Erpressersoftware Scarab kehrt mit .scorpio-Variante zurück

Der Scarab-Virus ist eine Erpressersoftware und scheint eine weitere Variante der Virenfamilie HiddenTear zu sein. Seine Forderungen stellt der Virus in der Datei IF_YOU_WANT_TO_GET_ALL_YOUR_FILES_BACK_ PLEASE_READ_THIS.txt. Obwohl die Schadsoftware zwar von Base64, einer viel schwächeren Verschlüsselungsmethode als RSA-2048 oder AES-256, Gebrauch macht, kann sie dennoch Schaden anrichten.
Im Erpresserbrief werden Opfer darüber informiert, dass die Dateien verschlüsselt und mit .scarab markiert worden sind, weil sich im Betriebssystem eine Sicherheitslücke befindet. Darauffolgend werden Opfer dazu angewiesen die persönliche ID an die Angreifer zu senden und stellen hierfür die E-Mail-Adresse [email protected] bereit. Die neueste Version der Schadsoftware markiert die Dateien mit .scorpio. Des Weiteren wird eine andere E-Mail-Adresse zur Kontaktaufnahme angegeben – [email protected]. Ferner bieten die Entwickler das kostenlose Entschlüsseln von drei Dateien an, um Vertrauen zu gewinnen.
Die Entwickler von Scarab geben keine Informationen zur Höhe des Lösegelds an, sondern drängen eher zur sofortigen Kontaktaufnahme, um Geld zu sparen. Das Lösegeld soll in Bitcoins überwiesen werden. Man folgt hierbei der Vorgehensweise von Locky und stellt zwei Links für weitere Informationen parat. Es gibt jedoch keinen Grund das Lösegeld zu bezahlen. Entfernen Sie stattdessen die Erpressersoftware Scarab.
Der Name der Schadsoftware, Scarab, steht für das populäre Symbol im Pharaonenreich, dem Skarabäus. Er bezieht sich zudem auf eine weitere Erpressersoftware, die sich derselben Thematik widmet. Die Schadsoftware Ramsey hat sich neulich als neue Variante des Jigsaw-Virus entpuppt. Man könnte folglich annehmen, dass die gleichen Hacker hinter der Entwicklung der Schadsoftware stecken. Andererseits könnten die Gauner auch einfach mit den Locky-Verbreitern sympathisieren, welche die Namensgebung nach Göttern sichtlich präferieren. Eine der affilierten Versionen, Osiris, war letztes Jahr aktiv und sorgte für Chaos.
Wenn Schadsoftwareforschern ein Muster der Scarab-Schadsoftware zur Verfügung steht, wird es einfacher sein ihren Ursprung zu bestimmen, sowie Gegenmaßnahmen zu finden. Die Schadsoftware sollte jedoch nicht unterschätzt werden, da sie verborgene Funktionen hat. Obwohl sie keine eigenständige Anwendung ist, sollte die Tatsache, dass sie Geräte infiltrieren und Dateien verschlüsseln kann, eine große Warnung sein.
Wenn Sie dieser Bedrohung zum Opfer gefallen sind, sollten Sie den Scarab-Virus sofort entfernen. FortectIntego oder MalwarebytesMalwarebytes kann hierbei behilflich sein.

Ausbreitung des Verbreitungsnetzwerks
Der Erfolg einer Erpressersoftware ist besonders von ihrer Fähigkeit auf verschiedenen Wegen verbreitet zu werden abhängig. Scarab wird dem Anschein nach seine Opfer über Spammails anvisieren. Trotzdem, dass diese Methode weniger effektiv als die Nutzung von Exploit-Kits oder schädlichen Skripten ist, bevorzugen Hacker ironischerweise diese Art der Verbreitung fast ausschließlich. Das Problem ist, dass es immer noch Computernutzer gibt, die auf die alten Tricks hereinfallen und E-Mail-Anhänge öffnen, die einen zum vermeintlichen Gewinn gratulieren oder über eine nicht zugestellte Lieferung informieren.
Wenn man nicht jederzeit im Internet rational denkt und vorsichtig ist, wird selbst ein Antivirenprogramm nicht vor einer Infizierung mit Scarab oder anderer Schadsoftware schützen können. Zudem gibt es immer noch einige Hacker, die die alte Masche nutzen und über korrupte Webseiten gefälschte Meldungen einspeisen, die zum Aktualisieren von Java oder Adobe Flash Player drängen.
Kryptovirus Scarab permanent beseitigen
Trotz der Warnungen davon abzusehen die Namen der verschlüsselten Dateien zu verändern oder den Virus zu entfernen, raten wir zum Gegenteil. Unsere Sicherheitsexperten empfehlen Scarab dringendst mit einer Sicherheitssoftware zu entfernen. Stellen Sie jedoch sicher, dass Sie das Programm vor dem Scan aktualisieren, damit es eine aktuelle Virendatenbank besitzt, um alle schädliche Dateien identifzieren zu können.
Wenn Sie die Sicherheitssoftware nicht starten können, werfen Sie am besten einen Blick auf die Anleitung weiter unten. Sie sollte dabei helfen können das Problem zu bewältigen und das Programm zu starten. Beachten Sie allerdings, dass Sicherheitsanwendungen Dateien nicht entschlüsseln können, sondern dabei helfen die Schadsoftware zu entfernen und den Computer zu sichern.
Alle Programme, die helfen können, finden Sie im Bereich „Wiederherstellung der Daten“. Die dort genannten Programme haben nichts mit Scarab zu tun und es gibt daher auch keine Garantie, dass sie erfolgreich sein werden. Hinsichtlich der Tatsache, dass die Schadsoftware die Dateien jedoch nur mit Base64 verschlüsselt, können Sie auch Online-Tools für die Entschlüsselung nutzen. Trotz ihres Namens hat die Schadsoftware alle Internetbürger im Visier, unabhängig davon, ob man nun in Norwegen oder in Ägypten wohnt.
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