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  • Geprüft · Apr. 2021

Cerber 4.1.1Richtig entfernen?

Eine Schritt-für-Schritt-Entfernungsanleitung für betroffene Geräte. Folgen Sie dem geprüften Verfahren unten — die meisten Leser sind in unter 10 Minuten fertig.

Olivia Morelli · Schadsoftwareanalystin

Cerber 4.1.1 greift Computernutzer an. Was ist über das Erpressungsprogramm bekannt?

Cerber 4.1.1 tauchte am selben Tag wie Cerber 4.1.0 auf. Beide dieser Viren gehören zu der berüchtigten Schadsoftwarefamilie Cerber. Die Virengruppe hat bereits mehrere Updates gehabt und befindet sich immer noch oben an der Spitze aller erpresserischen Viren. Wenn man eine Infizierung verhindern möchte, muss man vorsichtig sein. Welche Funktionen bringt die neueste Version des Cerber-Virus jedoch mit sich? Dem Anschein nach ist die größte Änderung der eingeblendete Desktop-Hintergrund, der die Opfer über die Verschlüsselung der Dateien und den Erwerb des speziellen Entschlüsselungsprogramms informiert. Frühere Versionen des Virus konnten übrigens an den verschlüsselten Daten erkannt werden, da sie sie mit .cerber, .cerber2 und .cerber3 gekennzeichnet haben. Wenn Ihre Dateien solche Endungen aufweisen, sollten Sie das Erpressungsprogramm vom Computer entfernen. Sie können dies mit einer aktuellen Anti-Malware wie FortectIntego bewerkstelligen. 

Wie wir bereits erwähnt haben, ist Cerber 4.1.1 die neueste Version der berüchtigten Krypto-Erpressungsprogramme und verrichtet seine Arbeit absolut unbemerkt. Wird der Virus gestartet, sucht er nach bestimmte Dateitypen und zwar als Erstes in tiefliegenden Systemverzeichnissen. Auf diese Weise bemerken die Betroffenen nichts Verdächtiges. Während der Verschlüsselung könnte lediglich ein Langsamwerden des Computers Fragen aufwerfen. Bei dem Verschlüsselungsprozess generiert Cerber bestimmte Dateiendungen und hängt sie an die verschlüsselten Dateien an. Die persönlichen Daten werden mit einer 4 Zeichen langen Markierung gekennzeichnet, wie zum Beispiel .dep3. Nachdem Cerber 4.1.1 alle Ordner verschlüsselt hat, stellt es seinen schädlichen Prozess fertig, indem es Dateien auf dem Desktop verschlüsselt, die Datei README.HTA (die Lösegeldforderung) auf dem Desktop erstellt, eine .vbs-Datei mit einer Sprachnachricht abspielt und dann den Desktop-Hintergrund durch folgenden Text ersetzt:

Your documents, photos, databases and other important files have been encrypted by “Cerber ransomware 4.1.1”!
[…]
There is a list of temporary addresses to go on your personal page below:

Der neue Desktop-Hintergrund liefert kaum Informationen, aber stellt URLs für die „Bezahlseiten“ bereit, wo Betroffene erfahren wie sie Bitcoins erwerben können und wie man sie an die Bitcoin-Wallet der Verbrecher überweist. Dieselben Informationen, inklusive der URLs, findet man auch in der HTA-Datei. Die URLs können normalerweise nicht mit regulären Browsern geöffnet werden und müssen mit dem Tor-Browser besucht werden. Die Lösegeldforderung gibt detaillierte Informationen darüber, wie man die Webseiten öffnet, sodass selbst unerfahrene Computernutzer das Lösegeld bezahlen können. Alle angegebenen URLs leiten zu einer Seite, wo der Cerber Decryptor präsentiert wird. Wie bei den Vorgängern des Erpressungsprogramms wählt man die gewünschte Sprache aus, bestätigt, dass man kein Roboter ist und erhält anschließend die Informationen, wie man das Entschlüsselungsprogramm erwerben kann. Überraschenderweise verlangt Cerber 4.1.1 ein geringeres Lösegeld als üblich. Bei der neuen Bedrohung wird gefordert, dass man innerhalb 5 Tage nach dem Angriff 0,1188 Bitcoins (≈ 76€) oder nach 5 Tagen 0,2376 Bitcoins (≈ 152€) bezahlt.

