Der Aesir-Virus, eine weitere Variante des berüchtigten Erpressungsprogramms Locky
Der Aesir-Virus beweist, dass die Entwickler von Locky hochmotiviert sind und nicht beabsichtigen mit den Updates für ihre gefährliche Schadsoftware aufzuhören. Seitdem Locky anfangs 2016 aufgetaucht ist, hat die Schadsoftware mehrere Updates erhalten. Es dauerte nicht mal einen Monat bis das Erpressungsprogramm Thor ins Rampenlicht trat. Nun wütet schon der nächste Virus namens Aesir und verschlüsselt die persönlichen Dateien. Aesir hat viele Ähnlichkeiten mit Thor. Der Hauptunterschied ist, dass die neue Variante während der Datenverschlüsselung eine andere Kennzeichnung an die Dateien anhängt. Statt .thor ist es nun .aesir. Aus diesem Grund ist die Schadsoftware auch als .aesir-Virus bekannt. Ähnlich wie bei Odin, Heimdall, Zepto und anderen Varianten von Locky verschlüsselt die Schadsoftware die Daten mit einer raffinierten Kombination aus den Verschlüsselungsverfahren RSA-2048 und AES-128. Während der Verschlüsselung ändert sie die Dateinamen in beliebige Zeichenfolgen um und hängt die neue Dateiendung an. Nach der Verschlüsselung könnte die Datei bild01.jpg dann zum Beispiel D2DJY3Y6-6L54-DD34-6H76-5B154054HQ32.aesir heißen. Zudem werden die zwei Dateien “([beliebige Zahl])-INSTRUCTION.html” und “([beliebige Zahl])-INSTRUCTION.bmp” auf dem Computer gespeichert. Die BMP-Datei wird außerdem als Desktop-Hintergrund festgelegt und enthält Informationen, wo man die Lösegeldforderung im HTML-Format finden kann. Das HTML-Dokument liefert alle nötigen Informationen über die Datenverschlüsselung. Ferner erfährt man darin, dass die Wiederherstellung der Dateien unmöglich ist, wenn man nicht das Lösegeld in Höhe von 0,5 BTC (ungefähr 350€) bezahlt. Um das Lösegeld bezahlen zu können, muss man den Browser Tor installieren und damit auf die Webseite des Locky Decryptors zugreifen. Anschließend soll man das Geld an das Bitcoin-Wallet überweisen. Sobald die Bezahlung getätigt wurde, sollte man von dem Entschlüsselungsprogramm Gebrauch machen können.
Bedauerlicherweise gibt es immer noch viele Computernutzer, die ihre Dateien nicht regelmäßig sichern. Angriffe von Erpressungsprogrammen sind in diesen Fällen umso schlimmer, weswegen die Bezahlung des Lösegelds häufig die einzige Lösung ist. Wir möchten aber davon abraten Bitcoins an Cyberkriminelle zu überweisen. Das bereitgestellte Entschlüsselungsprogramm muss nicht unbedingt funktionieren oder könnte weitere Schadsoftware auf dem Computer einschleusen. Hinzu kommt, dass die Gauner einen weiteren Angriff arrangieren könnten. Denn: Wer einmal bezahlt, bezahlt hoffentlich auch ein zweites Mal. Wir empfehlen daher Aesir zu entfernen, sobald man den Virus bemerkt hat. Am Ende des Artikels stellen wir eine Anleitung zur Verfügung mit der Sie Aesir automatisch mit FortectIntego oder einer anderen professionellen Anti-Malware entfernen können.

Der Aesir-Virus hat eine weitere Besonderheit. Er muss nicht mit seinen C&C-Servern Kontakt aufnehmen, um die Schlüssel für die Datenverschlüsselung zu bekommen. denn diese Variante nutzt dafür C2-Server. Zurzeit ist die Hauptsorge, dass Antivirenprogramme nicht die Aktivitäten des Erpressungsprogramms erkennen können. Die neuste Variante von Locky ist daher noch gefährlicher, wirksamer und schwerer zu vermeiden.
Wie infiziert man sich mit dem Erpressungsprogramm?
Die Entwickler von dem Aesir-Virus machen für die Verbreitung ihres Virus nur von wenigen Methoden Gebrauch. Die beliebteste bleibt aber immer noch die Infizierung durch schädliche E-Mail-Anhänge. Die Cyberkriminellen verbreiten ihre bösartigen Dateien in den Formaten JS, VBS und ZIP und verleiten zum Öffnen mit allerlei Maschen. Sie geben vor das sich eine Rechnung, ein Kontoauszug, eine Benachrichtigung über eine nicht zugelieferte Sendung oder ein anderes „wichtiges“ Dokument im Anhang befindet. Die Verbrecher können zum Beispiel eine E-Mail senden, die über ein von Amazon versendetes Paket oder Ähnliches informiert. Neulich wurde eine neue Masche entdeckt, wo die Übeltäter vorgeben der Internetanbieter des Empfängers zu sein. In der E-Mail wird behauptet, dass der Computer des Betroffenen Spam versendet und er sich die angehangenen Log-Dateien anschauen sollte. Die Log-Dateien befinden sich in einer ZIP-Datei namens _[Name des Empfängers].zip. Das ZIP-Archiv enthält jedoch Schadsoftware.
Neulich ist es den Entwicklern von Locky gelungen die Sicherheitsschranken von Facebook zu durchbrechen und Aesir im sozialen Netzwerk zu verbreiten. Der Virus wird mithilfe von einer schädlichen SVG-Datei übertragen, welche wenn angeklickt zu einer gefälschten YouTube-Webseite führt. Hier wird man dann gefragt, ob man ein bestimmtes Plug-in installieren möchte, um das Video anzuschauen. Willigt man dazu ein, wird Nemucod installiert – ein Trojaner, der für die Installation und Ausführung des Aesir-Virus verantwortlich ist.
Kann man Aesir entfernen und die Dateien wieder entschlüsseln?
Der Aesir-Virus gehört zwar der gefährlichsten Gruppe von Erpressungsprogrammen an, kann aber dennoch entfernt werden. Die Infizierung ist jedoch sehr komplex und schädliche Komponenten können sich hinter sicher aussehenden Dateien verstecken, weshalb man versehentlich wichtige Systemdateien löschen kann und dadurch eine manuelle Entfernung außer Frage kommt. Die Entfernung von Aesir sollte mit einem professionellen Antivirenprogramm durchgeführt werden. Wir empfehlen hierfür immer wieder gerne FortectIntego oder SpyHunterCombo Cleaner. Bevor Sie aber eins der Programme installieren, sollten Sie einen Blick auf die folgende Anleitung werfen. Denn die Schadsoftware kann die Installation, das Aktualisieren und den Zugriff auf Sicherheitsanwendungen blockieren. Sie müssen in diesem Fall den Computer in den abgesicherten Modus mit Netzwerktreibern starten und die Anweisungen unten befolgen. Vergessen Sie aber nicht, dass Schadsoftwareentferner Aesir nur entfernen können und nicht die korrupten Dateien wiederherstellen oder entschlüsseln. Bedauerlicherweise ist es Schadsoftwareforschern noch nicht gelungen ein kostenloses Entschlüsselungsprogramm zu entwickeln, aber Sie können immerhin in der Zwischenzeit von Ihren Back-ups Gebrauch machen. Wenn Sie keine Back-ups angefertigt haben, können Sie folgende Datenwiederherstellungsmethoden ausprobieren.
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