Aktueller Zustand und Neuigkeiten über die Mamba-Erpressersoftware

Der Mamba-Virus (auch bekannt als HDD Cryptor) ist genauso giftig wie sein Namensvetter der Schlangengattung. Der berüchtigte Virus ermöglichte es Bewohnern von San Francisco kostenlos mit der Bahn zu fahren, indem er die Firmencomputer der SF Municipal Railway infizierte und anschließend ein Lösegeld in Höhe von 73.000$ verlangte.
Der Computervirus gehört in die Gruppe der Kryptoerpressungsprogramme, eine Kategorie für Viren, die die Benutzerdateien verschlüsseln und Geld für deren Entschlüsselung fordern. Es hat sich herausgestellt, dass Mamba eine ähnliche Verschlüsselungsmethode nutzt wie bei Petya.
Das neue Erpressungsprogramm hat allerdings die Verschlüsselung der Benutzerdateien im Visier und nicht der Master File Table wie es bei Petya der Fall ist. Hierfür benutzt Mamba die Software DiskCryptor. Berichten zufolge speichert der Virus die Datei 152.exe oder 141.exe auf dem Computer, welche für die Verschlüsselung verantwortlich ist. Nach der Datenverschlüsselung startet der Computer neu und zeigt beim Hochfahren folgende Mitteilung an:
“You are Hacked ! H.D.D. Encrypted , Contact Us For Decryption Key ([email protected])
YOURID: [Victim’s ID]”
Im Boot-Screen ist es möglich das Passwort für die Entschlüsselung anzugeben, aber das Passwort muss natürlich erst von den Angreifern abgekauft werden. Bedauerlicherweise ist die Schadsoftware nicht so einfach zu schlagen.
Die bereitgestellte E-Mail-Adresse dient dazu, um mit den Schadsoftware-Autoren Kontakt aufzunehmen und Informationen über die Entschlüsselung zu erhalten. Die Angreifer verlangen pro Computer 1 BTC. Der Betrag muss hierfür an das angegebene Bitcoin-Wallet überwiesen werden.
Wir raten jedoch immer wieder davon ab solche Lösegelder zu bezahlen, da es nicht garantiert ist, dass die Dateien entschlüsselt werden. Die Entfernung von Mamba sollte von höchster Priorität sein. Machen Sie hierfür von einer Anti-Malware wie FortectIntego oder SpyHunterCombo Cleaner Gebrauch. Bitte versuchen Sie die Schadsoftware nicht manuell zu entfernen, da sie weitere Viren auf dem Computer eingeschleust haben könnte, die Sie ansonsten übersehen würden.

Wie infiziert der Virus die Computer?
Der Virus dringt heimlich in die Computer ein. Er verbreitet sich wie ein Trojaner, als harmlose Datei getarnt, sodass er ahnungslos von Computernutzern installiert wird. Man kann ihn durch infizierte E-Mail-Anhänge herunterladen oder durch schädliche Softwareupdates. Es ist demzufolge äußerst empfehlenswert von Seiten fernzubleiben, die fragwürdige Downloads anbieten oder Pop-ups einblenden, die auf wichtige Updates hinweisen.
Solche Scheinupdates enthalten in der Regel Schadsoftware. Erpresserische Viren wie Mamba können zudem mithilfe von Exploit-Kits verbreitet werden. Möchte man also eine Infizierung mit Erpressersoftware vermeiden, muss man den Computer im Voraus mit Anti-Malware schützen, die Daten sichern und auf fragwürdige Seiten im Internet verzichten.
Erpressersoftware Mamba trifft öffentliches Transportsystem von San Francisco: Freie Fahrt für Ortsansässige
Ende November 2016 hat das Erpressungsprogramm Mamba es geschafft seinen Weg in die Server der San Francisco Municipal Railway zu finden und dort wichtige Daten zu verschlüsseln. Laut den Berichten hat der Virus von 8656 Computern 2112 infiziert und blockierte das E-Mail-System, das Zahlungssystem und das Planungssystem. Der Virus zeigte auf allen Systemcomputern des Betriebs die gleiche Mitteilung an: „You hacked, all data encrypted, contact for key ([email protected])“.
Die Erpressersoftware hatte es auch geschafft die Ticketautomaten lahm zu legen. Darüber hinaus hat der Autor der Schadsoftware Journalisten einer Zeitung in San Francisco geantwortet, dass er gar nicht beabsichtigt hatte das Schienennetz zu infizieren. Da es aber nun passiert sei, ist ein Lösegeld in Höhe von 100 Bitcoins (was zu diesem Zeitpunkt noch 73.000 USD entsprach) fällig.
Der Autor nennt sich selbst Any Saolis, aber offensichtlich ist dies nicht der echte Name des Täters. Der Angreifer hat zudem preisgegeben, dass er Zugriff auf private Firmendokumente hat, die er veröffentlichen wird, wenn das Lösegeld nicht bezahlt wird. Die Firma hat das System jedoch bereits wiederhergestellt und bestätigt, dass der Angreifer keine vertraulichen Daten stehlen konnte. Das Lösegeld wurde nicht bezahlt.
Entfernungsanleitung für Mamba
Wie bereits gesagt, ist es für die Entfernung von Mamba äußerst ratsam von einer Anti-Malware Gebrauch zu machen. Wir empfehlen dies, weil IT-Experten jeden Virus einzeln analysieren, Algorithmen entwickeln, sie in die Sicherheitsanwendungen einbauen und hierdurch alle virenverwandten Dateien erkannt und gelöscht werden können.
So lange man kein IT-Fachmann ist, ist von einer manuellen Entfernung von Mamba abzuraten. Schließlich ist es möglich, dass man die falschen Dateien löscht, Komponenten des Virus übriglässt und andere unerwünschte und gefährliche Komponenten vergisst zu entfernen. Zurzeit gibt es noch kein kostenloses Entschlüsselungsprogramm für Mamba. Die Dateien lassen sich also nur wiederherstellen, wenn man sie durch früher angefertigte Back-ups ersetzt.
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