Der Zepto-Virus, eine neue Variante von Locky

Das Erpressungsprogramm[1] Zepto ist quasi der neue Locky-Virus und ein Bruder der neulich herausgebrachten Schadsoftware Bart. Zepto verschlüsselt die Dateien mit RSA-2048 und AES-128[2], macht sie unzugänglich und ersetzt nach dem Verschlüsselungsprozess den Desktop-Hintergrund mit einem Bild, welches Informationen über den Virus und den Vorgang auf dem Computer bereitstellt.
Während des Verschlüsselungsprozesses ersetzt der Virus die Dateinamen mit langen Codes. Die Codes starten mit der ID des Opfers und enden mit zufälligen Zeichen und .zepto. Wenn die ID des Opfers beispielsweise A4E2H02F74165D00 lautet, dann wird die verschlüsselte Datei nach dem Schema A4E2H02F-7416-5D00-[4 zufällige Zeichen]-[12 zufällige Zeichen].zepto umbenannt.
Wie jeder andere lösegeldfordernde Virus, wird auch hier in mehreren Ordnern eine Lösegeldforderung hinterlegt, wo Informationen über den Entschlüsselungsprozess zu finden sind. Die Datei ist dann gewöhnlich wie folgt benannt: _[2 Zeichen]_HELP_instructions.html und _[2 Zeichen]_HELP_instructions.txt.
In dieser Datei wird angegeben, dass es für die Entschlüsselung der Dateien keine andere Möglichkeit als die Bezahlung des Lösegelds gibt, womit man den privaten Schlüssel und das Entschlüsselungsprogramm bekommt, gefolgt von Anweisungen, wie man mit Tor auf die Bezahlungsseite von Zepto gelangt.
Wir haben auf der Bezahlungsseite entdeckt, dass der Locky Decryptor für einen Preis von 4 Bitcoins (zurzeit 2400 Euro) zum Kauf angeboten wird. Die Gauner haben anscheinend, nachdem sie erfahren haben, wie viele Opfer das Lösegeld bezahlt haben[3], den Preis beträchtlich erhöht.

Zepto ist ein neuer Virus und bedauerlicherweise gibt es auch noch kein Gegenmittel. Es ist außerdem sehr unwahrscheinlich, dass Schadsoftwareforscher in absehbarer Zeit ein Entschlüsselungsprogramm entwickeln werden. Schließlich wurde Zepto von denselben Kriminellen entwickelt, die Locky erstellt haben.
Der Virus war und ist immer noch einer der erfolgreichsten Erpressungsprogramme und jedes Bestreben für die Erstellung von Entschlüsselungsprogrammen ist missglückt. Bedauerlicherweise scheinen die Cyberkriminellen zu wissen, was sie tun und nutzen ihre Programmierfertigkeiten zu ihrem Vorteil, denn für die schädlichen Programme scheint es keinerlei Lösung zu geben.
Wenn Sie sich diesen Artikel durchlesen und Ihr Computer noch nicht infiziert ist, beachten Sie bitte folgende Maßnahmen, damit Sie den Computer vor Zepto schützen können:
- Installieren Sie eine Anti-Malware auf dem Computer, um ihn vor schädlichen Viren zu schützen.
- Halten Sie Ihre Software auf den aktuellsten Stand. Aktivieren Sie ruhig automatische Updates[4].
- SICHERN Sie Ihre Dateien. Dies ist die einzig sichere Lösung, um Daten vor einer Verschlüsselung zu schützen. Erstellen Sie also Kopien von Ihren Dateien und speichern Sie sie auf externe Festplatten oder USB-Sticks und trennen Sie das Gerät anschließend vom Computer. Wenn Sie mit einem Erpressungsprogramm infiziert wurden, können Sie einfach von Ihren Datensicherungen Gebrauch machen.
- Öffnen Sie keine suspekten E-Mails oder deren angehangenen Dateien! Cyberkriminelle verbreiten diesen Virus, indem sie irreführende Nachrichten an tausende E-Mail-Konten schicken und behaupten Rechnungen, Telefonrechnungen, Strafzettel, Lebensläufe oder ähnliche wichtige Dokumente zu liefern.
Wie verbreitet sich der Virus?
Wie bereits erwähnt, erstellen die Virenherausgeber gefälschte E-Mail-Konten, geben ihnen vertrauenswürdige Namen und verschicken offiziell aussehende Dateien, gewöhnlich Word-Dokumente[5]. Die Gauner verstecken ihren schädlichen Code meist in einer Word-Datei namens „Invoice“, „Rechnung“ oder Ähnliches.
Der schädliche Code wird dann mit der Makrofunktion von Word ausgeführt. Versuchen Sie das also zu vermeiden, wenn Sie nach dem Öffnen eines via E-Mail erhaltenen Word-Dokuments einen merkwürdig aussehenden Text sehen. Zudem können auch JS-Dateien versendet werden, welche den schädlichen Code bereits durch das alleinige Öffnen der Datei aktiviert.
Wir empfehlen im Allgemeinen keine Inhalte im Internet anzuklicken oder zu öffnen, wenn man sich ihrer Sicherheit nicht gewiss ist. Cyberkriminelle nutzen zahlreiche Maschen, um Computernutzer zu überlisten. Es kann ziemlich schwer fallen mit allen sicherheitsrelevanten Neuigkeiten auf dem Laufenden zu bleiben und so alle Infizierungsquellen zu kennen.
Wir raten daher dringendst dazu den Computer mit einer Anti-Malware auszustatten, Daten zu sichern und von suspekten E-Mails und Webseiten fernzubleiben. Weitere Informationen über Vorkehrungen für einen Zepto-Angriff finden Sie in diesem Artikel – Wie schütze ich den Computer vor Locky? 5 Tipps, um die Kontrolle zu erlangen.
Wie entferne ich das Erpressungsprogramm Zepto?
Die Entfernung von Zepto ist ein komplizierter Prozess und sollte nicht manuell durchgeführt werden. Selbst qualifizierte Schadsoftwareforscher empfinden die Entfernung dieser Schadsoftware als nicht leicht.
Wir empfehlen daher von einer Anti-Malware (wie bspw. FortectIntego) Gebrauch zu machen, die von Schadsoftwareforschern erstellt wurde und den Zepto-Virus automatisch beseitigt. Dieser grausame Virus wird allerdings zweifellos versuchen eine Entfernung zu verhindern.
Bitte befolgen Sie also zuerst diese Anweisungen, damit Sie überhaupt eine Anti-Malware starten können:
War diese Anleitung hilfreich?
Schreiben Sie den ersten Kommentar