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  • Geprüft · Apr. 2021

Petna-ErpressersoftwareRichtig entfernen?

Eine Schritt-für-Schritt-Entfernungsanleitung für betroffene Geräte. Folgen Sie dem geprüften Verfahren unten — die meisten Leser sind in unter 10 Minuten fertig.

Jake Doevan · Das Leben ist zu kurz, um die Zeit mit Viren zu verschwenden.

Erpressersoftware Petna verbirgt mehrere Geheimnisse in sich

The screenshot of Petna ransom note

Petna ist ein alternativer Name für eine neu ausgebrochene Bedrohung, die unter den Namen PetyaNotPetya, Expetr und PetrWrap bekannt ist. IT-Experten werden den 27. Juni sicherlich als Tag eines globalen Cyberchaos in Erinnerung behalten. Bedauerlicherweise ist es bereits der zweite Fall innerhalb von zwei Monaten. Mehrere Unternehmen weltweit haben bereits eine Infizierung mit Petna gemeldet.

Direkt nach dem Auftauchen der neuesten Version der berüchtigten Bedrohung entstanden massenhaft Berichte in den Online-Medien über die Angriffe auf die virtuelle Community.

Die Schadsoftware wurde kurz darauf als NotPetya getauft. Nach einer eingehenden Untersuchung sind Spezialisten allerdings auf die Idee gekommen, dass NotPetya tatsächlich Petya ist, aber der Quellcode überschrieben wurde.

Die aktuellste Version von Petya.a/Petna verhält sich ähnlich wie ihre Vorgänger. Statt einfach in das System einzudringen und die Benutzerdaten zu verschlüsseln, modifiziert die Schadsoftware die Boot-Einstellungen, um anstelle des Betriebssystems (in diesem Falle Windows) die Schadsoftware auszuführen.

Der von der Bedrohung geladene einzigartige Betriebssystemkern ist dann für die Verschlüsselung der wertvollen Dokumente verantwortlich, allerdings werden sie nicht wie so häufig mit einer neuen Dateiendung markiert. Diese Features des Virus haben einen großen Beitrag dazu geleistet, dass er auf der ganzen Welt Chaos anrichten konnte.

Darüber hinaus haben neue Befunde offenbart, dass es keinen Sinn hat das Lösegeld zu bezahlen, da eine der E-Mail-Domains der Täter stillgelegt wurde. Das bedeutet, dass man seine Dateien nicht mehr zurückbekommt, auch wenn man den Forderungen nachgeht. Es ist folglich äußerst ratsam Petna so schnell wie möglich zu entfernen. FortectIntego oder MalwarebytesMalwarebytes kann hierbei behilflich sein.

Petna ist nicht im wahrsten Sinne des Wortes eine Erpressersoftware

Kurz nachdem mancher einer dachte, dass ein ausreichender Computerschutz ein Szenario wie beim WannaCry-Angriff verhindern könnte, legt Petna noch einmal nach. Der Angriff hallte in zahlreichen Ländern nach, wie unter anderem das häufige Ziel Ukraine, das Vereinigte Königreich, die Vereinigten Staaten, Australien, Russland, Frankreich und Spanien.

Viele haben leider die Lektion noch nicht gelernt, denn die Schadsoftware nutzt die gleiche Sicherheitslücke im System aus wie WannaCry – EternalBlue und anfällige SMB-Protokolle.

Neue Analysen von Comae Technologies und Kaspersky Lab haben allerdings eine weitere erstaunliche Tatsache enthüllt: Die Schadsoftware ist kein Kryptovirus!

Petna löscht die Dateien zwar nicht und verschlüsselt sie, aber normalerweise wird eine ID generiert und an den Angreifer geschickt, womit er die Informationen bezüglich der Infizierung ableiten kann und damit den Entschlüsselungsschlüssel herausbekommt. Im Falle von Petna wird jedoch nur eine zufällige ID generiert, die keinerlei Informationen enthält. Der Angreifer kann daher keinen Entschlüsselungsschlüssel bereitstellen und die Daten sind somit für immer verloren.

Laut dem Forscher Anton Ivanov von Kaspersky Lab ist das Motiv hinter dem Virus nicht Geld, sondern reine Zerstörung. Interessant ist, dass die derzeitige Version, Petna, nicht von dem Autor der originalen Version entwickelt wurde. Jedenfalls ist es trotzdem sinnlos das Lösegeld zu überweisen und Petna sollte umgehend entfernt werden.The image alternative Petna trojan names

Verbreitet sich Petna via korrupte Updatesysteme?

Die Schadsoftware scheint sich auf dieselbe Weise wie WannaCry zu verbreiten – Schwachstellen im System. Weitere Untersuchungen haben jedoch ergeben, dass die Hauptinfizierungsquelle die in der Ukraine häufig verwendete Buchhaltungssoftware MeDoc ist. Die Angreifer haben hier die Schadsoftware in das Updatenetzwerk eingeschleust.

Alle Firmen, die die Buchhaltungssoftware nutzen und das Update installiert haben, haben sich folglich mit der Schadsoftware infiziert Die Firma weist die Vorwürfe zurück, obwohl Forscher behaupten, dass sie Logdateien als Beweismittel haben.

Petna arbeitet übrigens über die Dateien smbpeyta_kernel.bin, perfc.dat und ähnliche Systemdateien. Zurzeit lässt sich eine Infizierung am einfachsten verhindern, indem man das Betriebssystem aktualisiert und mit Sicherheitsanwendungen ausrüstet.

Die Schadsoftware entfernen

Da es sinnlos ist das Lösegeld zu bezahlen und auf eine Wiederherstellung der Daten zu hoffen, steht die Entfernung von Petna an oberster Stelle. Eine gewöhnliche Deinstallation und die üblichen Entfernungsmethoden werden natürlich beim ersten Versuch nicht klappen. Der Grund hierfür ist, dass die Schadsoftware das Boot-System modifiziert, wodurch man nicht auf die Antivirenprogramme zugreifen kann. Mit der unten aufgeführten Anleitung können Sie das Problem umgehen.

Beachten Sie, dass die Schadsoftware noch bevor Windows lädt. Sie müssen daher F8 oder F2 beim Hochfahren drücken, damit Sie in die erweiterten Boot-Einstellungen kommen. Sie sollten dann in den abgesicherten Modus starten oder mit der Systemwiederherstellung den Virus entfernen.

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