Nemesis verlangt 10 Bitcoins für fragwürdige Entschlüsselungssoftware

Nemesis ist eine Krypto-Schadsoftware, die mithilfe des Verschlüsselungsverfahrens AES-256 Dateien auf dem Computer verschlüsselt. Im Anschluss hierauf speichert sie einen Erpresserbrief in der Datei „### DECRYPT MY FILES ###.html” und ändert zudem den Desktop-Hintergrund. Die Cyberkriminellen drängen für die Datenwiederherstellung zur Kontaktaufnahme über die angegebene E-Mail-Adresse und zur Bezahlung des Lösegelds.
Der Virus markierte die Dateien ursprünglich mit der Endung .v8dp. Allerdings sind mittlerweile auch folgende Endungen gängig:
- .id-ID des Opfers_[TOR URL].63vc4,
- .l454t,
- .id_[ID des Opfers]_[[email protected]].t5019,
- .id_[ID des Opfers]_[[email protected]].nemesis,
- .id_[ID des Opfers]_[[email protected]].t5019.
Nachdem alle Dateien verschlüsselt worden sind, lädt die Schadsoftware ihren Erpresserbrief herunter und speichert ihn in jedem Ordner mit betroffenen Dateien. Die Angreifer geben an, dass die Dateien nicht ohne den Nemesis Decryptor wiederhergestellt werden können. Die Höhe des Lösegelds kann zudem variieren. In den meisten Fällen wird jedoch ungefähr 10 Bitcoins verlangt; eine enorme Geldsumme. Wir raten daher dringendst davon ab das Lösegeld zu bezahlen. Schließlich geben Kriminelle keine Garantien, dass die Daten freigelassen werden.
Der Nemesis-Virus wird gerne mit der berüchtigten Erpressersoftware Cerber verglichen. Allerdings vermuten manche Forscher, dass die Schadsoftware von den gleichen Hackern stammt, die kontinuierlich mit den nach @india.com benannten Viren für Terror sorgen. Es gibt jedoch noch keine öffentliche Bekanntmachung hierüber.
Die griechische Mythologie ist immer noch ein beliebtes Thema unter Hackern. Eine der neueren Erpressungsprogramme – Erebus – ist diesen Monat im Web erschienen. Ein Grund für den Erfolg dieser Bedrohungen ist die Nutzung der AES-Verschlüsselung. Die Entwickler haben sich folglich für die gleiche Methode entschieden und machen von AES-256 Gebrauch, um Benutzerdateien zu verschlüsseln. Die verschlüsselten Daten können hierdurch ohne den dazugehörigen Entschlüsselungsschlüssel nicht wiederhergestellt werden.
Sicherheitsforscher arbeiten zum Glück hart daran, dass keine Überweisung an Cyberkriminelle vorgenommen werden muss, indem sie legitime Entschlüsselungsprogramme herausbringen. Man kann daher erwarten, dass in naher Zukunft auch ein Entschlüsselungsprogramm für Nemesis zur Verfügung steht.
Trotz der großen Bedrohung, die von erpresserischen Viren ausgeht, gibt es dennoch Hoffnung auf ein Zurückerhalt der Dateien. Zuallererst ist es jedoch notwendig, dass man Nemesis vom Computer entfernt. Anschließend kann man sich der Datenwiederherstellung widmen. Starten Sie die Entfernung am besten sofort mit der Hilfe von FortectIntego.
Wenn sich Sicherheitssoftware nicht installieren oder aktualisieren lässt, sollten Sie einen Blick auf die Entfernungsanleitung weiter unten werfen. Sie erfahren dort, wie Sie den Virus vorübergehend deaktivieren, um ihn anschließend mit einer bewährten Sicherheitssoftware entfernen zu können.

Ein weiteres Update für die Erpressersoftware – Juli 2017
Sicherheitsforscher haben Ende Juli eine brandneue Variante von Nemesis entdeckt. Sie heißt CryptOn und markiert verschlüsselte Dateien mit .id_[ID des Opfers]_[[email protected]].t5019. Andernfalls wurden keine bedeutenden Änderungen wahrgenommen.
Die neue Krypto-Schadsoftware verbreitet sich weiterhin mit denselben Methoden. Nach der Infiltrierung überliefert sie den gleichen Erpresserbrief mit ausführlichen Anweisungen für den Kauf des Nemesis Decryptors. Opfer müssen jedoch zuerst mit den Angreifern über die E-Mail-Adresse [email protected] Kontakt aufnehmen.
Ohne Zweifel ist davon abzuraten die Anweisungen zu befolgen. Bezahlen Sie nicht das Lösegeld. Niemand kann garantieren, dass die Angreifer eine funktionierende Entschlüsselungssoftware besitzen oder sie bereitwillig sind sie herauszugeben. Vergessen Sie nicht, dass Geschäfte mit Cyberkriminellen selten gut ausgehen. Entfernen Sie daher CryptOn oder andere Varianten von Nemesis und probieren Sie alternative Datenwiederherstellungsoptionen aus.
Die Verbreitungsstrategien
Diese Art von Cyberbedrohung wird in der Regel über zwei verschiedene Kanäle verbreitet: Spammails und Trojaner. Spammails sind im Verlauf der letzten Jahre stets eine beliebte Methode gewesen und bleiben es vorerst immer noch. Obwohl IT-Experten ständig zur Vorsicht raten, fallen Computernutzer dennoch auf die Tricks herein.
Als Folge einer Datenpanne wurde bspw. eine bekannte Schadsoftware in einer gefälschten E-Mail, die sich als Mitteilung vom Office of Personnel Management (OPM) ausgab, übertragen. Ob es nun eine offizielle E-Mail einer Steuerbehörde oder der Polizei ist, man sollte angehangene Dokumente nicht überstürzt öffnen. Andernfalls kann es sehr schnell passieren, dass man sich mit einer Erpressersoftware wie Nemesis infiziert.
Des Weiteren muss man sich vor Trojanern und Exploit-Kits in Acht nehmen, die Kryptoviren übertragen. Üblich ist es, dass sie in kompromittierten File-Sharing-Seiten lauern. Um das Risiko einer Infizierung zu mindern und ggf. Infizierungen zu beseitigen, ist die Installation einer bewährten Anti-Spyware äußerst ratsam.
Nemesis-Erpressersoftware vom System entfernen
Wenn Sie den Nemesis-Virus zuverlässig entfernen möchten, installieren Sie FortectIntego oder MalwarebytesMalwarebytes und scannen Sie damit das Gerät. Beide Programme müssen allerdings zuerst vor dem Scan aktualisiert werden, damit sie alle Komponenten der Schadsoftware identifizieren können. Ist der Virus entfernt, können Sie mit der Datenwiederherstellung beginnen.
Mehr Informationen über die Entfernung von Nemesis finden Sie in der unten aufgeführten Anleitung. Es ist noch nicht viel über die Schadsoftware bekannt und es kann demzufolge sein, dass sie die Funktionen des Computers beeinträchtigt. In diesem Fall sollten Sie die Anleitung befolgen und den Computer in den abgesicherten Modus mit Netzwerktreibern starten. Nachdem Sie den Virus entfernt haben, starten Sie das System neu und führen sicherheitshalber noch einen Scan aus. Nun können Sie sich endlich der Datenwiederherstellung widmen.
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