Diese Cyberbedrohung sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen, da sie Sie den dauerhaften Dateiverlust verursachen kann. Die beste Lösung ist die vollständige Entfernung von Zwer mit einem Programm wie SpyHunterCombo Cleaner, MalwarebytesMalwarebytes oder einem anderen professionellen Antivirenprogramm. Dieser dateiverschlüsselnde Virus kann nicht nur die Daten auf dem Rechner verschlüsseln, sondern auch mehrere bösartige Dateien einschleusen, das System schwer beeinträchtigen und den Azorult-Trojaner als sekundäre Nutzlast herunterladen. Infolgedessen können Kriminelle Zugriff auf Ihre personenbezogenen Daten, einschließlich gespeicherter Passwörter, Bankdaten, Anmeldedaten usw. erhalten.
Die Veränderungen, die die Zwer-Erpressersoftware auslöst, sind kaum zu übersehen. Zunächst beginnt sie, bösartige Prozesse auszuführen, die auch im Task-Manager sichtbar sind, sodass auch die CPU-Auslastung deutlich ansteigt. Das offensichtlichste Zeichen für eine Infizierung mit der Ransomware sind jedoch die neuen Dateiendungen .Zwer, die an Bilder, Archive, Microsoft Office-Dokumente, Videos und anderen Benutzerdateien angehängt wird.

Zuletzt erstellt der Virus den Erpresserbrief_readme.txt in beliebigen Systemordnern und auf dem Desktop. Die Nachricht enthält detaillierte Anweisungen zur Kontaktaufnahme mit den Ransomware-Entwicklern und zur Überweisung des Lösegelds. Kurz gesagt wird von den Opfern erwartet, dass sie sich über die E-Mail-Adressen [email protected] und [email protected] mit den Betrügern in Verbindung setzen und ein Lösegeld überweisen, das zwischen 480 und 980 Dollar in Bitcoins variiert.
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Die hinter diesem Virus steckenden Kriminellen wollen so viel Geld wie möglich erpressen. Unser Ratschlag lautet jedoch, die Erpressersoftware direkt zu entfernen und dann zu versuchen, die Dateien mithilfe von Wiederherstellungssoftware zu retten. Lassen Sie sich nicht dadurch verschrecken, dass Sie die Dateien angeblich mit einem AV-Scan dauerhaft verlieren. Es handelt sich hierbei lediglich um Panikmache, die von Kriminellen angewandt wird, um Opfer zu ködern.
Nach der vollständigen Entfernung der Zwer-Erpressersoftware können Sie die Wiederherstellung der verschlüsselten Daten angehen. Da Djvu eine der größten Ransomware-Familien ist, haben Cybersicherheitsexperten viel Zeit investiert, um kostenlose Entschlüsselungssoftware zu entwickeln. Im Moment ist das Dr. Web Rescue Pack wahrscheinlich das zuverlässigste Tool zur Wiederherstellung von Dateien. Allerdings können mit diesem Tool nicht alle Djvu-Varianten erfolgreich wiederhergestellt werden. Probieren Sie im Falle des Falles alternative Datenwiederherstellungsmethoden aus, einige listen wir am Ende dieses Artikels auf.
Die Methoden, die Kriminelle für die Verbreitung von Ransomware einsetzen
Experten von LosVirus.es haben uns ihre Erkenntnisse über die Methoden, mit denen Cyberkriminelle typischerweise Ransomware verbreiten, zur Verfügung gestellt. Hiernach ist Spam das beliebteste Medium zur Verbreitung bösartiger Nutzlasten. Betrüger erstellen sicher aussehende E-Mail-Nachrichten im Stil verschiedener Unternehmen (DHL, FedEx, Weißes Haus, Rotes Kreuz usw.) und verbergen die Erpressersoftware in den infizierten „Auftragsbestätigungen“ oder ähnlichen angehangenen Dokumenten.
Spammails sind dennoch nicht die einzigen Überträger von Ransomware. Hacker nutzen oft anfällige RDP-Verbindungen (Remote Desktop Protocol) aus und verwenden Brute-Force-Angriffe, um Zielsysteme zu infizieren. Der TCP-Port 3389 ist eine der am häufigsten ausgenutzten Schwachstellen, die es Kriminellen ermöglicht, potenzielle Opfer anzugreifen. P2P-Netzwerke, illegale oder gehackte Webseiten, Software-Cracks, Keygens und andere Online-Inhalte können ebenfalls leicht von Hackern ausgenutzt werden.

Daher reicht die Installation eines Virenschutzprogramms nicht aus, um das System vor Schadsoftware zu schützen. Ein aktives und präventives Verhalten des Benutzers ist ebenso wichtig. Zunächst einmal sollte man Backups von den wichtigsten Dateien, wie Dokumente oder Familienfotos, anfertigen. Zweitens sollte man sich es gut überlegen, bevor man illegale Software herunterlädt oder eine potenziell gefährliche Domain besucht.
Verwenden Sie ein professionelles Antivirenprogramm, um die Zwer-Erpressersoftware zu entfernen
Die Entfernung von Zwer erfordert den Einsatz eines leistungsstarken Virenschutzprogramms. Wenn Sie schon einmal mit einem Virus des Typs Ransomware/Erpressersoftware zu tun hatten, sollten Sie wissen, dass eine manuelle Entfernung unter keinen Umständen möglich ist. Dateiverschlüsselnde Viren sind sehr umfangreich aufgebaut und schleusen Dutzende von bösartigen Dateien an verschiedenen Stellen des Systems ein, um in Windows bösartige Befehle ausführen zu können.
Vor dem Versuch die Zwer-Ransomware zu entfernen, empfehlen wir die verschlüsselten Dateien auf einen alternativen Speicherort zu kopieren, sei es auf einem USB-Stick/-Laufwerk oder der Cloud. Dies ist lediglich eine Vorsichtsmaßnahme, um den dauerhaften Verlust der Dateien zu verhindern.

Für eine vollständige Entfernung von Zwer verwenden Sie SpyHunterCombo Cleaner, MalwarebytesMalwarebytes oder eine andere AV-Engine Ihrer Wahl. Versuchen Sie danach, die Daten mithilfe der unten angegebenen Lösungen wiederherzustellen.
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