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  • Geprüft · Apr. 2021

Cerber v4.0Richtig entfernen?

Eine Schritt-für-Schritt-Entfernungsanleitung für betroffene Geräte. Folgen Sie dem geprüften Verfahren unten — die meisten Leser sind in unter 10 Minuten fertig.

Lucia Danes · Virenexpertin

Cerber 4.0 – Was ist neu?

Der Cerber-Virus v4.0 (oder auch einfach nur Cerber v4.0) ist erst Mitte Oktober 2016 der RaaS-Community (Ransomware as a service) beigetreten. Die neue Version des Cerber-Virus kann zusammen mit den Viren von Janus Cybercrime (Mischa und Petya) und Stampado im Deep Web gefunden werden, wo sie auf neue Komplizen warten. Wenn Ihnen das System RaaS noch nicht bekannt ist, sollten Sie wissen, dass es bei Schadsoftwareerstellern zunehmend im Trend liegt und sie auf diese Weise mit ihren schädlichen Kreationen noch mehr illegalen Profit machen können. Das gängigste Modell ist, dass die Entwickler der Erpressungsprogramme den Softwareverteilern mindestens 20% der Einnahmen garantieren. Die Verbreitung der Schadsoftware Cerber v4.0 scheint derzeit in diesen drei ihren Ursprung zu finden:

  • Die erste und größte ist das Exploit-Kit Magnitude. Das Exploit-Kit hat Cerber von Anfang an verbreitet und ist auch bei den neuen Virenversionen mit dabei. Dem Anschein nach wurde Magnitude entwickelt, um speziell Cerber unter die Leute zu bringen.
  • Die zweite Hacker-Gruppe, die sich an der Verbreitung des Erpressungsprogramms beteiligt, ist unter dem Namen PseudoDarkleech bekannt. Im Vergleich zum Exploit-Kit Magnitude sind die Cyberkriminellen hier auch bei anderen erpresserischen Viren engagiert, wie unter anderem CrypMIC und CryptXXX. Für Cerber v4.0 haben sie allerdings einige Dinge angepasst. Sie nutzen demnach nicht das Exploit-Kit Neutrino, sondern RIG. 
  • Obwohl Neutrino nicht mehr von PseudoDarkleech verwendet wird, ist das Exploit-Kit trotzdem aktiv und assistiert Erpressungsprogrammen dabei ihren Weg in den Computer zu finden.

Die enorme Verbreitung von Erpressungsprogrammen ist besorgniserregend und sollte jeden dazu veranlassen zu überprüfen, ob die wichtigen persönlichen Daten wirklich sicher sind. Natürlich lässt sich Cerber v4.0 mit einer bewährten Antivirensoftware wie FortectIntego einfach entfernen. Das Problem ist aber, dass die Dateien nicht wiederhergestellt werden können. Der komplexe Verschlüsselungsalgorithmus, der auch in Cerber 2.0 und Cerber 3.0 verwendet wird, ist immer noch ungeschlagen. Der einzige Schutz für die Daten ist demzufolge das regelmäßige Anfertigen von Back-ups.

Picture of the Cerber v4.0 virus

Es ist außerdem erwähnenswert, dass obwohl die vorherigen Versionen des Virus nur wenige Änderungen aufweisen, die neue Variante erheblich verbessert wurde. Die Virenersteller behaupten, dass das Programm die Überwachung von Anti-Malware besser umgehen kann und neue Funktionen beim Verschlüsselungsverfahren hat, wo statt dem vorherigen .CERBER3 nun zufällige Endungen an die Dateien angehangen werden. Hinzu kommt, dass neue Dateitypen zur Verschlüsselungsliste hinzugefügt worden sind. Selbst wenn die Erkennung und Entfernung von Cerber v4.0 schwieriger als je zuvor ist, ist sie dem Computer und die Sicherheit der zukünftigen Dateien halber absolut notwendig.

Welche Schutzmechanismen helfen dabei eine Infizierung zu verhindern?

Bevor wir auf die Prävention eingehen, möchten wir die üblichen Kanäle für die Verbreitung vorstellen: schädliche Spammails und Malvertising. Spam war schon immer eine beliebte Methode, um potenziell gefährliche Software oder schädliche Links direkt zum Computer zu bringen. Spammails hatten ihren Höhepunkt in 2010 und sind seitdem stets im Rückgang. In 2016 ist allerdings wieder eine deutliche Steigerung zu bemerken. Mit hoher Wahrscheinlichkeit ist dies auf die Popularität von Erpressungsprogrammen zurückzuführen. Das Versenden von Erpressungsprogrammen via E-Mail hat sich als effektive Strategie bewiesen und für Schadsoftwareentwickler gibt es daher keinen Grund sie außer Acht zu lassen. Es ist demzufolge wichtig, dass man lernt potenziell infizierte E-Mails zu erkennen und sie nicht öffnet. Schädliche E-Mails stammen in der Regel von unbekannten Absendern und drängen dazu den Anhang herunterzuladen. Ferner muss man bei E-Mails von staatlichen Behörden vorsichtig sein, denn Hacker könnten sich auch hier hinter verbergen.

Das Malvertising ist eine weitere Methode, die von Erpressungsprogrammentwicklern rege verwendet wird. Schädliche Anzeigen, gefälschte Softwareupdatebenachrichtigungen, und Lottogewinne sind nur ein kleiner Teil von betrügerischen Inhalten im Internet, die für die Verbreitung von Cerber v4.0 verwendet werden können. Computernutzer, die der Versuchung nicht widerstehen können, klicken solche Angebote an und installieren damit ziemlich schnell die Schadsoftware. Wie lässt sich jedoch erkennen, welche Anzeige schädlich ist und welche man gefahrlos anklicken kann? In Wahrheit ist das Unterscheiden von echten und unaufrichtigen Anzeigen sehr schwierig. Eine mögliche Lösung zur Minderung des Risikos auf solche Anzeigen wäre den Computer regelmäßig nach potenzieller Adware zu scannen und unbekannte Webseiten zu meiden.

Wichtiges über die Entfernung von Cerber v4.0:

Wenn Sie diesen Teil des Artikels lesen, sind aller Wahrscheinlichkeit nach auf der Suche nach Entfernungstipps für Cerber v4.0. Im Anbetracht der Schwere der Infizierung sollten Sie keine Zeit verschwenden und die Entfernung direkt beginnen. Seitdem die neueste Version von Cerber im Bereich der Erkennung durch Antivirenprogramme verbessert wurde, können natürlich insbesondere Probleme bei der Erkennung und Entfernung auftreten. Wir empfehlen daher vor der Entfernung von Cerber v4.0 unsere Anleitung am Ende des Artikels einmal durchzugehen. Wenn Sie den Virus unschädlich gemacht haben, sollten Sie einen vollständigen Systemscan durchführen und Cerber v4.0 endgültig beseitigen.

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