Image of Cerber 4.1.1 virus version

Es ist kein Geheimnis, dass Cerber unter den anderen Erpressungsprogrammen hervorsticht. Der Virus ist präzise programmiert und wurde entworfen, um die Opfer zum Bezahlen zu bringen. Die Bezahlseite weist mehrere Abschnitte auf, wie unter anderem „FAQ“, „Support“ und „Decrypt 1 File for FREE“. Beim letzteren können Betroffene eine verschlüsselte Datei hochladen, um das Entschlüsselungsprogramm zu testen und sich zu vergewissern, dass es tatsächlich existiert und funktioniert. Wenn Ihr Computer mit diesem schädlichen Erpressungsprogramm infiziert wurde, raten wir davon ab das Lösegeld zu bezahlen. Die Entscheidung liegt natürlich trotzdem bei Ihnen. Vergessen Sie aber nicht, dass so lange Opfer das Lösegeld bezahlen, Cyberkriminelle neue Viren erstellen werden. Wir bitten daher darum deren Motivation nicht zu unterstützen. Wenn Sie dennoch in Erwägung ziehen das Lösegeld zu bezahlen, sollten Sie außerdem wissen, dass nur 20% der Betroffene, die sich ebenfalls dazu entschieden haben, den benötigten Code erhalten haben. Im Falle einer Infizierung sollten Sie als Erstes sicherstellen, dass Sie Cerber 4.1.1 entfernen. Anschließend können Sie sich mithilfe der unten aufgeführten Datenwiederherstellungsschritte Ihren Daten zuwenden.

Wie dringt der schädliche Virus in den Computer ein?

Cerber wird laut den aktuellsten Neuigkeiten mittels dem WordPress-Webseiten angreifenden Pseudo-Darkleech übertragen. Wenn man eine kompromittierte Webseite besucht, wird man zu einer Seite mit dem Exploit-Kit RIG umgeleitet. Das Exploit-Kit nutzt Schwachstellen auf dem Computer aus, um die Schadsoftware heimlich zu installieren. Es inspiziert dafür veraltete Programme und macht sich Sicherheitslücken zunutze. Der Angriff ist gut organisiert und kann für Computernutzer, die mit den Tricks ausgeklügelter Schadsoftwareersteller nicht vertraut sind, absolut unbegreiflich sein. Die Autoren von Cerber 4.1.1 nutzen für das Infizieren von Computern außerdem eine alte, aber dennoch sehr wirksame Strategie. Sie versenden listige E-Mails mit destruktiven Anhängen. Sobald man solch einen Anhang öffnet, lädt die schädliche Datei die Schadsoftware herunter und fängt an Dateien zu verschlüsseln. Bitte lassen Sie Ihre Neugier nicht gewinnen und öffnen Sie keine vagen E-Mails. Öffnen Sie insbesondere keine zwielichtigen E-Mails, die behaupten, dass Sie den Empfang einer Bezahlung in Höhe von 500 USD bestätigen müssen, welche kürzlich über Paypal überwiesen wurde. Ignorieren Sie außerdem dubiose Rechnungen, Dokumente und andere suspekte Dateien, die von unbekannten Absendern an Sie geschickt wurden. Wenn Sie das Gefühl haben, dass Sie zum Öffnen eines Anhangs gedrängt werden, sollten Sie ihn auf keinen Fall öffnen!

Die Entfernung von Cerber 4.1.1

Cerber 4.1.1 ist ein neues Erpressungsprogramm und kann nur mit einer aktuellen Anti-Malware bzw. einem aktuellen Antivirenprogramm entfernt werden. Achten Sie darauf, dass Sie für die Prozedur eine geeignete und leistungsstarke Anti-Malware nutzen. Denn bleiben schädliche Komponenten auf dem System über, können sie die Dateien beschädigen, ohne dass eine Hoffnung auf eine Wiederherstellung besteht. Die automatische Entfernung von Cerber 4.1.1 garantiert außerdem die vollständige Entfernung der Schadsoftware. Wir möchten zu guter Letzt noch darauf hinweisen, dass man Cerber 4.1.1 nicht manuell entfernen sollte. Das ist nämlich eine Aufgabe, die man nur mit viel Computererfahrung lösen kann. Die von dem Virus verschlüsselten Dateien können Sie mit einem früher angefertigten Back-up wiederherstellen. Wenn Sie keine solche Datensicherung gemacht haben, haben Sie nicht viele Möglichkeiten übrig. Sie können natürlich immerhin folgende Datenwiederherstellungsoptionen ausprobieren.

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