Die Auswirkungen von einer Infizierung mit dem Heimdall-Virus
Der Heimdall-Virus gehört zu den aus der Mythologie inspirierten Cyberbedrohungen. Die Entwickler des Virus scheinen in den altnordischen Mythologien wahre Wonne gefunden zu haben, denn sie terrorisieren die Welt mit der Familie von Erpressungsprogrammen ODIN, Locky und Thor. Diesmal haben sie sich für ihr Erpressungsprogramm den Namen von Heimdall, dem Gott des morgendlichen Sonnen- und Tageslichtes, geliehen. Nachdem der Autor den Virus auf GitHub veröffentlicht hat, wurde ihm natürlich mehr Beachtung geschenkt. GitHub ist ein für jedermann zugängliches Open-Source-Projekt zum Veröffentlichen und Teilen von Code. Der Autor von Heimdall hat hier die Funktionen seines Programms demonstriert. Obwohl keine Ausbreitung im großen Ausmaß erwartet wird, gibt es dennoch bereits Fälle, wo Computernutzer von dem Virus angegriffen wurden. Wenn Sie dem Heimdall-Virus ebenfalls zum Opfer gefallen sind, sollten Sie den Virus schnell vollständig entfernen. Weitere Informationen über die Entfernungsschritte finden Sie unterhalb des Artikels.
Das Erpressungsprogramm wurde in der Programmiersprache PHP geschrieben. Obwohl die Funktionsweise sich etwas von anderen Erpressungsprogrammen unterscheidet, ist das Prinzip dennoch dasselbe. Heimdall versteckt sich in einer 482 Zeilen langen PHP-Datei und nutzt für die Verschlüsselung der Daten eine spezielle Variante von AES-128-CBC. Sobald der dateiverschlüsselnde Virus auf dem System landet, erzeugt er von dem Erpressungsbrief eine Bilddatei und präsentiert [email protected] als Kontaktinformation. Der Preis für das Freilassen der Dateien beträgt zwei Bitcoins. Das eingeblendete Fenster enthält außerdem Abschnitte, wo jeweils die Passwörter für die Verschlüsselung und die Entschlüsselung eingegeben werden können.

Interessant ist, dass das Erpressungsprogramm das Skript in $_SERVER['DOCUMENT_ROOT'] speichert und die Dateien in diesem Ordner verschlüsselt.
Die schädlichste Eigenschaft von dem Erpressungsprogramm ist, dass es alle Dateien, unabhängig vom Dateityp, verderben kann. Gesperrte Dateien lassen sich anschließend anhand der Endung .heimdall erkennen. In diesem Zusammenhang ist Heimdall sogar schlimmer als Locky, da Locky nur eine bestimmte Anzahl an Dateitypen im Visier hat und nicht alle. Dass die Autoren von Heimdall jedoch auf irgendeine Weise mit den Gaunern von Locky zusammenarbeiten, wird nicht vermutet, denn die Lösegeldforderung unterscheidet sich von Locky erheblich.
Obwohl der Entwickler das Erpressungsprogramm nur aus rein informativen Absichten erstellt hat, könnte das Veröffentlichen des Quellcodes in vielerlei Hinsichten negative Auswirkungen haben. Als die Entwickler von Apocalypse zum Beispiel über eine ihrer Varianten im Darknet prahlten, ist dies dem Virenforscher Fabian Wosar zu Ohren gekommen und konnte ein zügig ein Entschlüsselungsprogramm entwickeln. Der Heimdall-Virus zeigt im Gegensatz zum raffinierten Image von Locky auch solch ein amateurhaftes Verhalten. Spezialisten folgern daher, dass mit dem Veröffentlichen des Virus auf GitHub, die Chancen gering sind, dass es zu einem globalen Virus wird. Es besteht aber trotzdem die Gefahr, dass andere Hacker sich dadurch wichtiges Wissen für ihre zukünftigen Cyberbedrohungen aneignen konnten. Zugleich ist es natürlich auch wichtig, dass die Infizierung sofort beseitigt wird. Sie können hierfür FortectIntego verwenden.
Wann hijackt der Virus die Computer?
Obwohl der brasilianische Entwickler darum gebeten wurde das Erpressungsprogramm von GitHub zu holen, ist die Schadsoftware dort immer noch ersichtlich und wurde wahrscheinlich noch nicht auf das World Wide Web losgelassen. Wenn es aber um Erpressungsprogramme und deren Ersteller geht, wäre es naiv zu erwarten, dass sie ein Gewissen haben. Selbst wenn der Autor keine große Infizierungsaktion startet, könnten andere die Arbeit für ihn übernehmen. Da Virenforscher aber nun den Virus in ihren Händen haben, wäre es möglich, dass das Erpressungsprogramm gar nicht sein volles Potenzial ausnutzen kann. Trotzdem sollte man für den Fall, dass Heimdall im Internet als Virus verbreitet wird, Spammails nicht leichtfertig öffnen. Häufig verbergen sie in ihren schädlichen .doc-, .js- oder .dll-Anhängen die dateiverschlüsselnde Schadsoftware.
Heimdall leicht entfernen
Wenn Sie es geschafft haben sich mit dem Heimdall-Virus zu infizieren, empfehlen wir für die Entfernung eine Anti-Spyware, wie bspw. FortectIntego, zu verwenden. Die Sicherheitsanwendung entfernt erpresserische Viren effektiv und stellt sicher, dass alle Elemente vollständig beseitigt werden. Vergessen Sie aber nicht das Programm vorher zu aktualisieren. Wenn Sie bei der Entfernung der Bedrohung auf Probleme treffen, sollten Sie einen Blick auf folgende Anleitung werfen. Nachdem Sie die Schritte durchgeführt haben, sollten Sie Heimdall entfernen können.
Hat diese Anleitung geholfen?
Schreiben Sie den ersten Kommentar